Beständigkeit in der Veränderung – Rasthaus Lang in Mönichkirchen

in Wirtschaft

Die Wechselbundesstraße gab vor 60 Jahren den Startschuss, die Autobahn und weitere Zeichen der Zeit sorgten für eine laufend neue Ausrichtung.

Startschuss auf der Passhöhe

Das Rasthaus Lang in Mönichkirchen feierte im Juni 2021 sein 60-jähriges Bestehen. 60 Jahre bedeuten auch zahlreiche Reaktionen auf sich verändernde Rahmenbedingungen. Selbst der Beginn des Rasthauses ist auf eine Veränderung zurückzuführen, nämlich auf die Umfahrung der Ortschaft Mönichkirchen. Der Stammbetrieb im Ort beschloss aufgrund dessen, an genau dieser Umfahrungsstraße, der Wechselbundesstraße, eine Rast- und Labestation zu errichten. Man erkannte das Potenzial des genau zwischen Wien und Graz liegenden Standortes auf der Passhöhe.

Die Einweihung erfolgte zur Markterhebung Mönichkirchens am 20. Juni 1961. Der Bau ist – dem Höhenluftkurort angelehnt – einer Liegehalle nachempfunden. Zudem nahm man die Erfahrung aus dem Hotel mit und integrierte eine offene Küche im Lokal. 

Ideal für Nachtschwärmer und früh zur Arbeit Fahrende; hatte die „Brettlbar“ 24 Stunden geöffnet, inklusive Jausen-, Spiel- und Getränkeautomaten. Der Name ist eine Kombination aus einer Bar, die suggerieren soll, dass es schnell geht. Die Brettln stehen für das traditionelle Skifahren am Wechsel.

Veränderung als Chance

30 Jahre lang erfreute man sich gut gehender Geschäfte mit sehr vielen prominenten Gästen. Die steirische Landesregierung, Wirtschaftstreibende, Politiker und Vertreter der Kirche fuhren nach Wien und wieder zurück. Man traf sich auf der Mitte des Weges im Rasthaus Lang. 

Als die Autobahn über den Wechsel im November 1985 eröffnet wurde, ging der Besucherstrom von einem Tag auf den anderen um 90 % zurück. „Zum Entsetzen meiner Eltern. Andererseits hat unser Leben dadurch eine andere Qualität bekommen“, so Margit Fuchs-Lang, die den Betrieb im Jänner 1984 mit 28 Jahren übernommen hatte und in 4. Generation führt. Für sie war die Autobahn ein Neubeginn: keine Enttäuschung, sondern eine Chance. Zudem blieb dadurch mehr  Zeit, sich der Gastfreundschaft zu widmen.

Langsam entwickelte sich das Rasthaus zum zweiten Wohnzimmer der Zweitwohnbesitzer, die hier gemeinsam gegessen und sich ausgetauscht haben. Aktuell verändert sich abermals das Verhalten der Gäste: Nach einem Generationenwechsel neigen die Zweitwohnbesitzer nun dazu, nach einer stressigen Arbeitswoche zu Hause unter sich zu bleiben. 

Viele treue Stammgäste und die Lage in der Tourismusregion sorgen für einen regen Besucherstrom und neben der Mittagsküche werden im Rasthaus Lang auch diverse private Feiern abgehalten. Außerdem organisiert Fuchs-Lang sehr gerne Lesungen. ❏         

Stefanie Schadler


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