Der Ursprung des Weihnachten-Feierns

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Jährlich feiern Menschen rund um den Globus den Geburtstag von Jesus. Das Fest ist aber viel älter als das Christentum.

Name und Bedeutung

Die Bezeichnung Weihnachten ist vom mittelhochdeutschen „ze den wihen nahten“ abgeleitet und bedeutet „in den geweihten, heiligen Nächten“. Die theologische Bedeutung von Weihnachten liegt in der Menschwerdung von Gottes Sohn. 

Der Ursprung 

Der Ursprung von von Weihnachten liegt im Fest der Wintersonnenwende. Schon in der Antike hatten die Ägypter und andere Hochkulturen den 21. Dezember – Tag der Wintersonnenwende – zum Anlass genommen, die Geburtstage ihrer Sonnengottheiten zu feiern. Um 500 vor Christus machten die Römer den 25. Dezember zum Geburtstag ihres Sonnengottes Sol und die Germanen zelebrierten ein Fest mit dem Namen Jul, was in skandinavischen Sprachen heute noch Weihnachten bedeutet.

Im Christentum galt damals das Sonnenwende-Fest als Brauch der Heiden, die an diesem Tag das Fest des Sonnengottes Mithras feierten. Dieser im Jahr 274 von Kaiser Aurelian eingeführte Feiertag war im Volk sehr populär. 400 Jahre nach Christi Geburt verboten die damaligen Kirchenoberhäupter die Festlichkeit – allerdings erfolglos. Da es das Ziel der Kirche war, Heiden für das Christentum zu gewinnen, wurde entschieden, das Fest Jesus zu widmen. Seither feiern die Christen am 25. Dezember, statt der Wintersonnenwende, den Geburtstag von Jesus.

An welchem Tag Jesus tatsächlich geboren wurde, ist unklar. Es kursieren lediglich Interpretationen von Bibelpassagen, die auf ein Geburtsdatum im Herbst hinweisen. In der Zeit, als Jesus geboren wurde, fand bekanntlich eine Volkszählung statt. Solche Erhebungen wurden traditionellerweise in der Zeit nach der Ernte, also im September oder Oktober durchgeführt. 

Der Advent

Der Begriff Advent kommt aus dem Griechischen und bedeutet Ankunft oder Anwesenheit, insbesondere von Königen und Kaisern. Die Ableitung aus dem lateinischen adventus, für Ankunft, ist ebenso möglich. 

Ursprünglich wurde die Adventszeit als Fastenzeit begangen, die zwischen dem 11. November und dem 6. Jänner, dem Fest der Erscheinung des Herrn, eingehalten wurde. Es durfte weder getanzt noch gefeiert werden.

Die heutige Form der Adventszeit geht auf das 7. Jahrhundert zurück und wurde „tempus ante natale Domini“ genannt. Papst Gregor der Große legte vier Sonntage als Adventszeit fest, die symbolisch für die viertausend Jahre stehen, die die Menschen nach dem Sündenfall auf den Erlöser warten müssen. 

Adventbräuche

Der Brauch des Adventskalenders, geht auf den im 19. Jahrhundert entstandenen Brauch des Abzählens der Tage bis zum Weihnachtsfest zurück – wobei es einen Unterschied zwischen den Adventskalendern mit 24 Türchen und dem liturgischen gibt, denn Letzterer beginnt am 1. Advent und geht bis zum 6. Jänner.

Seit der Antike ist ein Kranz ein Siegessymbol. Der Adventskranz in der heutigen Form hat seinen Ursprung im protestantischen Umfeld. Um seinen Schützlingen das Warten auf das Weihnachtsfest zu verkürzen, ließ der deutsche Theologe Johann Hinrich Wichern im Jahr 1839 einen Holzkranz, eigentlich ein Wagenrad, mit 19 kleinen roten Kerzen für die Wochentage und vier dicken weißen Kerzen für die Sonntage im Advent schmücken. Immer mehr diakonische Einrichtungen übernahmen diesen, und seit etwa 1930 findet er sich– meist aus Tannenreisig und reduziert auf vier Kerzen – auch in Österreich in fast jedem Haushalt.

Der Christbaum

Das beliebteste Symbol der Weihnachtszeit ist wohl der Christbaum, der mit seinem satten Grün ein Symbol der Hoffnung auf neues Leben ist. Die Verwendung eines geschmückten Baumes hat keinen historisch nachweisbaren Anfang, sondern ist in verschiedenen Kulturen Brauch. Immergrüne Pflanzen verkörpern Lebenskraft und darum glaubten die Menschen in früheren Zeiten, sich Gesundheit ins Haus zu holen, indem sie ihr Zuhause mit Grünem schmückten. 

Eine der ältesten schriftlichen Erwähnungen eines Weihnachtsbaums stammt aus dem Jahr 1527. Hier ist in einer Akte der Mainzer Herrscher von „die weiennacht baum“ im Hübnerwald in Stockstadt am Main zu lesen. Einen weiteren urkundlichen Beleg, dass im Straßburger Münster ein Weihnachtsbaum aufgestellt wurde, gibt es von 1539. In einer zwischen 1642 und 1646 verfassten Schrift ereiferte sich der Prediger am Straßburger Münster Johann Conrad Dannhauer gegen den Brauch, in den Häusern Weihnachtsbäume aufzustellen: „Unter anderen Lappalien, damit man die alte Weihnachtszeit oft mehr als mit Gottes Wort begehet, ist auch der Weihnachts- oder Tannenbaum, den man zu Hause aufrichtet, denselben mit Puppen und Zucker behängt, und ihn hernach abschüttelt und abblühen (abräumen) lässt. Wo die Gewohnheit herkommt, weiß ich nicht; ist ein Kinderspiel.“

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wird der Weihnachtsbaum dann häufiger erwähnt.

Von Johann Wolfgang von Goethe stammt eine der ersten Erwähnungen des Weihnachtsbaums in der deutschen Literatur. In dem Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“ (1774) besucht der Protagonist am Sonntag vor Weihnachten die von ihm verehrte Lotte und spricht von den Zeiten, da einen die unerwartete Öffnung der Türe und die Erscheinung eines „aufgeputzten Baumes“ mit Wachslichtern, Zuckerwerk und Äpfeln in paradiesisches Entzücken versetzte.

Da Tannenbäume in Mitteleuropa selten waren, konnten sich diese zunächst nur die begüterten Schichten leisten, und die Stadtbevölkerung musste mit Zweigen und anfallendem Grün auskommen.

In Österreich wurde der erste Weihnachtsbaum 1814 von Fanny von Arnstein, einer aus Berlin stammenden angesehenen jüdischen Gesellschaftsdame, in Wien aufgestellt. 

Die ersten Christbaumkugeln wurden um 1830 geblasen. Sie erinnern an die Früchte am „Baum der Erkenntnis“ im Paradies, von denen Adam und Eva gegen Gottes Gebot aßen. Auf die Spitze des Christbaums setzt man üblicherweise einen Stern – in Anlehnung an den Stern von Bethlehem. ❏    

Bettina Schopfhauser

Bild: (1848): Königin Victoria und Prinz Albert feiern Weihnachten mit ihren Kindern. Aus The Illustrated Londons News

Quellen:  feiertage-oesterreich.at/festtage/advent/, de.wikipedia.org/wiki/Weihnachtsbaum

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