Im Gespräch mit Mag. Mag. (FH) Konrad Kogler

in Leserservice

Mag. Mag. (FH) Konrad Kogler ist Generaldirektor für öffentliche Sicherheit in Österreich und stammt aus St. Lorenzen am Wechsel. Wir haben ihn zu seiner Heimat und seinem beruflichen Alltag befragt.

WLZ: Herr Mag. Mag. (FH) Kogler, was sind Ihre liebsten Kindheitserinnerungen an das Wechselland / an St. Lorenzen? Kogler: Die freien „Streifzüge“ durch die Natur und der rege Kontakt unter den St. Lorenzern. WLZ: Mit welchem Alter sind Sie von St. Lorenzen weggegangen und wie sah Ihre weitere Ausbildung aus? Kogler: Ich war 20 Jahre alt, als ich nach Wien ging, um Polizist zu werden. Nach einer polizeiinternen Ausbildung zum Leitenden Beamten begann ich zehn Jahre später berufsbegleitend zu studieren – Philosophie, Psychologie, Kommunikationswissenschaft und Recht an der Uni Wien und wirtschaftsberatende Berufe an der Fachhochschule Wiener Neustadt. WLZ: Wie sind Sie schlussendlich Generaldirektor für öffentliche Sicherheit geworden? Haben Sie dieses Amt angestrebt? Kogler: Was ich immer wollte war, zu gestalten, Verantwortung zu übernehmen und über den Tellerrand zu blicken. Dass das bis zum Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit führt, war weder Vision noch Plan. Aber es hat wohl wesentlich dazu beigetragen. WLZ: Welche Eigenschaften müssen Sie als ranghöchster Beamter der österreichischen Sicherheitsverwaltung mitbringen? Neben Fachwissen und guten Kenntnissen über die Strukturen und Abläufe in der Organisation sind es vor allem drei Eigenschaften, die mich in meiner Funktion anleiten: zu kommunizieren, zu führen und optimieren zu wollen. WLZ: Können Sie uns Einblicke in Ihren Arbeitsalltag geben: Mit welchen Fragen werden Sie regelmäßig konfrontiert? Wie haben sich die Anforderungen an Sie in den letzten Jahren verändert? Kogler: Der Großteil meiner Arbeitstage besteht aus Besprechungen. Dabei geht es vor allem darum, mich über Sachlagen informieren zu lassen, zügig Entscheidungen zu treffen und notwendige Schritte zur Umsetzung einzuleiten. Das Rad dreht sich in den letzten Jahren immer schneller. Die Digitalisierung und die Kriminalität im Cyberraum, die sicherheitsrelevanten Folgen der Migration und der Extremismus und Terrorismus haben die Notwendigkeit erhöht, rasch die richtigen Entscheidungen zu treffen und zu handeln. WLZ: Welche beruflichen Herausforderungen sehen Sie in Zukunft auf sich zukommen? Kogler: Ich glaube, dass die Cyberkriminalität eine der größten Herausforderungen der Zukunft wird. Es ist bereits jetzt möglich, Schadsoftware über Haushaltsgeräte, etwa einem Thermostat, einzuschleusen und öffentliche Versorgungseinrichtungen wie Verkehrsbetriebe oder die Wasserversorgung lahm zu legen. Und das ist noch nicht das Ende der Entwicklungen im digitalen Bereich. Auch der Extremismus und Terrorismus werden uns noch einige Zeit begleiten. Doch nachdem wir mit den Bürgerinnen und Bürgern, der Wirtschaft und der Wissenschaft gemeinsam Lösungen entwickeln, bin ich zuversichtlich, dass wir diese Herausforderungen gut meistern werden. WLZ: Sie sind seit 2016 Ehrenringträger der Gemeinde St. Lorenzen am Wechsel: Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung? Kogler: Trotzdem ich zwischenzeitlich sowohl im Burgenland als auch in Niederösterreich gelebt habe bzw. lebe, fühle ich mich noch immer als Steirer und St. Lorenzen sehr verbunden. Deshalb freue ich mich sehr darüber, durch den Ehrenring immer wieder an meine Heimat erinnert zu werden. WLZ: Wie oft sind Sie heute in Ihrer Heimat anzutreffen und was unternehmen Sie dabei? Kogler: Mein Amt und meine relativ große Familie [Anm. d. Red.: Konrad Kogler ist verheiratet und Vater von vier Kindern]  macht es leider nicht sehr oft möglich, nach St. Lorenzen zu kommen. Wenn ich aber komme, nutze ich das vor allem dafür, Zeit mit meiner Familie, meinen Freunden und insbesondere in der Natur zu verbringen. WLZ: Wie beeinflusst Ihr Aufwachsen im Wechselland bzw. in St. Lorenzen Ihr Leben in Ihrem neuen Wohnsitz in Baden? Kogler: So neu ist der gar nicht. Ich lebe nun schon fast zehn Jahre in Baden. Meine Zeit in St. Lorenzen war sicherlich entscheidend, dass ich weiterhin außerhalb der Großstadt lebe. WLZ: Vielen Dank für das Interview.

Text: Stefanie Schadler

© BM.I_GENERALDIREKTOR_® BM.I 2014

Letzte Beiträge