Fastenmethoden

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Die Fastenzeit steht wieder vor der Tür. Viele wollen ihrem Körper etwas Gutes tun und verzichten auf gewisse Laster. Schon zu Urzeiten haben Menschen gefastet – wenn auch unfreiwillig: Endete die Jagd ohne Beute oder zerstörten Unwetter ganze Felder, war Hungern angesagt. Unser Organismus ist also darauf eingestellt. Das freiwillige Fasten war lange nur aus dem religiösen Leben bekannt. Heute hat der bewusste Verzicht auf Nahrungsmittel eine neue Bedeutung bekommen. Die Auswahl an Fastenmethoden ist riesig. Wir stellen einige vor.

Der beim Fasten immer wieder verwendete Begriff „Entschlacken“ ist wissenschaftlich nicht begründbar. Wer jedoch schon einmal eine Fastenkur gemacht hat, weiß, wie wohl man sich danach fühlt und wie manche Wehwehchen, angefangen bei Stoffwechsel- und allergischen Erkrankungen über chronische Schmerzen und Entzündungen bis hin zu Rheuma, verschwinden. Probieren Sie es einfach aus! 

Das Vorhaben

„Morgen beginne ich zu fasten“ und „Ich darf nichts essen“  führt meist nach kurzer Zeit zur Aufgabe. Mentale Vorbereitung und Vereinbarungen mit sich selbst helfen dabei, effektiv zu fasten und durchzuhalten. Die Zeitspanne vom Vorhaben bis zum tastsächlichen Fastenstart, kann  je nach Methode bis zu einigen Monaten dauern. Bei der strengsten Methode, dem echten Heilfasten, kann vom Vorhaben bis zur Durchführung sogar ein Jahr oder länger vergehen.

Die Vorbereitung

• Vereinbaren Sie mit sich selbst einen Termin, wann Sie beginnen werden und planen Sie diese Zeit als „Ihre Entspannungszeit“. Ideal ist es, sich Urlaub zu nehmen oder zumindest vor dem Wochenende damit zu beginnen, um sich in Ruhe an die neue Situation zu gewöhnen. 

• Fasten soll auch seelischen Ballast abwerfen. Gönnen Sie sich daher in dieser Zeit viel Ruhe und Entspannung.

• „Ich darf nicht essen“ ist der schlechteste Start. „Ich esse nicht, weil ich fasten will“ hilft ,die Zeit mental gestärkt zu überstehen.  

• Jede Fastenkur sollte mit einer zwei- bis dreitägigen Entlastungphase beginnen, in der auf Alkohol, Kaffee, Nikotin, Fleisch und Süßigkeiten verzichtet wird. Beim Heilfasten sollte nur mehr salzloses, gedämpftes Gemüse oder Reis gegessen werden.

• Kopfschmerzen sind ein Zeichen für „Rückvergiftung“. Sorgen Sie mit Bittersalz für eine gründliche Entleerung des Darms. Selbst nach einwöchigem Fasten gibt es noch Stoffwechselrückstände.

• Bei jeder Methode ist es wichtig, viel Flüssigkeit aufzunehmen.

Intermittent Fasting

Oder Intervallfasten – bei dieser einfachen und derzeit sehr populären Methode können Sie zwischen längeren täglichen Essenspausen oder ganzen Fastentagen wählen; deshalb sind diese für Fasten-Einsteiger bestens geeignet.

Beim 5:2-Fasten essen Sie an fünf Tagen die Woche wie gewohnt, aber kalorienbewusst. An zwei Tagen sind Kohlenhydrate wie Brot, Nudeln, Kartoffeln und Zucker dann tabu. Oder Sie legen eine 16 Stunden währende (inklusive der Nacht) essenslose Zeit ein.

Eine weitere Möglichkeit ist es, einen Tag (24 Stunden) nichts zu essen oder  eine Mahlzeit pro Tag ausfallen zu lassen („Dinner-Cancelling“). 

F.-X.-Mayr-Kur

Beim Milch-Semmel-Fasten des österreichischen Arztes Dr. F. X. Mayr essen Sie zwei bis vier Wochen lang morgens und mittags eine altbackene Semmel. Jeder Bissen wird 40-mal gekaut und mit 1/4 bis 1/2 l Milch hinuntergespült. Kräutertee und Gemüsebrühe sind erlaubt. Zusätzlich wird der Darm mit Einläufen sanft gereinigt und der Bauch intensiv massiert, um Darm, Blase, Galle, Milz und Leber zu aktivieren.

Hildegard-von-Bingen-Kur

Hier nehmen Sie täglich 800 Kalorien zu sich. Ein- bis zweimal essen Sie eine Gemüsesuppe mit Dinkelschrot und frischen Kräutern. Dazu kommen gedünstete Äpfel und Fencheltee. Bewegung, Ruhe und Meditation sollen ebenso eingeplant sein.

