Gemeinsam für ein Projekt

in Wirtschaft

Crowdfunding ist die Beteiligung vieler Menschen an einer großen Idee. Als alternatives Frühfinanzierungsmodell wird es auch im Wechselland eingesetzt.

Finanzierung über Viele
Beim Crowdfunding investieren viele Menschen kleine Beträge in eine Idee. Wichtig für die Projektbetreiber ist es, eine Crowd aufzubauen und überzeugende Argumente zu liefern, um in ihr Projekt zu investieren. Viele Investoren sind selbst Unternehmer und bauen sich eigene Investmentportfolios auf, mit denen sie das Risiko streuen. Aber auch Normalverdiener können durch Crowdfunding erstmals an Zukunftsprojekten teilnehmen. Crowdfunding ist eine neue Art der Geldanlage, birgt aber für Investoren auch ein Risiko, da sie meist keine Anteile am Unternehmen erwerben, sondern z.B. stille Beteiligungen oder Genussscheine. Geht das Unternehmen in Konkurs, ist mit dem Totalverlust des Investments zu rechnen. Im kleineren Rahmen ist es oft eine Vertrauenssache, wie es zwei erfolgreiche Projekte aus dem Wechselland aufzeigen: Mit viel persönlichem Engagement wurden Herzensprojekte umgesetzt.

Für eine Sache brennen
Das Theater SägeWerk ist eine Theatergruppe im Karl Schubert Haus in Aspang und benötigte im vergangenen Jahr eine neue Lichtanlage. Die Leiterin der Theatergruppe Peetra Jendrzejek und ihr Team haben sich bei der Finanzierung für Crowdfunding über die Plattform www. startnext.com entschieden, weil einerseits der Verein nicht belastet werden sollte. Andererseits wollten sie sich in Eigeninitiative „um das kümmern, was zu tun ist“, so Jendrzejek. Gemeinsam machte man sich schlau und verteilte die Aufgaben, die unter anderem Interviews mit Menschen mit Behinderung sowie das Drehen eines Filmes beinhalteten. Wichtig bei der Nutzung von Crowdfunding sei es, die Zielvorstellung klar zu definieren und die Gründe zu nennen, wieso man für die Sache brennt, so Jendrzejek. „Man sollte sich Zeit dafür nehmen in Worte zu gießen, warum man das macht und es sollte sich heraus kristallisieren, warum es wichtig ist“. Nach nicht ganz 2 Monaten war die Summe erreicht, die Lichtanlage ist mittlerweile in Betrieb. Eine Garantie für eine positive Abwicklung gäbe es allerdings nicht, so Jendrzejek.

Gemeinsam etwas umsetzen
Auch der Michaelihof in Pinggau – auf dem ein reduziertes Leben in Einklang mit Mensch, Tier und Natur geführt wird – hat erst kürzlich ein Crowdfunding Projekt umgesetzt, um den Bau einer mobilen Kleinkunstbühne zu finanzieren. Franz Prenner und sein Team wandten sich im Rahmen des Bank-Austria-Kunstpreises an Interessierte. Über die Plattform www.wemakeit.com sollten die nötigen finanziellen Mittel zusammenkommen. Die Bank-Austria würde bei Erreichen der ersten € 5.000 die gleiche Summe draufpacken – was auch gelang.
„Mir gefällt diese Art der Finanzierung, da es nicht in erster Linie ums Geld geht, sondern darum, gemeinsam etwas mit Menschen umzusetzen“, spricht Prenner die Verbundenheit der Investoren mit dem Projekt an. Durch ein Crowdfunding-Projekt baue man sich ein Netzwerk aus Leuten auf, die zu einem stehen und immer wieder kommen, so Prenner weiter. Mit Vertrauen, Anerkennung und Wertschätzung schaffe man vieles. Die Fertigstellung der Kleinkunstbühne ist für kommendes Frühjahr geplant.

Text: Stefanie Schadler

 

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