Die Windlochteifln gehen um

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Die Perchten sollen den Winter austreiben – für viele Wärmeliebende ein Grund, sie zu mögen. Darüber hinaus sind es aber vor allem die Masken, Felle und die erzeugte Stimmung, die die Zuseher begeistern.

Brauchtum beleben
Die Perchten sollen die bösen Geister des Winters bzw. das alte Jahr austreiben. Um dieses Brauchtum wieder aufleben zu lassen, gründete Obmann Helmut Pichler mit seinem Stellvertreter Andreas Aigner den Perchtenverein „Otterthaler Windlochteifln“. Damit verband er auch gleich seine zweite Leidenschaft, nämlich seine Begeisterung für das Feuer. Er erlernte das Feuerspucken, was ein besonderes Highlight bei den Teifln ist. „Natürlich muss man aufpassen. Das Mittel ist gefährlich, der Wind muss berücksichtigt werden und auch Kleidung darf nicht im Weg sein. Doch bei den Perchtenläufen haben mich schon immer die Feuerspucker am meisten interessiert“.
Die Teifln bestehen seit 2014 und zählen 15 Mitglieder, die zum größten Teil aus Otterthal, Trattenbach und Kirchberg stammen. Neben dem Feuerspucker haben sie auch Läufer, eine Hexe, den Tod und einen Bären. Wichtig sind auch die Ordner im Verein, die darauf aufpassen, dass die Leute nicht zu weit in die Absperrungen hineingreifen bzw. helfen sie den Perchten bei der Orientierung. Die Perchtenmasken haben nämlich nur kleine Schlitze und machen das Sehen recht schwierig. Außerdem bestehen die Masken aus Holz und sind dementsprechend schwer, was die Auftritte sehr anstrengend macht.

Läufe, Shows und Ausstellungen
Angefertigt werden die Masken der Teifln vom Schnitzer Robert Mitterer und die Felle von Peter Koch, beides bekannte Perchtenausstatter aus Kärnten. Die Besonderheiten der Teifln sind die in Handarbeit eingearbeiteten Steine und Eiskristalle in die vorwiegend weißen und gräulichen Masken. Ihre Auftritte haben die Teifln vor allem in Niederösterreich und der Steiermark, heuer durch einen befreundeten Verein auch erstmals in Slowenien. Ihre Auftritte lassen sich grob in Läufe und Shows unterteilen. Bei Läufen werden die Vereine gruppenweise in die Runde geschickt: Ein Sprecher kündigt die jeweilige Gruppe an und die Perchten legen eine bestimmte Distanz zurück. Viele Zuseher sind von bestimmten Gruppen bzw. deren Masken besonders angetan. Bei Shows überlegt sich der Verein eine Choreografie, die auch davon abhängt, wie viel Platz zur Verfügung steht. Auch an Maskenausstellungen nimmt der Verein regelmäßig teil.

Trotz der grässlichen Masken sind die Teifln ein kinderfreundlicher Perchtenverein: Sie schlagen nicht und reißen nicht zu stark an den Absperrungen. Mit dem Brüllen, Ketten-Rasseln, Glocken-Leuten sowie dem bengalischen Feuer erzeugen sie ohnehin eine Atmosphäre, die Jung und Alt begeistert.
Der Name des Vereins stammt übrigens vom gleichnamigen Markierten Windloch am Hausberg des Vereines, dem Otter. Die Höhle hat eine Länge von 248 m und einen Höhenunterschied von 44 m – und eine passende Sage über den Ursprung der Perchten in der Region.

Text: Stefanie Schadler

Termine: 25.11. Otterthal u. 05.12. Kirchberg
Weitere Infos:  www.windlochteifln.org

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