Die Heimat auf dem Schachbrett

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Ein Schachspiel, dass sich nur oberflächlich am klassischen Schach orientiert und in der Tiefe eine neue Sichtweise für unsere Heimat birgt, hat der Künstler Christof Seiser kreiert.

Schach mit Vision

Wer gerne Schach spielt, mag sich zu Beginn wundern: Ein Schachbrett soll das sein, so groß wie ein Stehtisch, mit einem buckligen Spielbrett und Figuren, die den typischen Schachfiguren so gar nicht ähnlich sehen? Hier tummeln sich Eisstanitzel, Alpakas und sogar Bierkrüge. Die Figuren werden zudem gesteckt und nicht platziert.

Wer genauer hinsieht, erkennt Teile seiner Heimat wieder und die Zeit, in der wir leben. Eine Figur blickt auf ein Smartphone, eine andere trägt einen Mund-Nasen-Schutz und wieder andere Figuren stellen die Skifahrer der Region dar. Speziell erwähnt werden aus dem Wechselland die Wechselland-Alpakas, die Erlebnisalm, die Skischaukel Mönichkirchen/Mariensee, der Schwaigen-Reigen, die Wexl Trails und der Feistritztallauf. Selbst die Materialien kommen aus der Region, so stammt das Tannenholz aus Aspang und das Eschenholz aus Mönichkirchen. 

Es handelt sich um die freie Darstellung eines Schachspiels vom Künstler Christof Seiser, das er in seinem Atelier Bergluft in Mönichkirchen gefertigt hat. Es repräsentiert das Land der 1.000 Hügel, das aus den Regionen Bucklige Welt und Wechselland besteht. Diesen Begriff hat Norbert Luckerbauer aus Krumbach kreiert, der wiederum Seiser gebeten hat, ein Schachbrett seiner Heimat zu schnitzen. Daraus ist kein historisches Werk entstanden. Die Figuren repräsentieren vielmehr die Ist-Situation und erzählen eine Geschichte, wobei die Könige auch Visionen der Zukunft gewähren. Es geht auch weniger darum, etwas zu gewinnen oder andere zu besiegen, sondern darum, dass das Volk satt wird, ist und bleibt, und zwar körperlich, geistig und seelisch satt als Grundrecht eines jeden Lebens.

Öffentlich zugänglich bleiben

Zweieinhalb Jahre lang hat Seiser daran gearbeitet und 1.920 Stunden in die Umsetzung eines Schachspieles für die Region investiert. Im Gegensatz zu seinen früheren Werken hat er sich bei diesem Schachspiel wesentlich ausführlicher mit der Region auseinandergesetzt. Auch einzelne Firmen werden am Schachbrett repräsentiert: Seiser hat nach Themen in der Region gesucht, mit denen die Standardfiguren eines Schachspiels ersetzt werden können und die zugleich das 1.000-Hügel-Thema repräsentieren.

Aktuell wid das Buch zum Schachspiel finalisiert und eine Glasvitrine für die Präsentation gefertigt. Denn es soll nicht gespielt werden, daher lautet auch der vollständige Name „Schach satt – Das 1.000-Hügel-Schach: Wer es spielt, hat es nicht verstanden“. 

Auf Youtube gibt es eine zweiteilige Dokumentation über das 1.000-Hügel-Schach. Bis es seinen endgültigen Platz gefunden hat, wird es voraussichtlich im Autoschauraum von Ford Luckerbauer in Krumbach präsentiert. Das Schachspiel steht zum Verkauf. Seiser ist es dabei wichtig, dass der Käufer es auch weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich macht. ❏    

Stefanie Schadler


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