David Krutzler – Redakteur „Der Standard“

in Leserservice

Serie Menschen im Wechselland

Redakteur, ohne Umwege

Bereits während der Schulzeit hat David Krutzler aus der Gemeinde Rohrbach an der Lafnitz zum ersten Mal für den Standard gearbeitet: Im Zuge eines Schulprojekts wurden von ihm Artikel im SchülerStandard veröffentlicht. Es hat gefallen und damit war der Traumjob gefunden.

Nach dem Bundesheer begann er 2003 ein Praktikum beim Standard, wo er auch während des Fachhochschulstudiums „Journalismus & Medienmanagement“ freiberuflich in der Sportredaktion tätig war. In dieser Zeit hat er auch für andere Zeitungen und den ORF gearbeitet. Seit 2009 ist er fix beim Standard angestellt, seit 2013 schreibt er für das Ressort „Chronik & Innenpolitik Wien“.

Themenwahl

Als Redakteur beim Standard erarbeitet Krutzler durchschnittlich eine Geschichte pro Tag, manchmal auch mehr. Es gibt aber auch Themen, die aufwendigere Recherchen mit sich bringen, damit sie hieb- und stichfest sind. Bei der Wahl der Themen gibt es zum einen Aktuelles, das hervorsticht und das abgedeckt werden muss. Zwei- bis dreimal pro Woche ist Krutzler zum Beispiel im Rathaus bei Interviews, Pressekonferenzen oder Hintergrundgesprächen dabei. 

Wenn jedoch Zeit bleibt oder man über etwas stolpert, kann man dieses Thema dem Ressortleiter vorschlagen und dem nachgehen. Im Corona-Winter hatte er zum Beispiel die Idee, kleinere Skigebiete im Standard prominent zu Wort kommen zu lassen, und hat dazu unter anderem in seiner Heimat im Skigebiet St. Jakob im Walde recherchiert. 

Einprägsame Ereignisse

Trotz der mittlerweile entstandenen Routine können sich natürlich Hoppalas einschleichen. So erzählt Krutzler von einem der ersten  Interviews mit Wiens Bürgermeister Michael Ludwig, kurz nachdem dieser gewählt worden war. Dieser hat einen vollen Terminkalender, daher ist eine eineinhalbstündige Interviewzeit etwas Besonderes. „Plötzlich blinkt während des Interviews das Aufnahmegerät rot. Ich  musste den Bürgermeister unterbrechen und Aufnahmen auf der Speicherkarte löschen, damit wieder Platz für das Interview war“, erinnert sich Krutzler. Solche Momente prägen sich ein. Seither kontrolliert er sein Aufnahmegerät mehrmals vor einem Interviewtermin und benutzt meist zusätzlich noch die Aufnahmefunktion seines Handys.

Was es braucht

Was in seinem Beruf wichtig ist? „Man muss Leidenschaft mitbringen, man muss gerne schreiben und Interesse an Leuten haben. Man sollte auch gerne zuhören und die richtigen Fragen stellen“, so Krutzler. Die beste Möglichkeit einzusteigen, seien Praktika, die leider nicht sehr gut bezahlt sind, aber eine gute Schule sind, durch die man einen tollen Einblick in das Tagesgeschehen erhält. Auch den SchülerStandard gibt es noch, weiters universitäre und Fachausbildungen und viele Medienberufe. Man muss zudem immer mehr können, auch als Redakteur. So gibt es einen Podcast beim Standard, für den unter anderem Krutzler als Experte zu einem Thema befragt wird.

Objektivität – eine Annäherung 

Die Arbeit als Redakteur ist aber auch stressig und man müsse lernen, damit umzugehen: So müsse der Redaktionsschluss eingehalten werden, um den Druck nicht zu gefährden. Dazu sei schnelles Schreiben notwendig, zugleich bezeichnet er sich aber auch als pingelig: „Es muss einfach stimmen.“ Schließlich gehe es bei jedem veröffentlichten Artikel um seine Reputation. Auch Klagen könnten im schlimmsten Fall drohen. Dabei sei Objektivität kein absoluter Wert: „Man kann sich nur annähern.“ 

Corona hat auch die Arbeit beim Standard verändert: Normalerweise arbeiten bis zu 100 Leute auf einer Büroebene. Seit einem Jahr befinden sich David Krutzler und seine Kollegen stattdessen im Homeoffice. ❏     
S. Schadler

Im Bild: David Krutzler, Bildmitte, in einer Arbeitssituation mit Wiens Bürgermeister Michael Ludwig.

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