Heilfasten nach Buchinger

Laut Studien wirkt diese Methode bei Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen, chronisch entzündlichen Erkrankungen, chronischen Schmerzsyndromen, allergischen Erkrankungen mit genetischer Veranlagung (atopische Erkrankungen wie Neurodermitis, Asthma) sowie psychosomatischen Störungen Während der mindestens fünf Fastentage trinken Sie nur Gemüsebrühe, Kräutertees, verdünnte Obst- und Gemüsesäfte sowie Wasser (verfeinert mit etwas Honig und einer Zitronenscheibe), eventuell  auch Buttermilch oder Kuhmolke.

Feste Bestandteile sind zudem tägliche Leberwickel, Ausdauersport und Gymnastik, Trockenbürstungen am Morgen, Kneippsche Anwendungen und Entspannungsübungen.

Das echte Heilfasten

Ob diese härteste Methode des Fastens für Sie geeignet ist, sollten Sie auf alle Fälle vorab mit Ihrem Hausarzt besprechen. Durchführen kann man sie in Gesundheitshotels oder mit genug Disziplin auch zu Hause – dann aber unbedingt nach einer entsprechenden Anleitung.

Über den Zeitraum von meist einer oder zwei Wochen werden nur ausgewählte Kräutertees und Wasser zu sich genommen. Dass man dabei nicht verhungert, nach einer Weile sogar nicht einmal mehr Hunger verspürt, liegt daran, dass der menschliche Organismus physiologisch in der Lage ist, sich von seinen eigenen Reserven zu ernähren. Durch den Serotonin-Anstieg im Gehirn entsteht das sogenannte Fastenhoch, das einem die nahrungslose Zeit durchstehen lässt.

Sich auf dieses Abenteuer einzulassen, geht nicht von einem Tag auf den anderen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es hilfreich ist, einen Termin in zwei bis drei Monaten zu fixieren und diesen auf die geeigneten Mondphasen abzustimmen, um sich auf das Vorhaben einzustellen und es erfolgreich durchzuziehen. Das Hochgefühl danach ist unbeschreiblich.

Heilfasten „entgiftet“

Das Gewebe und die Zellen haben wieder die Ressourcen, um sich selbst zu regenerieren. Die Selbstheilungskräfte werden angeregt und der Verdauungstrakt regeneriert.  Die unbedingt notwendigen herbeizuführenden vollständigen Darmentleerungen und Leberwickel tragen dazu bei. Mit einem gesunden Darm steigt auch das allgemeine Wohlbefinden.

Das Fastenbrechen

Am ers­ten Tag nach den rei­nen Fas­ten­ta­gen bricht man das Fas­ten tra­di­tio­nell mit dem Essen eines fri­schen Ap­fels oder einer gedünsteten Karotte. Es wird sehr lang­sam ge­ges­sen und sorg­fäl­tig ge­kaut. Auch an den weiteren zwei Tagen sollte kein Salz und nur leichte Kost zu sich genommen werden. Sie wer­den stau­nen, wie intensiv Sie den Geschmack wahrnehmen!

Abnehmen

Obwohl man beim echten Heilfasten in der ersten Woche rund sieben Kilo  abnimmt, ist es keine geeignete Diät, da ein Großteil der Kilos bei der Nahrungsaufnahme wieder zurückkehrt.  Es unterstützt jedoch eine nachhaltige Ernährungsumstellung. 

Keine Methode für Sie dabei?

Dann probieren Sie einmal eine Zeit lang Zucker, TV-Konsum, Nikotin oder Alkohol wegzulassen. Auch das kann ein Neustart sein.

Der BMI

Der Body-Mass-Index drückt das Verhältnis zwischen Körpergewicht und Körpergröße aus und wird herangezogen, um zu beurteilen, in welche Gewichtsklasse eine Person fällt. Einige Gesundheitsprobleme werden mit bestimmten BMI-Werten in Verbindung gebracht.

Laut einer Studie von Statistik Austria aus dem Jahr 2014 entsprechen etwa nur die Hälfte der Österreicher und Österreicherinnen dem Idealgewicht gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Ein kleiner Anteil der übrigen 50 % sind laut Definition untergewichtig, während der Großteil übergewichtig oder sogar adipös ist. Der Anteil der Übergewichtigen nimmt mit deren Alter zu. 

Wie jede andere Messgröße hat auch der BMI seine Schwachstellen und sollte nur im Zusammenhang mit anderen Werten beurteilt werden. Problematisch ist, dass der Körperfettanteil, der Körperbau und die Muskelmasse im Vergleich zum Körperfett nicht berücksichtigt werden. Daher ist der Wert, beispielsweise für gut trainierte Sportler sowie besonders kleine oder große Personen eher wenig aussagekräftig. ❏              

Bettina Schopfhauser

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