Nutzung fremder Fotos auf der Website

in Wirtschaft

Die Auswahl der Fotos im Internet ist riesig, ein Foto downzuloaden ganz einfach und die Verlockung es auf der eigenen Website zu verwenden groß, weil vermeintlich kostenlos. Die WKO warnt davor, akutell drohen Vertragsstrafen bis zu € 10.000,-

Fast jedes Unternehmen hat inzwischen einen Internetauftritt. Aus eigener Erfahrung weiß man wie wichtig er ist, weil eine Vorabinformation zur Kaufentscheidung beiträgt. Um die Kosten möglichst gering zu halten, wird die Website manchmal selbst erstellt. Viele Selfmade Webdesigner wissen aber nicht, dass bei Websites, die nicht dem privaten Gebrauch dienen, einige gesetzliche Richtlinien einzuhalten sind. Schlimmer als auf diese zu vergessen ist es aber, das Copy Right zu verletzen, denn das kann teuer werden. Unwissenheit schützt nicht vor Strafen. Aktuell informiert die WKO, dass eine deutsche Rechtsanwaltskanlzlei in Österreich zuerst abmahnt und dann Vertragsstrafen verhängt. Bekannt geworden sind bislang Abmahnungen der Kanzlei Denecke, Priess & Partner, wie im folgenden neutralisierten Beispiel.

Vorgehensweise
Ein Unternehmen verwendet ohne Zustimmung ein Bild aus dem Internet und erhält daraufhin von der Kanzlei eine kostenpflichtige Abmahnung mit der Aufforderung, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben. Diese ist für den Fall, dass die Unterlassungserklärung nicht eingehalten wird strafbewehrt, entweder mit einer „angemessenen Vertragsstrafe“ oder mit konkreten durchaus hohen Vertragsstrafen (€ 10.000,-). Da die Urheberrechtsverletzung meist wirklich vorliegt, gibt das Unternehmen die Unterlassungserklärung mit Vertragsstrafe ab, überweist die geforderten Kosten und erhält oft sogar die Rückmeldung, dass nun alles erledigt sei.

Damit ist es aber nicht getan
Der deutsche Rechteinhaber des Fotos bzw. sein Anwalt speichert sich als Beweis die URL des Fotos. Wenn nun das Unternehmen seine Website überarbeitet und das Foto nur sichtbar löscht, aber die URL unsichtbar bestehen lässt, kann jeder, der sich die URL zuvor abgespeichert hat, das Bild nach wie vor aufrufen, obwohl auf der Website unsichtbar bzw. über die Website nicht mehr zugänglich. Auch über Suchmaschinen wie Google kann das Bild noch gefunden werden! Unter Berufung auf deutsche Rechtsprechung meldet sich nun der Anwalt wieder, weil zumindest ein User – zu Beweiszwecken er selbst oder sein Mandant – die URL gespeichert hat und damit das Bild noch öffentlich zugänglich ist. Damit ist jetzt nicht mehr nur das Abmahnhonorar, sondern die angekündigte Vertragsstrafe fällig. Achtung! Das Foto muss vollständig
aus der Website entfernt werden. Die bloße Beseitigung des Links reicht nicht, sonst wäre das Foto zwar nur schwer, aber dennoch abrufbar. Es könnte mittels Bildersuche einer Suchmaschine oder bei Kenntnis des Pfads zum Foto immer noch gefunden und abgerufen werden. Es muss daher jedenfalls auch die URL des Bildes gelöscht  werden, da sonst jeder, der die URL bei sich abgespeichert hat, noch auf das Bild zugreifen kann.

Fotos und Urheberrecht
Die Rechte des Urhebers entstehen automatisch mit der Schaffung des Werkes. Es bedarf keiner Registrierung oder eines Copyrightvermerks „©“. Davon zu unterscheiden sind Ansprüche wegen Personen und Sachen, die auf einem Foto abgebildet sind. Berechtigte Interessen von Abgebildeten dürfen nicht verletzt werden, das wäre ein Fotos ohne Zustimmung der abgebildeten Person zu veröffentlichen. Dies nennt man das „Recht am eigenen Bild“. Wie reagieren? Lesen Sie die Vorwürfe und die Unterlassungserklärung genau durch. Nicht immer trifft alles zu was behauptet wird und nicht immer ist die Unterlassungserklärung korrekt formuliert. Wenn die Vorwürfe zutreffen, gibts nur eines, Lehrgeld zahlen und die Website für die Zukunft wasserdicht machen. Infos finden Sie unter E-commerce und Internetrecht auf www.wko.at

Text: Bettina Schopfhauser

 

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