Gemeinde-Besuch: St. Corona am Wechsel

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Touristisch ist St. Corona das ganze Jahr über für sportlich Ambitionierte oder einfach nur Frischluft-Liebhaber in jeder Altersklasse interessant. Aktuell erfährt der Ortskern eine Wiederbelebung.

Beliebtes Touristenziel

Im vergangenen Jahr erlebte die Gemeinde St. Corona am Wechsel aufgrund der zufälligen Namensgleichheit mit dem Coronavirus einen regelrechten Hype: Medien aus dem In- und Ausland mischten sich unter die Bewohner, Touristen machten Selfies mit der Ortstafel und viele entdeckten die Wallfahrtskirche für sich. Diese wurde aufgrund des Fundes von einem Bildnis der Hl. Corona im Jahr 1504 erbaut und nach ihr benannt. Zudem ist die Hl. Corona unter anderem die Patronin gegen Seuchen.

Mittlerweile hat sich das Interesse wieder normalisiert und Bürgermeister Ing. Michael Gruber kann eine positive Bilanz ziehen: In den Sommermonaten wurde das touristische Angebot stark genutzt. Hier zeigt sich der 2014 eingeschlagene Weg hin zur Ganzjahresdestination als goldrichtig. Die Erlebnisarena mit dem umfangreichen Angebot wie Sommerrodelbahn, Motorikpark und Wexl Trails spricht Sportler als auch Familien gleichermaßen an. Beim Winterangebot der Erlebnisarena mussten aufgrund der Landesvorgaben und der Aktion „Sicher rausgehen in Niederösterreich“ die Kontingente halbiert werden, um die Sicherheit auf der Piste zu gewährleisten. Das tut dem Interesse allerdings keinen Abbruch: „Der Fokus liegt hier auf Familien mit Kindern, die Skifahren lernen möchten, was extrem stark angenommen wird“, so Gruber. Die Corona-Sicherheitsmaßnahmen treffen allerdings die Gas-tronomie stark, die trotz der starken Frequentierung des Ortes geschlossen halten muss. 

Ortskern wird belebt

Da eine Gemeinde von den Steuereinnahmen und den Ertragsanteilen von Unternehmen abhängig ist, ist es aktuell auch mit den Gemeindefinanzen in
St. Corona schwierig, geplante Projekte umzusetzen. So mussten Projekte, die über den normalen Haushalt hinausgehen – wie die Bauhofsanierung – aufgeschoben werden. Andere Bereiche in der Infrastruktur der Gemeinde wie Kanal, Straßensanierung, Wasser und Schulen sind von der Aufschiebung nicht betroffen.

Erfreulich ist hingegen die Belebung des Ortskerns, was ein großes Anliegen der Gemeinde ist. Viele der ehemaligen Gasthäuser, Hotels und großen Häuser fanden keinen Nachfolger und standen leer. Mittlerweile haben zahlreiche davon einen neuen Besitzer gefunden, sollen wieder bewirtschaftet werden und haben so eine Perspektive erhalten. „Dass Leute wieder Geld in die Hand nehmen, hat sicher mit der positiven Entwicklung im Tourismus zu tun. Damit einhergehend siedeln sich wieder junge Familien in der Gemeinde an. Das ist wie ein Zahnrad, das ineinandergreift“, so Gruber. Von den vier Grundstücken, die die Gemeinde zu vergeben hatte, ist zu Redaktionsschluss nur noch eines übrig. Diese werden nur an Einheimische verkauft.

Generell herrscht in St. Corona eine gute Mischung aus Jung und Alt und die Verjüngung der Bewohner durch Jungfamilien passiere wellenartig: Auf kinderreiche Jahre folgen seit jeher Zeiten mit weniger Kindern. Aktuell gibt es in St. Corona 400 Hauptwohnsitze und 300 gemeldete Zweitwohnsitzer. Viele dieser Häuser stammen aus den 60er und 70er Jahren und wurden der nächsten oder bereits übernächsten Generation vererbt. Auch das ist in der Gemeinde seit jeher so. ❏    

Stefanie Schadler

Bild: Die Wallfahrtskirche wurde durch das Coronavirus von zahlreichen Wallfahrern wiederentdeckt.


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