Granatsplitter im Holz

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Die Kranichberger Schwaig in der Gemeinde Trattenbach gehört zu den ältesten Schwaigen am Wechsel. Granatsplitter im Holz zeugen heute noch von den Kampfhandlungen am Wechsel.

Schwaigen als dauerhafte Bewirtschaftung

Es wird vermutet, dass seit der Bronzezeit auch die Almen am Alpenostrand als Urwiesen bewirtschaftet wurden. Diese Urwiesen oberhalb der Baumgrenze sind auf natürliche Art und Weise entstanden. Nach der Errichtung der Almen folgte die Gründung von Schwaigen oder Schwaighöfen, die als Bauerngüter keinen oder nur unwesentlichen Getreideanbau betrieben und sich auf Viehzucht beschränkten. Während Almen nur zu gewissen Zeiten, zum Beispiel im Sommer, bewirtschaftet waren, besteht der Unterschied zu den Schwaigen vermutlich darin, dass diese ursprünglich Dauersiedlungen waren. Erst ab dem 16. Jahrhundert änderte sich die Landwirtschaft vermutlich aufgrund anderweitiger Versorgung und klimatischer Veränderungen, wodurch auch die Schwaigen zu einem nur vorübergehend bewirtschafteten Betrieb wurde (Quelle: „Von der Steinzeit bis zur Gegenwart“, Historischer Verein Wechselland).

Die Kranichberger Schwaig zählt mit ihrer Erwähnung im Jahr 1569 zu den urkundlich ältesten Schwaigen am Wechsel. Bei dieser Erwähnung handelte es sich allerdings um eine Hütte, die weiter unten gestanden hat und am Ende des Zweiten Weltkriegs abgebrannt ist. Dort, wo die heutige Hütte steht, war früher der zugehörige Stall, der sukzessive als Halterhütte hergerichtet wurde. Auch heute zeugen Granatsplitter im Holz beim Eingangsbereich der Hütte vom Kampfgeschehen am Wechsel während des Zweiten Weltkriegs. 

Ein Sägewerk zur Errichtung

Die heutige Hütte wurde vermutlich um 1926 erbaut und liegt auf 1.530 Höhenmetern. Da es zur damaligen Zeit keine Transportmöglichkeiten für Holz auf die Alm gab, wurde für den Bau der Hütte der Überlieferung nach ein Sägewerk errichtet. Die Bäume wurden daher vor Ort geschlägert, das Holz geschnitten und verarbeitet und im Anschluss daran die Hütte damit aufgebaut. Der Bau wurde von einer Genossenschaft übernommen, später wurde diese in den „Weideverein Kranichberger Schwaig“ umgewandelt.

Auch heute werden auf der Schwaig Mutterkühe gehalten; der Stall nimmt allerdings keinen so großen Platz mehr ein. Stattdessen werden die Gäste und Wanderer bewirtet. Gerne wird der Rundwanderweg von der Steyersberger über die Feistritzer zur Kranichberger und wieder retour zur Steyersberger Schwaig genutzt. Hier hat man nach einer Wegzeit von jeweils 1,5 Stunden eine Hütte zur Rast und Bewirtung. In der Nähe der Hütte befindet sich auch ein kleiner Teich, genannt Bärenlacke. 

Neun Jahre lang waren Friederike Thaler und Leopold Schwarz als Halterleute auf der Kranichberger Schwaig und haben auch die Hütte betrieben. Thaler spricht von einer schönen Zeit: „Es ist ja wirklich eine schöne Alm an einem besonders schönen Platz.“ Ab heuer werden vom Weideverein Kranichberger Schwaig neue Halterleute gesucht, die die Hütte bewirten und die Tiere versorgen. Nähere Informationen erhalten Sie vom Obmann des Vereins, Peter Haiden-Kapfenberger unter 0664/4265439. ❏       Stefanie Schadler

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