Älter werden … Hilfe annehmen

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Menschen im Seniorenhaus besuchen, mit Essen beliefern oder Fahrten mit ihnen unternehmen – viele Menschen im Wechselland helfen in ihrer Freizeit anderen Menschen. 

Fahrer bei Essen auf Rädern
Vinzenz Klampfl ist 69 Jahre alt und seit 7 Jahren Fahrer bei Essen auf Rädern in der Gemeinde Rohrbach an der Lafnitz. Als einer von insgesamt 7 Fahrern ist er in ein Rad eingepflegt, sodass er alle 12 Wochen für die Tour verantwortlich ist. Dabei bringt er 14 Tage lang an jedem Tag in der Woche den älteren Menschen, die selbst nicht mehr dazu in der Lage sind zu kochen, ihr Essen. Der Zeitaufwand beträgt in etwa 3 Stunden täglich und beinhaltet die Abholung der Speisen in den regionalen Gasthäusern sowie die Anfahrt zu den älteren Menschen. Durchschnittlich 17 Personen sind bei Essen auf Rädern angemeldet.
Danach gibt es eine kleine Pause, bevor die Schulen in Rohrbach und Lafnitz angefahren werden, die ebenfalls mit Essen beliefert werden. An einem Tag fährt ein Fahrer 45 km.
Warum er Fahrer bei Essen auf Rädern ist? „Ich bin in Pension und dachte, ich kann damit älteren Menschen und mittlerweile auch Schulkindern etwas Gutes tun. Es geht mir dabei nicht um die Beschäftigung, denn ich hätte genug zu tun, aber ich teile mir die 3 Stunden ein, und diese Zeit wende ich gerne dafür auf“.
Besuchsdienst im Seniorenhaus
Eine Tätigkeit, die großteils von Pensionisten übernommen wird, ist jener des so genannten Besuchsdienstes, wie er etwa im Seniorenwohnhaus Menda in Hartberg angeboten wird. Hierfür melden sich ehrenamtlich Personen, die einem Bewohner zugeteilt werden und sich mit diesem beschäftigen. Eine dieser ehrenamtlich tätigen Personen ist Berta Reithofer aus St. Lorenzen am Wechsel. Sie selbst hat 17 Jahre lange im Seniorenwohnhaus Menda gearbeitet und nach ihrer Pension im Herbst 2017 beschlossen, sich weiterhin ehrenamtlich dem Dienst an den älteren Personen zu widmen. So wurde ihr ein Herr zugeteilt, den sie je nach ihren Möglichkeiten besucht und betreut. Das kann ein Treffen einmal in der Woche sein oder seltener, wenn etwa im Winter starker Schneefall das verhindert. Nach telefonischer Ankündigung besucht sie den Herren und unternimmt je nach Wetterlage etwas mit ihm wie Spaziergänge, Einkäufe, Karten spielen, Kreuzworträtsel lösen oder Kaffee trinken. Besonders erfüllend ist für sie seine Freude an den ein bis zwei-stündigen Treffen: „Als jemand, der ansonsten keine nahen Verwandten hat und kaum Besuch bekommt, genießt er die Unterhaltungen und die Zeit, die ich für ihn da bin – und das sagt er mir auch“.
Hilfe bei Behinderung
Hans-Karl Hold aus Dechantskirchen ist blind und lebt alleinstehend in einer geräumigen Wohnung. Seinen Alltag verbringt er gesellig, etwa beim Kaffeetrinken mit Freunden in der nahe gelegenen Bäckerei. Für diverse Arztbesuche, Behördengänge oder Einkäufe war er jedoch bis vor kurzem immer auf seine Verwandten angewiesen.
Um weiterhin ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben führen zu können, erfuhr er vom Blindenverein von einer so genannten persönlichen Assistenz. Diese wird mit einer bestimmten Anzahl an Wochenstunden vom Land Steiermark finanziert. Seit etwa einem halben Jahr beschäftigt Hans-Karl daher zwei Damen aus der Umgebung für diese Zwecke geringfügig. Es handelt sich dabei um Hausfrauen, die sich durch diese Tätigkeit etwas dazu verdienen.
Einerseits kommen sie zu fixen Arbeitszeiten zu ihm, andererseits unterstützen sie ihn spontan, etwa bei Terminen beim Facharzt. „Ein Anruf genügt“, ist Hans-Karl dankbar. Er ist froh, dass er von dieser Unterstützung erfahren hat. Dadurch habe sich sein Leben sehr positiv verändert, er ist mobiler und tut sich generell leichter. „Es ist eine großzügige Sache des Landes Steiermark“, so Hans-Karl und hofft, eventuell auch anderen behinderten Menschen mit dieser Information weiterzuhelfen, da diese finanzielle Unterstützung kaum bekannt ist und auch er lange nichts davon wusste.
Stefanie Schadler

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