Älter werden … Stürzen vorbeugen

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Um Stürze, die vor allem im hohen Alter vermehrt vorkommen, zu vermeiden, ist es sinnvoll, das Wohnumfeld anzupassen aber auch Maßnahmen für die eigene Gesundheit zu setzen.

Folgen und Prävention
Jede dritte Person über 65 Jahren stürzt einmal im Jahr. Die Verletzungen dabei  sind nicht unerheblich, rund die Hälfte davon sind Knochenbrüche. Für Betroffene kann die Folge Bettlägerigkeit und körperliche Inaktivität mit Kräfteverlust bedeuten. Auch können körperliche Einschränkungen die Folge sein, was einen Verlust der Lebensqualität bis hin zur Einweisung in eine Pflegeeinrichtung bedeuten kann. Unsicherheiten im Gang sollten daher ernst genommen und das Wohnumfeld individuell an das Bedürfnis alter Menschen angepasst werden. 

Bereits kleine Veränderungen können helfen, indem man zum Beispiel Stolperfallen entfernt: Das können umherliegende Kabel, ein Teppich oder schlecht erkennbare Stufen sein, aber auch zu lange Kleidung oder schlecht sitzendes und offenes Schuhwerk, das zu Gehunsicherheiten führt. Ebenso begünstigen schlechte Lichtverhältnisse Stürze sowie nasse oder glatte Fußböden. Auch die jeweilige Vorgeschichte sowie die Angst vor Stürzen generell kann das Sturzrisiko erhöhen. 

Um mehr Sicherheit zu erhalten ist es hilfreich, gemeinsam mit einem Arzt bzw. Physiotherapeuten die Option eines Gehtrainings zu erwägen bzw. verschiedene Balance- und Kraftübungen zu erarbeiten. Die Einnahme von Vitamin D3 hilft außerdem, die Muskelkraft zu verbessern, ebenso sollten z.B. Bluthochdruck und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems behandelt werden. Auch die Ernährung und Flüssigkeitszufuhr spielen eine entscheidende Rolle: Eine Mangelernährung reduziert die Muskelkraft und ein Flüssigkeitsdefizit beeinträchtigt den Gleichgewichtssinn.

Bauliche Maßnahmen
Verschiedene bauliche Maßnahmen können das Sturzrisiko maßgeblich minimieren. Hierbei sollte dem Bad besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, da hier am meisten häusliche Unfälle passieren: Man rutscht auf glatten, feuchten Fliesen aus oder verliert beim Ein- und Aussteigen aus der hohen Badewanne den Halt. Wer gerade beim Hausbau ist, sollte für das Badezimmer ausreichend Platz einplanen. So hat man für einen etwaigen späteren Umbau vorgesorgt und könnte das Badezimmer im Bedarfsfall auch mit Rollstuhl oder Gehhilfen problemlos nutzen. Auch rutschhemmende Materialien in und vor der Dusche sind oft die besseren Alternativen zu Fliesen – sicherlich nicht nur im hohen Alter.
Haltegriffe verschaffen einen sicheren Stand und helfen beim Aufstehen. Sie sind vor allem in der Dusche, bei der Badewanne und neben der Toilette sinnvoll. Die Höhe der Haltegriffe wird dabei auf die individuelle Größe der Bewohner angepasst. Zudem gibt es Badewannenlifter, einen Duschsitz oder eine Toilettensitzerhöhung.

Wenn Kinder oder ältere Personen mit Sehschwäche das Badezimmer nutzen, ist eine Bad-Armatur mit Temperaturbegrenzung sinnvoll. Mit dem integrierten Verbrühschutz steigt die Temperatur nicht über 38°C an. 
Auch eine helle Beleuchtung mit mehreren Lichtquellen sorgt für eine bessere Sicht und Orientierung. Spiegelflächen und eine helle Wandfarbe lassen einen Raum nicht nur größer wirken, sondern sorgen auch für mehr Sicherheit. ❏    
Stefanie Schadler

Zum Bild: Gezielte Übungen für das Gleichgewicht und zum Erhalt der Muskulatur können Stürze vorbeugen
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