Auf einem Rad über Stock und Stein

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Vater und Sohn aus Kirchberg am Wechsel sind erfolgreich auf dem Einrad unterwegs und erstaunen als „The Steampunk Jugglers“ das Publikum mit ihrem akrobatischen Können.

Über Stock und Stein

Angespornt von seinem Sohn Luki, der mit fünf Jahren zu Ostern ein Einrad geschenkt bekommen hatte, hat sich auch
Leopold Treitler aus Kirchberg am Wechsel dazu entschlossen, mit 38 Jahren dieses Sportgerät zu erlernen. Eine Sportart, für die es laut Treitler nie zu spät ist. Beide waren auf Anhieb begeistert und haben fleißig geübt, bis sie auf einer ebenen Fläche frei fahren konnten. „Einradfahren hat absoluten Suchtfaktor“, so Treitler. Irgendwann begnügt man sich nicht mehr mit einer ebenen Strecke. Mittlerweile können sie auf den verschiedensten Untergründen fahren, bergauf und bergab, über Wurzeln und auch Sprünge sind dabei. Sie messen sich sogar mit Mountainbikern, etwa auf den Wexl Trails in St. Corona am Wechsel. „Es gibt nichts, was man nicht fahren kann“, so Treitler.

Es folgten erste Rennen wie der Riegersburglauf in der Steiermark oder die Salzkammergut Trophy. Dabei gibt es auch verschiedenste Disziplinen wie Uphillrennen, Downhillfahrten, Einradhockey oder Einradtrial. Auch bei der Weltmeisterschaft in Spanien haben sie unter rund 2.500 Startern teilgenommen und waren sehr erfolgreich. Generell haben beide bereits zahlreiche Erfolge erzielt. So holte sich Luki – mittlerweile 13 Jahre alt – den österreichischen Meistertitel im Einradtrial, Einraddownhill und Einradhockey. Aufgrund seiner zahlreichen Erfolge wurde ihm sogar das silberne Sportehrenzeichen des Landes Burgenland verliehen. 

Schnell erlernt

Leopold Treitler und sein Sohn sind nach einer Woche bereits einige Meter frei gefahren. Gerade am Anfang sei es wichtig, am Ball zu bleiben und regelmäßig zu üben, so Treitler. Dabei genügen bereits 15 Minuten täglich. Zu Beginn hält man sich an einem Zaun fest, irgendwann kann man dann frei fahren. Auch den freien Aufstieg muss man üben bzw. den Aufstieg in jeder Situation, etwa bergauf und bergab. Später kommen dann verschiedenste Skills dazu wie rückwärtsfahren, einbeinig fahren, „wheel walk“ – bei dem das Rad über den Reifen angetrieben wird –, über Hindernisse springen oder freies Fahren im Bike Park. 

Mittlerweile hat sich im Hause Treitler ein Fuhrpark von gut 20 Einrädern angesammelt, da es für jede Strecke und für jeden Einsatz ein spezielles Rad gibt, etwa ein Trialeinrad, ein Hocheinrad oder auch ein Schalteinrad, bei dem mit der Ferse geschalten wird. Mit diesem Rad erreicht Treitler eine Maximalgeschwindigkeit von bis zu 35 km/h. Natürlich ist eine solche Geschwindigkeit extrem gefährlich. Bei seinen bislang zwei Stürzen habe er extremes Glück gehabt. 

Das ideale Einrad für Anfänger hat 20 Zoll. Wer dranbleibt und das Einradfahren erlernt, profitiert von einer tollen Kondition und einer kräftigen Körpermitte. Außerdem werden, um die Balance halten zu können, beide Gehirnhälften trainiert.

Akrobatik auf dem Einrad

Da beide das Zirkusgenre lieben, haben sie angefangen, eine kleine Trial- und Jonglageshow einzustudieren. Das ist bei den Zuschauern sehr gut angekommen, sodass sie ihre Show mittlerweile ausgeweitet und verbessert haben. Mit eigenem Outfit werden sie unter dem Namen „The Steampunk Jugglers“ für verschiedenste Veranstaltungen und Anlässe gebucht. Ihre akrobatischen Künste sind vielseitig und beeindruckend: Neben Jonglage und Akrobatik begeistert auch ihre Jonlage auf dem Hocheinrad, Partnerjonglage, Ball Spinning – hier wird ein Basketball auf dem Finger gedreht –, Jonglieren mit Keulen u. v. m.

Diesen Sommer wollten die beiden zur Weltmeisterschaft nach Grenoble in Frankreich fahren. Diese wurde jedoch leider auf das nächste Jahr verschoben, wo sie sicher am Start sein werden. ❏      
Stefanie Schadler

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