Das Gute ins Haus lassen

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Herrscht im Haus schlechte Stimmung, fühlt man sich unwohl oder ohne Energie, ist es vielleicht an der Zeit, das Eigenheim zu räuchern und mit positiven Gedanken zu füllen. Dazu braucht es lediglich wenige Utensilien und die richtige Einstellung.

Schlechtes vertreiben

„Beim Räuchern kann man nichts falsch machen“, beruhigt Kathrin Pichler bereits zu Beginn des Gesprächs. In ihrer Heilkräuterstube in Mönichkirchen nimmt auch das Thema Räuchern einen entsprechenden Platz ein. Dabei geht es darum, böse Geister von Haus und Hof fernzuhalten, Glück und Wohlstand anzuziehen, um Desinfektion und energetische Raumreinigung. Das Räuchern zählt zu den ältesten Formen der Aromatherapie. 

Benötigt wird zum Räuchern ein Gefäß aus Ton; solche aus Porzellan und Glas sind aus Sicherheitsgründen weniger geeignet, da sich die Kohle auf ca. 250 Grad erhitzt und diese Materialien zerspringen könnten. Es gibt auch Räucherpfannen, doch Frau Pichlers Favorit ist die Schwenkschale, da sie gut in der Hand liege und sich der Rauch damit gut verteilen lasse. In die Schale wird Sand gegeben, der die Hitze puffert. Quarzsand, Spielkistensand oder auch kleiner Kiesel ist dazu gut geeignet. Die benötigte Räucherkohle hat eine Einbuchtung in der Mitte, in die der Räucherstoff kommt. Der Räucherstoff besteht aus Kräutern oder Harzen, wobei laut Pichler beides am besten gemischt wird, da Harze einen wunderbaren Duft haben. Heute bekommt man Harze aus der ganzen Welt; neben Fichte und Lärche, die man bei uns für den eigenen Gebrauch selber sammeln kann, ist vor allem der exotische Weihrauch sehr beliebt.

Für die idealen Räucherstoffe lässt man sich am besten in einem Fachgeschäft beraten. Hier wird im Gespräch eruiert, was gebraucht wird, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. 

Weiters ist Kerzenlicht wichtig, denn das Element Feuer wandelt um. Am besten wird eine weiße Kerze in die Mitte des Gebäudes oder des Stockwerkes gestellt, pro Stockwerk sollte mindestens eine Kerze aufgestellt werden. 

Wird die Räucherkohle angezündet, stellt man sie erst einmal aufrecht hin und wartet, bis sie ganz durchgebrannt ist. Dann wird sie umgekippt und wieder gewartet, bis sie grau ist. Erst jetzt hat sie die richtige Hitze, die den Räucherstoff am besten zum Verglühen bringt. 

Räume mit Gedanken füllen

Beim Räuchern ist nicht der Kräuterstoff das Wichtigste, sondern die Einstellung, mit der man durch die Räume gehe. Man beginnt bei der Eingangstür – denn hier tritt alles ein und geht alles hinaus –, stellt sich davor und äußert gedanklich das Vorhaben, das Haus zu reinigen. Damit wendet man sich an die Energien, die uns umfließen, die geistige Welt und an all das, was wir nicht sehen. Mit der Kraft der Gedanken könne man so einiges bewegen, ist Pichler überzeugt. 

Grundsätzlich geht man von rechts nach links; – das wirkt nach traditioneller Auffassung abbauend und vertreibt die negative Energie. Jeder Raum wird daher der Wand entlang gegen den Uhrzeigersinn abgegangen, abschließend geht man in die Mitte des Raumes und danach in den nächsten Raum, bis man alle Räume durchhat. Erst danach öffnet Pichler die Fenster, doch kann man die Fenster auch sofort aufmachen, wenn einem der Rauchgeruch nicht guttut. Oder man nimmt weniger Räucherstoff oder bewegt sich schneller durch die Räume – je nach den eigenen Vorlieben. Man kann auch alle Kästen und Läden aufmachen und den Rauch hineinkriechen lassen. Alles ist möglich, man sollte sich laut Pichler vom Gefühl leiten lassen.

Optional kann eine zweite Komponente angehängt werden: Dabei geht man mit einem harmonisierenden Räucherstoff im Uhrzeigersinn durch die durchlüfteten Zimmer und schickt dabei Gedanken wie Liebe, Licht und Energie hinein, im Wohnzimmer können es Kreativität und gute Laune sein, im Schlafzimmer Regeneration, Ruhe und Ausgleich. Der Räucherstoff hilft und manifestiert. 

Als dritte Komponente kann man am Ende noch mit einem Raumspray durch die Räume gehen. Das bringe einen weiteren Schub an Sauberkeit, aber auch bevorzugte ätherische Öle in die Räume. Dazu stellt sich Pichler in der Mitte des Raumes und macht sternförmig fünf Pumpstöße, die sie danach mit einem Schwung verteilt. Pichler ist dabei von den Herzensdüften wie Rose oder Mandarine begeistert. Am Ende schickt sie die innere Sicherheit nach: „Es hat funktioniert, die Arbeit ist getan.“ 

Die Kohle lässt man danach sicher abglühen, etwa vor der Haustür – Achtung vor zu viel Wind, denn durch die Asche besteht Brandgefahr.

WLZ: Kann man auch nur einzelne Räume räuchern?

Pichler: Man sollte alle Räume schaffen, vom Keller bis ins Dachgeschoss. Durch das Räuchern verändert sich im Raum das Schwingungsfeld und der Wechsel zwischen geräucherten und nicht geräucherten Räumen ist nicht gut. Wenn man sich schon die Arbeit macht und die Räucherkohle anzündet, den Räucherstoff vorbereitet etc., dann kann man auch gleich den gesamten Wohnraum machen. 

WLZ: Sind regionale Kräuter besser als exotische?

Pichler: Jedes Kraut an sich hat seine Kraft. Weihrauch und Myrrhe werden gerne eingesetzt, sind aber nicht heimisch. Zu allen exotischen Kräutern und Harzen gibt es immer regionale Alternativen mit der gleichen Wirkung. So regt etwa Opobonax die Selbstheilungskräfte an, was der Lavendel ebenso vollbringt. Wichtig ist, dass einem der Geruch gut tut, denn Räuchern soll Spaß machen und ein schönes Erlebnis sein. 

WLZ: Warum wird geräuchert und welche Kräuter werden am häufigsten verwendet?

Pichler: Hauptgrund für das Räuchern ist immer, Schlechtes, das sich angesammelt hat, zu vertreiben. Dazu wurden immer Beifuß, Wacholder, Salbei und Lavendel verwendet. Neben diesen wichtigsten Kräutern gibt es noch Thymian, Rosmarin, die Rose oder Holunder. 

WLZ: Zu welcher Jahreszeit sollte man räuchern?

Pichler: Besonders ideal sind die Raunächte zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Jänner, in denen die Tore zur Anderswelt weit offen stehen. In dieser Zeit sollte man in sich gehen, zur Ruhe kommen, beobachten und spazieren gehen. Für das vergangene Jahr wird Bilanz gezogen, ein neues Jahr mit neuen Möglichkeiten beginnt. In diesen Tagen zu räuchern, würde diese Ruhe unterstützen. Ebenfalls ideal: zur Wintersonnwende am 21. Dezember, zur Sommersonnwende am 21. Juni sowie zur Frühjahrs- und Herbsttagesgleiche. ❏      

Stefanie Schadler

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