Franz Puchegger

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Mit seinen 93 Jahren ist Franz Puchegger aus Aspangberg noch immer stark mit der
Musik verbunden. In seiner Sammlung befinden
sich über 700 überlieferte Stücke
der Tanzmusik seiner Heimat.

Franz Puchegger ist 1921 geboren und hat mit 10 Jahren die Geige und Harmonika erlernt.
Später kamen noch die Trompete und das Flügelhorn dazu. Zusammen mit seinem Vater und Bruder
trat er als Trio auf und musizierte im elterlichen Gasthaus Puchegger-Wirt. Er besuchte eine
landwirtschaftliche Fachschule und arbeitete im landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern mit, den er
später auch übernahm. Er überlebte den 2. Weltkrieg unbeschadet, war dem Afrika-Korps zugeteilt
und kam 1943 in amerikanische Kriegsgefangenschaft.

Er erinnert sich an die Südstaaten, nennt Alabama. Selbst in dieser Zeit hatte er die Möglichkeit,
zusammen mit anderen Kameraden zu musizieren, bevor er nach 3 Jahren wohlbehalten wieder
nach Hause kam. „Das war Glück“ sagt er. Nach den entbehrungsreichen Kriegsjahren wurde in der
Bevölkerung viel getanzt und die „Heimkehrerbälle“ waren beliebte gesellschaftlicheTreffpunkte.
Beim Puchegger-Wirt trafen sich an jedem Samstag Liebhaber der Tanzmusik. Er selbst gründete
seine eigene Tanzkapelle „Puchegger Spielleut“ und spielte mit der Trompete die Hauptstimme.
30 Jahre lang trat Puchegger mit seiner Gruppe auf, Busse aus dem Burgenland, Wien und der
Steiermark kamen und es ging ausgelassen zu. Puchegger spricht von einer großen Tradition.

Am 8. Dezember 1967 – an dieses Datum erinnert er sich genau – nahmen sie mehrere Stücke direkt
beim Puchegger-Wirt für das ORF – Landesstudio Niederösterreich auf. Zusätzlich wurden viele Stücke
mit ihm und seiner Harmonika alleine aufgenommen.
1981 löste sich die Gruppe auf, aber Franz Puchegger spielte weiterhin als Alleinunterhalter auf seiner
Harmonika für die Gäste auf. Bereits sein Vater hat die Tanzmusik seiner Heimat gesammelt und auch
Franz Puchegger hat dieses Engagement fortgesetzt.
In seiner Sammlung befinden sich mehr als 700 alte, überlieferte Tänze, darunter vor allem Steirische
und Landler. 100 davon hat er für das Landesstudio aufgenommen.
Die Leidenschaft zur Musik lodert noch immer in ihm und so kann es passieren, dass er im Gespräch
den ein oder anderen Text eines alten Tanzes zum Besten gibt. Tradition eben.

Text: Stefanie Simon

 

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