Größte Bäume der Welt auch im Wechselland

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Serie: Natur im Wechselland entdecken

Große Dinge haben Menschen schon immer magisch angezogen – da bilden Mammutbäume keine Ausnahme. Kein Wunder, dass diese es aus ihrem Ursprungsland Amerika auch ins Wechselland geschafft haben.

Beeindruckende Ausmaße

Mammutbäume sind die größten Bäume der Welt, wachsen über 100 m hoch und werden mehr als 1.500 Jahre alt. Die meisten, als Landesbäume der USA bekannten Riesen stehen in der Sierra Nevada und an den Küsten zwischen Los Angeles und Seattle. Ausreichend Wasser und ein mildes Klima sind die Voraussetzungen, um so groß und alt zu werden. 

Grundsätzlich gibt es drei Arten von Mammutbäumen. Der höchste Baum der Welt ist der „Tall Tree“ und steht im kalifornischen Redwood-Nationalpark mit 112 m Höhe. Es handelt sich um einen Küsten-Mammutbaum. Der dickste Baum der Welt ist der „General Sherman“ im Sequoia-Nationalpark, ein Riesen-Mammutbaum mit einem Umfang von 31 m. Die dritte Art ist der sogenannte Dawn-Mammutbaum, der seinen Ursprung in Zentralchina hat. Diese Art ist wesentlich kleiner und ist als einzige Mammutbaum-Art ein Laubbaum.

Geschenk fürs Wechselland

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Exemplare von Mammutbäumen nach Europa gebracht. Mittlerweile werden sie in Mitteleuropa gerne als Parkbäume angepflanzt, oft in weiträumig angelegten englischen Landschaftsgärten. Auch Baumschulen führen sie im Sortiment.

Auch Alfred Windbichler, der um 1910 das Hotel Hochwechsel in Mönichkirchen erweiterte, gehört zu jenen, die einen Mammutbaum nach Europa bzw. ins Wechselland gebracht haben. Das war bereits 1903. Gleich vier Stück brachte er aus seiner Amerikareise mit, zwei davon haben bis heute überlebt. Seine Schwester Fanny Windbichler zog diese vorerst in einem Blumentopf auf der heimischen Veranda groß, bevor diese 1910 ins Freie gesetzt wurden. Einer davon steht mitten im Ortszentrum von Mönichkirchen am Kirchplatz, der zweite in Schaueregg, Marktgemeinde Pinggau. Bei jenem Baum in Mönichkirchen hat der Stamm mittlerweile  einen Umfang von fast zehn Metern erreicht.

Blitz teilte Mammutbaum

Dass der Baum auch heute noch steht, war nicht für alle in der Gemeinde selbstverständlich, denn am 21. Juni 2008 schlug am Nachmittag nach einem Gewitter ein Kugelblitz in den Mammutbaum in Mönichkirchen ein und sprengte ihn in zwei Hälften. Der Stamm und die darauf hängenden Äste stürzten auf das Schuldach und ein geparktes Auto. Kurzzeitig waren mehrere Haushalte ohne Strom, weil auch eine Stromleitung gekappt wurde. Verletzt wurde niemand.

Der Mammutbaum ist allerdings seither nur noch halb so hoch, was immerhin noch mehr als 22 m bedeutet. Erholt hat er sich inzwischen prächtig und erfreut sich auch mit seinen über 100 Jahren bester Gesundheit.

In der Nähe des Wechsellandes, nämlich in Gloggnitz, stehen im Park beim Schloss ebenfalls zwei Mammutbäume, die seit März 1978 als Naturdenkmäler besonders geschützt sind. Mittlerweile sind diese rund 150 Jahre alt und etwa 25 m hoch. ❏  Stefanie Schadler

Bild: Der nach einem Blitzschlag nur mehr halb so hohe Mammutbaum in Mönichkirchen

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