ESV d’Kohlgrabler

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Der ESV d‘Kohlgrabler in Zöbern besitzt als einer von 2 Vereinen in ganz Österreich eine eigene Eishalle. Mit vielen Turnieren und Meisterschaften sorgen sie für einen regen Austausch unter den Stockschützen.

Grenzübergreifend
Wenn es um den Verein ESV d’Kohlgrabler geht, ist die Zugehörigkeit zu einer Gemeinde ein dehnbarer Begriff: Die Anlage liegt in Zöbern, beim Verlassen der Halle befindet man sich bereits in Aspang und entfernt man sich etwas vom Gelände, landet man in Schäffern. Und auch die 21 aktiven Mitglieder kommen aus den Gemeinden Ober-, Unteraspang und Zöbern.
Zum Zeitpunkt der Gründung 1934 als reiner Wintersport ausgeübt, wurde auf dem Teich beim heutigen Gasthaus Wretschko mit dem Eisschießen begonnen. Die Eisstöcke wurden vom damaligen Obmann selbst gefertigt, der Werkmeister vom Kaolinwerk beschlug sie mit den notwendigen Eisenringen. So erhielt jeder Aktive einen Eisstock um wenig Geld – zur damaligen Zeit war das etwas ganz Besonderes. Erst in den 70er Jahren begann man auf Straßen und Parkplätzen mit dem Asphaltschießen. Sowohl auf Eis als auch auf Asphalt mischte der Verein in der Staatsliga mit. 1985 wurde unter dem heutigen Obmann Ing. Gerhard Heißenberger und mit der Hilfe aller Mitglieder eine Asphaltanlage mit 7 Bahnen gebaut, der Hallenbau folgte 1990/1991 und die Kunsteisanlage im Jahre 1999. So wurde das Stockschießen für d’Kohlgrabler zu einem Ganzjahressport.
Die Eishalle kann auch von den Jugendlichen zum Eislaufen genutzt werden.
Gleichzeitig nutzen Vereine aus Niederösterreich, dem Burgenland und der Steiermark die Infrastruktur, um ihre Turniere und Meisterschaften auszutragen, beziehungsweise ihr Training hier zu absolvieren. In der Wintersaison zwischen November und Februar gibt es dadurch jedes Wochenende Turniere, 4-5 Turniere veranstaltet der Verein selbst auf seinem Areal.

Idealismus
Die Auslastung der Halle ist wichtig, um die laufenden Kosten von 13.000 € im Winter auszugleichen, die vor allem aufgrund der hohen Stromkosten entstehen. Die Wertungsführer des Vereins koordinieren von Freitag bis Sonntag die gesamten Turniere und deren Ablauf und die Eismeister sorgen an 5 Tagen die Woche für perfekte Eisverhältnisse – das alles bei hohem Zeitaufwand und unentgeltlich. Ohne deren Einsatz und Idealismus könnten die enormen Kosten und der Spielbetrieb nicht aufrecht erhalten werden, spricht Heißenberger den Verantwortlichen seinen Dank aus.
Mittlerweile spielt der Verein in der Regionalliga. Für die Sportler bedeutet das zwei Trainingseinheiten pro Woche sowie die Teilnahme an Turnieren an den Wochenenden. Im Gegensatz zu anderen Sportarten entscheiden sich die Meisterschaften an nur einem Tag. Die Tagesverfassung der Spieler entscheidet daher über Auf- oder Abstieg in der Liga. Trotz der zahlreichen Aktivitäten kämpfen d’Kohlgrabler mit sinkenden Mitgliederzahlen. Heißenberger sieht diese Entwicklung sich in ganz Österreich fortsetzen: Die Vereine werden immer älter und schlussendlich stillgelegt. Heißenberger schätzt, dass es in 10-15 Jahren nur mehr die Hälfte der Stocksport-Vereine geben wird.

Text: S.Schadler

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