Älter werden was nun? Veränderungen akzeptieren

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Ein neuer Lebensabschnitt bedeutet immer auch Veränderung – diese zu akzeptieren und sich vorzubereiten hilft dabei, sich wohl zu fühlen und dem Thema aktiv zu begegnen.

War der Beruf ein wichtiger Bestandteil im Alltag, wird auch gerne von einem „Pensionsschock“ gesprochen: Jene Tätigkeit, mit der man sich identifiziert hat ist plötzlich nicht mehr da und hinterlässt ein großes Loch. Wir haben mit Psychotherapeutin Karina Suske, Bachelor der Psychotherapiewissenschaft, über das Älterwerden gesprochen und über vorbeugende Maßnahmen, die den Übergang erleichtern. Sie bietet Ihre Dienste in Aspang und Wien an.

Auf Veränderungen vorbereitet sein

Seine Interessen möglichst breit aufstellen und sinnerfüllende Tätigkeiten ausüben erleichtert einerseits einen fließenden Übergang in die Pension. Das kann eine sportliche Betätigung sein, die Mitgliedschaft in einem Verein oder regelmäßiger Kontakt mit Freunden und Verwandten. Diese generellen Maßnahmen für das Wohlbefinden eines Menschen sind gerade beim Pensionsantritt bedeutend.

Denn die Umstellung bringt auf unterschiedliche Weise Veränderungen mit sich. So verweist Suske einerseits auf die Beziehung: Wenn man es gewohnt war, den Partner nur abends oder am Wochenende zu sehen und plötzlich den ganzen Tag mit ihm verbringt, kann das eine Chance sein, die Beziehung zueinander neu zu entdecken. Es kann aber auch eine Herausforderung sein. Hier ist es wichtig, ein Gleichgewicht zu finden zwischen dem, was man selbst braucht und einem gut tut und dem, was beiden Partnern wichtig ist.

Alter äußert sich unterschiedlich

Auch körperlich bedeutet das Altern eine Umstellung, was Frauen durch die Wechseljahre noch stärker wahrnehmen. Der Körper verändert sich und man setzt sich verstärkt mit sich selbst auseinander. Auch der veränderte Wortschatz kann eine Herausforderung sein: Das verwendete Vokabular „altersbedingt“ bei einer ärztlichen Diagnose zeigt dem Patienten sein Alter auf, selbst wenn er sich selbst jung fühlt. 

Uns allen ist bewusst, dass wir eines Tages sterben werden, dennoch verdrängen wir dieses Thema gerne. Erst, wenn wir damit konfrontiert werden – etwa durch eine Krankheit oder jemand in unserem Umfeld stirbt – müssen wir uns damit auseinandersetzen. Diese Existenzangst kann sich auf unterschiedliche Weise äußern: Depressionen können entstehen oder verschiedene Ängste, etwa die Angst vor dem Alleinsein. Oder man leidet unter einer generellen Angst, kann diese aber nicht zuordnen. Oft werden Existenzängste durch andere Ängste verdeckt: So weiß Suske von Fällen, in denen Menschen ohne Grund eine panische Angst vor Wespenstichen entwickeln. Hinter einem Wespenstich kristallisiert sich im Gespräch schließlich die Angst vor dem Sterben heraus.

Ursache von Panikattacken

Es gehört zu einem Schutzmechanismus unseres Körpers, Gefühle – vor allem unangenehme – zu unterdrücken. Passiert das allerdings zu lange, stauen sich diese auf und es kann zu einer Panikattacke kommen. „Gefühle wollen wahrgenommen werden“, so Suske, „sie zu unterdrücken ist daher nicht gesund“. Die Panikattacke kann sich auf unterschiedliche Art zeigen und muss daher immer mit einem Arzt abgeklärt werden. Erst wenn dieser feststellt, dass keine Krankheit vorliegt, kann beispielsweise eine Psychotherapie dabei helfen, Gefühlen ein Ventil zu geben und das Entstehen eines Krankheitsbildes verhindern.

Generell empfiehlt Suske auch den Angehörigen, die Betroffenen anzusprechen, wenn es zu einer Veränderung im Verhalten oder dem Gemüt kommt. Auch das Sprechen mit Personen in einer ähnlichen Lebenslage mit ähnlichen Themen oder in einer Selbsthilfegruppe könne beim Älter werden nur dienlich sein.

Psychische Probleme führen oft zu unruhigem Schlaf und zum Probleme wälzen. Hier kann der Kauf eines neuen Bettes hilfreich sein: Matratzen werden alt und mit der Zeit ist es einem nicht mehr bewusst, wie gut man eigentlich schlafen kann. Die richtige Beratung inklusive Probeliegen kann dabei helfen, wieder besser durchzuschlafen, was auch der psychischen Gesundheit hilft. ❏      

Stefanie Schadler

Foto © Freepik

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