Bunte Winterblüher

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Um den Winter einzufärben lohnt es sich, so genannte Winterblüher in den Garten zu pflanzen. Ihre Blüten und der angenehme Duft können im Hausinneren einen Hauch von Frühling versprühen.

Hamamelis oder Zaubernuss

Dieser bis zu 5 m hohe Strauch mit haselnussähnlichen Blättern ist besonders im Spätherbst bzw. frühen Winter interessant. Die Hamamelis gehört nämlich zu den wenigen im Winter blühenden Arten und öffnet je nach Art und Sorte ihre gelben, orangen oder roten Blüten erst zwischen Dezember und Februar, was einen angenehmen Farbtupfer in den Winter zaubert. Die Blüten sind ungewöhnlich, da sie wie Streifen aus dem Blütenzentrum wachsen. Der Name Zaubernuss entstand vermutlich aufgrund der Knackgeräusche, die beim Aufspringen der reifen Fruchtkapseln im Herbst zu hören sind.

Ursprünglich im Osten Nordamerikas zu Hause, wird der Strauch seit dem 18. Jahrhundert auch in unseren Gärten angepflanzt. Die Hamamelis bevorzugt einen sonnigen oder halbschattigen Standort und leichten, sandigen Boden. Die Anzucht aus Samen ist recht schwierig und kann über ein Jahr lang dauern. Besser man kauft eine fertige kleine Hamamelis-Pflanze. Sie ist sehr kälteresistent und trotzt Temperaturen bis zu -35°C. Es handelt sich um einen langsam wachsenden Strauch, der außerdem 6 Jahre benötigt, bis er zum ersten Mal Blüten trägt. Die Hamamelis findet ihren Einsatz auch als Wetterfrosch, wie bereits in unserer Dezember Ausgabe 2018 beschrieben. 

Neben der erfrischenden Optik während der grauen Wintermonate finden auch ihre Bestandteile bzw. inneren Werte ihre Anwendung. Besonders die Rinde und Blätter der Hamamelis wirken stark zusammenziehend und entzündungshemmend und werden daher gerne zur Wundheilung eingesetzt. Ihre Wirkstoffe sind auch in zahlreichen Cremes und Salben enthalten. Man findet sie etwa in After-Sun-Produkten oder in Produkten gegen unreine Haut, für Mischhaut sowie in Deodorants. Auch bei fettigem Haar unterstützt sie in Shampoos beigemengt das Gleichgewicht.

Scheinbeere

Immergrün und winterhart geht auch die Scheinbeere mit den Jahreszeiten und zaubert das ganze Jahr über ein abwechslungsreiches Bild in den Garten. Die ovalen, kleinen Blätter sind die meiste Zeit des Jahres grün und verfärben sich erst im Herbst von tiefrot bis violett. Im Juli und August entwickeln sich weiße oder hellrosafarbige, glockenförmigen Blüten. Im Herbst schließlich bilden sich aus den Blüten die charakteristischen roten Beeren, die die Pflanze bis zum nächsten Frühjahr trägt. Ein kräftiger Farbtupfer im ansonsten grauen Winter und vor allem bei einer Schneedecke ein besonderer Blickfang. 

Sie ist als Bodendecker im Garten sehr beliebt und kann zusammen mit Heidelbeeren und Brombeeren gepflanzt werden, da diese Pflanzen den selben Boden bevorzugen. Auch als Grabbepflanzung sieht man sie öfters, da sie relativ anspruchslos ist. Wer die Scheinbeere dagegen in Kübeln und Töpfen pflanzt, kann diese nicht nur auf der Terrasse belassen. Besonders zur Adventszeit sorgt sie im Hausinneren für eine weihnachtliche Atmosphäre und wird gerne zum Schmücken verwendet.

Wie der Name schon sagt handelt es sich bei der Scheinbeere nur zum Schein um Beeren. Vielmehr sind in dem scheinbar roten Fruchtfleisch giftige Samen enthalten, die bei Verzehr Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen sowie Krämpfe hervorrufen. Sie sollte daher nicht in der Nähe von Kindern und Tieren angesiedelt werden. Für einige Vögel, Mäuse und auch Gänse sind diese Beeren dagegen willkommene Leckerbissen.

Aus den Blättern der wildwachsenden Scheinbeere wird ein Öl gewonnen, das in der alternativen Heilkunde gegen Rheuma eingesetzt wird. Zerreibt man die Blätter zwischen den Fingern, verbreiten sie einen angenehmen Kräuterduft.

Dekorativ und Duftend

Keine besondere Wirkung auf die Gesundheit, aber eine Wohltat für den Seh- und Geruchssinn geht im Winter zum Beispiel von Christrose, Duftschneeball und Rhododendren aus.

Die Christrose bezaubert mit ihren großen, weißen Blüten in der Hauptblütezeit zwischen Dezember und März. Sie bevorzugt einen hellen, leicht sonnigen bis halbschattigen Platz. Als Dekoration im Haus schneidet man die Blüten am besten kurz vorm Öffnen ab und ritzt die Stiele unten seitlich ein. In ein frisches Wasser getaucht und die Vase an einem nicht zu warmen Standort gestellt, kann man sich lange an ihrem Anblick erfreuen.

Im Sommer ein grüner Strauch, beginnt der Duftschneeball je nach Witterung und Standort bereits im November zu blühen. Die kugelförmigen Blüten haben anfangs ein kräftiges Rosa, das mit der Blütezeit immer heller wird und in ein hellrosa übergeht, teilweise sogar in ein weiß. Der bis zu 3,5 m hohe Strauch ist nicht nur etwas fürs Auge, sondern auch für die Nase, da er einen angenehm intensiven Duft im Garten verbreitet. In Kombination passt die Pflanze sehr gut zu Rhododendren und Flieder, da diese etwa zur gleichen Zeit blühen.

Gerade Rhododendren sind mit über 1000 Arten eine große Gattung und vor allem aufgrund ihrer Farbenpracht sehr beliebt. Die immergrünen Sträucher blühen teilweise von Jänner bis August, die meisten Arten allerdings im April und Mai. Als blühende Garten-Hecke eingesetzt oder als Unterpflanzung zu hohen Bäumen und Sträuchern verleiht sie einem Garten eine zusätzliche Struktur und übergibt ihre Farbenpracht ab den warmen Temperaturen an die Sommerblüher. ❏         

Stefanie Schadler

Foto © Paul Schopfhauser

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