Bestattungsarten: In der Erde und aus der Luft

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Längst sind die traditionellen Bestattungsarten nicht mehr erste Wahl – durch die Kremation haben sich die Möglichkeiten der Naturbestattung erweitert.

Vielfalt durch Kremation
Zählte früher die Beisetzung des Verstorbenen in einem Sarg auf einem Friedhof insbesondere im christlichen Kulturkreis zur Bestattungsart erster Wahl, hat in den letzten Jahrzehnten die Feuerbestattung oder Kremation stark an Bedeutung gewonnen.
Hierbei wird der Leichnam in einem Krematorium mitsamt einem Holzsarg verbrannt. Die Asche wird danach in eine Aschekapsel aus Aluminium gefüllt und verschlossen, die wiederum in eine Überurne  eingesetzt wird. Diese Überurnen sind mittlerweile sehr individuell in unterschiedlichen Farben, Materialien wie Holz, Keramik oder Marmor und Formen erhältlich.
Auch kann die Urne zu Hause aufbewahrt werden. Das ist in ganz Österreich grundsätzlich möglich, die Bestimmungen sind je nach Bundesland unterschiedlich. Eine Einzelgenehmigung der zuständigen Gemeinde ist dagegen immer erforderlich.
Mit der Kremation gehen moderne und vor allem individuelle Bestattungsarten einher. Fast jede Leidenschaft eines Verstorbenen zu Lebzeiten findet sich in einer Bestattungsart wieder: So kann die Asche am Berg unter  der Grasnarbe der Almwiese beigesetzt oder eingestreut werden. Auf See kann die Asche ausgestreut werden oder in einer speziellen Urne auf Blüten gebettet dem Meer übergeben werden. Oder von einem Flugzeug aus: Hier wird die Asche in ein aerodynamisches Gefäß gefüllt und beispielsweise über einem schönen Waldstück verstreut.
In einem Waldfriedhof bestattet, wird die biologisch abbaubare Urne an den Wurzeln eines Baumes vergraben. Diese Aschenkapsel löst sich mit der Zeit auf und man wird Teil dieses Baumes – als Symbol für das Fortbestehen des Lebens. Ebenfalls ist es in Österreich möglich, die Asche der Verstorbenen auf einer Streuwiese zu verstreuen. Bei all diesen Bestattungen entfallen naturgemäß die Grabpflege-und Friedhofsgebühren.

Verewigt als Diamant
Eine sehr außergewöhnliche Möglichkeit ist es, die Asche des Verstorbenen in einen personalisierten, synthetischen Edelstein umzuwandeln. Dieses Erinnerungsstück kann in verschiedenen Design-Varianten gefertigt, den Charakter und das Leben des Verstorbenen widerspiegeln. Als Schmuckstück getragen oder in einer Schatulle aufbewahrt, kann es von Generation zu Generation weitergegeben werden. Auch Event-Bestattungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, bei denen der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. So kann die Urne eines verstorbenen Fans von SK Rapid Wien beispielsweise im Allianz-Stadion verabschiedet werden.
Ein besonders tragisches Erlebnis ist es hingegen, wenn Kinder und Jugendliche versterben. Die Basis für einen guten Umgang mit der Trauer kann dabei bereits mit der Verabschiedung gelegt werden. Aktives Mitgestalten der Hinterbliebenen ist dabei besonders wichtig: Die aufgestellte Urne kann mit dem Lieblingsspielzeug, bunten Luftballonen oder Abschiedsbriefen von Schulfreunden geschmückt werden. Nicht selten findet danach eine Kinderparty statt.
So schwierig der Besuch einer Beerdigung auch sein kann, ist sie doch ein wichtiger Bestandteil der Trauerverarbeitung. Ist die Verabschiedung nach den Wünschen des Verstorbenen ausgerichtet, ist das ebenfalls eine schöne Erinnerung an dessen Persönlichkeit.

Text: Stefanie Schadler

Foto© pixabay

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