Digitale Währung auch im Wechselland?

in Wirtschaft

Auch im Wechselland gibt es Stellen, bei denen man Geld in Bitcoins umwechseln kann. Ein Start-Up aus Mönichkirchen stellt solche Automaten auf.

Geld in Bitcoins wechseln
Aktuell ist das Angebot des Bezahlens mit Kryptowährung in unserer Region eher dünn gesät. Dennoch gibt es bereits Anlaufstellen im Wechselland, bei denen man Bitcoins erhält. Die BP-Tankstelle in Aspang gehört zum Beispiel dazu. Seit etwa drei Jahren hat dessen Geschäftsführer Jan Pichler einen Automaten aufgestellt, bei dem man sein Geld in Bitcoins umwechseln kann.


Auch beim Fliesenlegermeister Feldwebel in Aspang kann man Bitcoins kaufen, ein Rückkauf ist derzeit jedoch nicht möglich.
Da Bitcoins laufend Kursschwankungen ausgesetzt sind, orientieren sich auch die Interessenten an diesen Kursen. Im vergangenen Jahr etwa ist der Hype extrem gestiegen, weil der Bitcoin damals auf einem sehr hohen Stand war. Danach ist der Kurs gefallen und damit hat auch das Interesse wieder nachgelassen. Mittlerweile erhole sich der Kurs und auch das Interesse beginne wieder zu steigen, so Pichler.


Der nächste Schritt für Herrn Pichler sei es, ein Bezahlsystem in seinem Geschäft einzuführen. Interessant werde dieser Schritt, wenn sich der Kurs normalisiert habe und das Interesse der Kunden dementsprechend wachse. Gerade weil Bitcoins laufend Kursschwankungen ausgesetzt sind, könnte man meinen, dass dem Händler Unkosten entstehen. Nämlich dann, wenn Kunden bei einem Kurshoch kaufen, der Händler die Bitcoins aber erst Tage später zu einem schlechteren Kurs in Geld umwechselt. Doch dem hält Pichler entgegen: „Der Bitcoin-Kurs wird eingefroren. Das heißt, ich bekomme das Geld zu dem Kurs, zu dem der Kunde bezahlt hat, auch wenn ich es mir erst später auszahlen lasse.“
Neben dem Ausbezahlen kann man Bitcoins auch auf dem Konto liegen lassen und beobachten, wie sich der Kurs entwickelt. „Da wird es natürlich sehr spekulativ, aber das ist der Handel mit Aktien schließlich auch“, so Pichler.


Blick hinter die Kulissen
Das Start-Up-Unternehmen freefall aus Mönichkirchen beschäftigt sich seit 2017 mit den Themen Blockchain und Kryptowährung und stellt Automaten wie jene bei Herrn Pichler auf, um Geld in Bitcoins zu wechseln. Geschäftsführer Ivan Mircetic lässt aufhorchen, als er erwähnt, Österreich sei bei Kryptowährungs-Bankomaten Vorreiter mit rund 280 Geräten. In unserer Region befinden sich etwa in Neunkirchen, Aspang und Hartberg mehrere Automaten. Aktuell wird Kryptowährung laut Mircetic als Anlage betrachtet und im Tagesgeschäft eher weniger akzeptiert. Was auch durchaus Sinn mache, schließlich könnten noch keine sieben Millionen Menschen Bitcoins nutzen: Die Blockchains könnten diese Masse an Transaktionen aktuell noch nicht bewältigen.


Alles, was es für einen solchen Automaten braucht, sind Strom, Internet und ein Standplatz von einem halben Quadratmeter. Wechselt ein Kunde nun zum Beispiel 20 € um, erhält er den Gegenwert in Bitcoins auf eine sogenannte Wallet aufs Handy gutgeschrieben.


Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, seine Bitcoins zu verwahren. Neben einer Mobile Wallet am Handy – die ähnlich einem Portemonnaie fungiert – gibt es auch Paper Wallets. Diese sind vom Internet entkoppelt und funktionieren wie ein Schlüssel, mit dem man Transaktionen durchführen kann. Das Papier sollte man in einem Schließfach verwahren, da man für dessen Schutz selbst verantwortlich ist. Mit einem sogenannten Ledger USB-Wallet können Bitcoins ähnlich einem USB-Stick gespeichert werden. 
Auf keinen Fall sollte man Bitcoins laut Mircetic auf einer Börse oder bei Drittanbietern liegen lassen, da man dadurch nicht selbst der Besitzer ist. Würde dieser Drittanbieter im schlimmsten Fall gehackt werden, könnten auch die eigenen Bitcoins verloren sein. 

Was bedeutet?

Blockchain: Eine Blockchain ist eine dezentral organisierte Datenbank, die von mehreren Parteien betrieben wird. Diese Datenbank wird genutzt, um Geldtransaktionen zu verwalten. Der Begriff „Chain“ kommt von der Kette, zu der die Transaktionen in chronologischer Reihenfolge hinzugefügt werden.

Kryptowährung: Kryptowährung ist eine digitale Währung, die Kryptographie, also Verschlüsselung, zur Sicherung von Transaktionen benutzt. Mit ihr kann getauscht und gehandelt werden und sie befindet sich außerhalb der Kontrolle finanzieller Institutionen und Regierungen. Es gibt verschiedene Kryptowährungen mit einzigartigen Merkmalen und Anwendungsbereichen. 

Bitcoin: Bitcoin ist die aktuell bekannteste Blockchain-Anwendung und zugleich die älteste Kryptowährung. Sie nutzt die Peer-to-Peer-Technologie, was bedeutet, dass keine Banken oder sonstige Finanzinstitutionen zwischen den Personen geschalten sind. ❏   
Stefanie Schadler

Interessante Links:
coinatmradar.com
coinmap.org/welcome

Bild: Derzeit kann man im Wechselland mittels solcher Automaten Geld in Bitcoins wechseln lassen.
Auch bei über 400 Postfilialen und bei rund 1.300 Postpartnern in ganz Österreich können Bitpanda-Gutscheine gekauft und in Bitcoin, Ethereum, Dash oder Litecoin eingelöst werden.
Foto© freefall

     

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