Finanzielle Unterstützungen beantragen

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Serie: Neues Leben

Um sich voll dem Baby widmen zu können, können Sie bereits vor der Geburt diverse Anträge stellen.

Wochengeld

Jede werdende Mutter darf ab der achten Woche vor dem voraussichtlichen Geburtstermin nicht mehr beschäftigt werden. In diesem sogenannten Mutterschutz soll das fehlende Einkommen mit dem Wochengeld ausgeglichen werden. Dieses beträgt 56,87 Euro pro Tag (Wert für das Jahr 2021). Der Zeitraum schließt zudem den Tag der Geburt sowie acht Wochen nach der Geburt ein, bei Mehrlings-, Früh- oder Kaiserschnittgeburten zwölf Wochen nach der Geburt. Der Antrag kann bereits ab Beginn der achten Woche vor dem voraussichtlichen Geburtstermin beim zuständigen Krankenversicherungsträger gestellt werden.

Selbstständig erwerbstätige Frauen haben die Möglichkeit, in dieser Zeit eine Betriebshilfe in Anspruch zu nehmen. Sollte das aufgrund der Gewerbeberechtigung unzulässig sein oder wegen der örtlichen Lage des Betriebes keine Aushilfe gefunden werden, besteht ebenfalls der Anspruch auf Wochengeld. Das Wochengeld ist bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft zu beantragen.

Elternkarenz

Karenz ist die Freistellung von der Arbeitsleistung gegen Entfall des Arbeitsentgeltes. Diese darf für mindestens zwei Monate und längstens bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres des Kindes in Anspruch genommen werden. Unselbstständig erwerbstätige Mütter und Väter haben gegenüber ihren Arbeitgebern einen rechtlichen Anspruch auf Karenz, die somit nicht verweigert werden darf. 

Die Karenz beginnt für jenen Elternteil, der die Karenz zuerst in Anspruch nimmt, frühestens nach Ende der Schutzfrist, in der Regel acht bzw. zwölf Wochen nach der Geburt. Die Mutter muss bei Karenz im Anschluss an die Mutterschutzfrist den Beginn und die Dauer der Karenz ihrem Betrieb/Personalbüro spätestens bis zum Ende der Schutzfrist melden.

Familienzeitbonus

Erwerbstätige Väter erhalten mit dem „Papamonat“ seit 1. September 2019 die Möglichkeit, sich direkt nach der Geburt des Kindes intensiv und ausschließlich der Familie zu widmen. Der Vater wird vom Arbeitgeber für diese Zeit gegen Entfall der Bezüge freigestellt und kann stattdessen den „Familienzeitbonus“ in Höhe von 22,60 Euro täglich beantragen. Der Vater kann den „Papamonat“ für die Dauer von einem Monat innerhalb eines Zeitraumes von 91 Tagen nach der Geburt antreten. Spätestens drei Monate vor dem errechneten Geburtstermin muss der Vater den voraussichtlichen Beginn des „Papamonats“ unter gleichzeitiger Bekanntgabe des voraussichtlichen Geburtstermins der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber ankündigen. Die genaue Dauer wird bei der Antragstellung festgelegt und kann später nicht mehr geändert werden. Der Antrag ist bei der zuständigen Krankenkasse zu beantragen.

Allerdings: Bezieht der Vater später Kinderbetreuungsgeld, so  wird der Betrag des Familienzeitbonus vom Kinderbetreuungsgeld wieder abgezogen.

Selbstständig und schwanger

Die Unternehmerin kann selbst entscheiden, wie lange sie vor der Geburt arbeiten möchte. Es gilt für sie kein Beschäftigungsverbot acht Wochen vor und nach der Geburt. Es wird ihr auch nach dem Gesetz nicht untersagt, während des Mutterschutzes zu arbeiten. 

Das Gewerbe kann entweder unterbrochen oder als  ruhend gemeldet werden. Dadurch ist sie von der Pflichtversicherung und der Beitragspflicht ausgenommen. Selbstständige können unter den selben Voraussetzungen wie Unselbstständige Kinderbetreuungsgeld beantragen. Der Antrag ist bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft zu stellen. Als Leistungen gelten das pauschale Kinderbetreuungsgeld (Kinderbetreuungsgeld-Konto), das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld und die Beihilfe zum pauschalen Kinderbetreuungsgeld. Trotz Bezugs kann weiter verdient werden, wobei das jährliche Einkommen die Zuverdienstgrenzen nicht überschreiten darf. Beim pauschalen Kinderbetreuungsgeld beträgt der allgemeine Grenzbetrag 16.200 Euro im Kalenderjahr, der individuelle Grenzbetrag 60 Prozent der maßgeblichen Einkünfte aus dem relevanten Kalenderjahr vor der Geburt. Beim einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld dürfen ab 2020 die maßgeblichen Einkünfte den Grenzbetrag von 7.300 Euro jährlich nicht übersteigen. Werden die Zuverdienstgrenzen nicht eingehalten, ist mit einer nachträglichen Rückforderung zu rechnen. Es kann immer nur ein Elternteil Kinderbetreuungsgeld beantragen und nur dessen Einkommenshöhe ist für die Zuverdienstgrenzen relevant. Bei geteilter Kinderbetreuungszeit müssen beide Elternteile die gleiche Leistung wählen, also entweder pauschal oder einkommensabhängig. ❏      

S. Schadler

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