Heimische Christbäume

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Österreicher kaufen ihren Christbaum bevorzugt aus der Region, was sich positiv auf die CO2-Bilanz auswirkt. Heimische Produzenten bieten nicht nur eine hohe Qualität sondern auch eine besondere Stimmung beim Einkauf.

Christbaum hat Tradition
Laut einer Meinungsumfrage der Spectra Marktforschung (2013) steht der geschmückte Christbaum in 74% der österreichischen Haushalte – und ist somit ein wichtiger Teil der Traditionen rund um den Heiligen Abend. Dabei ist den Kunden auch die Herkunft wichtig. Laut einer Befragung der Österreichischen Christbaumproduzenten kaufen diese ihre Bäume zu 90% aus Österreich. Eine enorme Entwicklung, da vor ca. 20 Jahren lediglich 20% der Bäume österreichischer Herkunft waren.
Christbaumproduktionen in der Steiermark haben im Durchschnitt eine Größe zwischen 1 und 3 ha, in Niederösterreich ist sie in den letzten Jahren auf 4 ha angestiegen, so DI Karl Schuster, Geschäftsführer der Niederösterreichischen Christbaumproduzenten. Einige der Produzenten – vor allem im südlichen Waldviertel – hätten in den letzten 10-20 Jahren ihren Betrieb sogar ausschließlich auf die Christbaumproduktion umgestellt. In der Steiermark gehen die Produzenten hingegen mit einem zweiten Standbein auf Nummer sicher, so Martina Lienhart, Obfrau der Steirischen Christbaumproduzenten. Oft gäbe es eine Kombination mit dem Obstanbau, da hier ähnliche Maschinen eingesetzt werden. Dadurch würde ebenso das Risiko minimiert werden, sollte es in einem der beiden Bereiche zu wetterbedingten Ausfällen kommen.

10 Jahre sorgfältige Pflege
Christbaumproduzenten kümmern sich das gesamte Jahr über um ihre Christbäume. Vom Setzen der Jungpflanzen im Frühjahr, (biologische) Düngemaßnahmen bis hin zum Ausmähen der Kulturen gehört auch der Formschnitt zu den Aufgaben. Hier geht es darum, den Wuchs des Baumes nach Kundenwunsch zu korrigieren: Demnach sollen die Bäume möglichst dicht und schmal wachsen.
Bis der Baum Zimmerhöhe erreicht hat dauert es bis zu 10 Jahre. So lange hat der Christbaumproduzent die Verantwortung darüber, den Baum möglichst gesund wachsen zu lassen. Widrige Wetterbedingungen gehören dabei zum jährlichen Nervenkitzel: Hagelschäden oder Spätfrost im Frühjahr können die Qualität und Produktion stark beeinträchtigen. Der Biochristbaumproduzent Familie Spenger aus Grimmenstein beispielsweise betreibt zusätzlich eine Schafzucht und hat die Produktion seiner Christbäume auf verschiedene Standorte verteilt, um großflächige Schäden zu vermeiden.
Die Markierung jener Bäume, die geschlägert werden, erfolgt nach den Kriterien Qualität und Größe, aber auch nach dem Platz, der dadurch geschaffen wird. So wird die Qualität der zukünftigen Bäume positiv beeinflussen.

Regional für Klimaschutz
Regionale Bäume erkennt man an der jeweiligen Banderole. Jene aus Niederösterreich anhand der blau-gelben Herkunftsschleife, jene aus der Steiermark an der rot-weiß-roten Schleife. Diese Kennzeichnungen garantieren, dass der Baum aus einem heimischen Familienbetrieb stammt sowie eigene Christbaumkulturen und nachhaltige Waldpflege betrieben wird. Jeder Christbaum kann außerdem durch den Namensaufdruck an der Banderole bis zum Produzenten zurück verfolgt werden. Laufende Kontrollen garantieren die Einhaltung dieser strengen Richtlinien. Wer einen heimischen Baum kauft, unterstützt nicht nur die heimischen Christbaumproduzenten, sondern trägt auch zum Klimaschutz bei: Ein heimischer Baum wird durchschnittlich 40 km transportiert, bevor er verkauft wird. Importbäume beispielsweise aus Nordeuropa haben 1000 km und mehr hinter sich, bevor sie bei uns zum Kauf angeboten werden. Das hat auch Auswirkungen auf die Frische und Haltbarkeit der geschnittenen Bäume.
Übrigens: In seinen 8-10 Jahren, die der Christbaum heranwächst, werden auf einem Hektar Christbaumkultur ca. 140 Tonnen Kohlendioxyd gebunden, außerdem Sauerstoff produziert und Staubpartikel aus der Luft gefiltert.

Tipps für die Haltbarkeit
Bei vielen Christbaumproduzenten wie bei Familie Spenger können die Christbäume direkt am Hof und bereits Wochen vor dem eigentlichen Schnitt ausgesucht werden. Viele nutzen diese Gelegenheit, um sich selbst, aber auch die Kinder auf den Heiligen Abend einzustimmen. Viele Produzenten sind daher bestrebt, den Kauf des Christbaumes mit einer weihnachtlichen Atmosphäre zu umrahmen. Familie Spenger schenkt unter anderem Glühmost und Tee aus und betreibt in einem alten Schüttkasten einen kleinen Adventmarkt.
Um möglichst lange Freude am Christbaum zu haben, rät Familie Spenger dazu, den Baum möglichst kurz vor Weihnachten zu schneiden und wenn möglich bei zunehmendem Mond: In dieser Zeit befindet sich der Saftstrom oberhalb der Erde, was zu mehr Feuchtigkeit im Baum führt und eine längere Haltbarkeit verspricht. Nach dem Schnitt sollte der Baum einige Tage zu Hause in einem kühlen Raum gelagert werden. Im Anschluss sollte das Stammende ca. 2-4 cm beschnitten werden und in einen mit Wasser gefüllten Christbaumständer gestellt werden. Dieser sollte immer wieder aufgefüllt werden, denn ein Baum benötigt zwischen 2 und 4 Liter am Tag. Haben Sie sich für einen lebenden Christbaum entschieden, sollte dieser nicht länger als 8 bis 10 Tage in einem beheizten Raum stehen.
Unter www.weihnachtsbaum.at können Sie nach Region unterteilt den Christbaum-Produzenten ganz in ihrer Nähe finden sowie weitere Informationen zu Christbaum-Arten und Pflege.

Text: Stefanie Schadler

Fotos: (c) Familie Spenger, © Weihnachtsbaum.at

 

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