Finanzielle Unterstützung für pflegende Angehörige

in Leserservice

Serie „Älter werden …“
Angehörige zu pflegen, kann nicht nur körperlich und emotional belastend sein, sondern auch finanziell. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um finanzielle Hilfe anzusuchen. 

Finanziell unterstützt
Da gerade in der Pflege von Angehörigen der finanzielle Aspekt zu beachten ist, ist es gut zu wissen, wo und wie man Kosten einsparen kann. Jemand, der beispielsweise unentgeltlich einen Angehörigen wie z. B. einen Elternteil pflegt, der sich mindestens in der Pflegestufe drei befindet, kann kostenlos beim (Ehe-)Partner mitversichert sein. Voraussetzung dafür ist, dass die Arbeitskraft überwiegend von der Pflege beansprucht wird. Ebenso können sich diese Personen kostenlos in der gesetzlichen Pensionsversicherung versichern. Bei Personen, die zuvor gearbeitet haben, muss die Arbeitskraft gänzlich durch die Pflege beansprucht werden. Hat der Angehörige davor nicht gearbeitet, muss die Arbeitskraft nur „erheblich“ beansprucht werden – dazu zählen bereits zwei Stunden täglich. Im Einzelfall kann eine solche Beanspruchung auch grundsätzlich dann vorliegen, wenn ein 24-Stunden-Pflegedienst engagiert wurde.


Unterstützung in der Pflege
Ist man wegen Krankheit, Urlaub oder anderer wichtiger Gründe an der Pflege verhindert, kann beim Sozialministeriumservice eine finanzielle Unterstützung beantragt werden. Dadurch soll eine professionelle oder private Ersatzpflege ermöglicht werden. 
Personen, die einen nahen Angehörigen betreuen, können mit ihrem Arbeitgeber eine Pflegekarenz oder eine Pflegeteilzeit zwischen ein und drei Monaten vereinbaren. In diesem Zeitraum steht einem ein Pflegekarenzgeld vom Sozialministeriumservice zu, für die Dauer der Pflegeteilzeit aliquotes Pflegekarenzgeld. Die Zeiten des Pflegekarenzgeldbezugs werden in der Pensionsversicherung berücksichtigt. 


Für die Sterbebegleitung naher Angehöriger oder für die Betreuung schwerst erkrankter Kinder kann beim Arbeitgeber eine Herabsetzung bzw. eine Änderung der Lage der Normalarbeitszeit oder eine Freistellung gegen Entfall des Entgeltes – entspricht einer Karenz – werden. Eine Familienhospizkarenz kann zur Sterbebegleitung für drei Monate beansprucht werden, bei Begleitung schwerst erkrankter Kinder sind fünf Monate Familienhospizkarenz vorgesehen. Beides kann auf Antrag verlängert werden. Personen, die bei der SVA kranken- und/oder pensionsversichert sind und eine Person mit Anspruch auf Pflegegeld mindestens der Stufe drei pflegen, können einmal im Jahr am von der SVA organisierten Erholungsaufenthalt für pflegende Angehörige teilnehmen. Auch eine Eltern-Kind-Kur für pflegende Eltern wird einmal im Jahr organisiert. ❏    


Stefanie Schadler

Weitere Möglichkeiten und Voraussetzungen finden Sie auf www.sozialministeriumservice.at

Foto: (c) pixabay

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