Gutscheine richtig versteuern

in Wirtschaft

Vor allem die Corona-Krise hat dem Schenken von Gutscheinen einen neuen Schub verliehen. Für Unternehmer stellt sich beim Ausstellen aber immer wieder die Frage nach der Umsatzsteuerpflicht von Gutscheinen.

Einzweck-Gutschein

Die Frage zielt darauf ab, ob die Steuerpflicht bereits mit der Ausgabe des Gutscheines oder erst bei dessen Einlösung begründet ist. Bei der Erfassung der Gutscheine in der Registrierkasse wird seit Anfang 2019 zwischen Einzweck- und Mehrzweck-Gutscheinen unterschieden. 

Um einen Einzweck-Gutschein handelt es sich dann, wenn der Ort der Leistungen, auf die er sich bezieht, und die dafür geschuldete Umsatzsteuer zum Zeitpunkt der Ausstellung feststehen. Beispiele für Einzweck-Gutscheine sind Gutscheine eines Theaters für den Besuch einer Theatervorstellung oder ein Gutschein für ein bestimmtes Küchengerät, der in allen Filialen und bei Franchiseunternehmen in ganz Österreich eingelöst werden kann.

Bei einem Einzweck-Gutschein wird der Verkauf des Gutscheines wie ein Barumsatz behandelt und ist dementsprechend in der Registrierkasse als steuerpflichtiger Umsatz zu erfassen.  

Mehrzweck-Gutschein

Bei der Ausstellung eines Mehrzweck-Gutscheines ist noch nicht bekannt, wofür er genau benutzt wird beziehungsweise ist die einlösbare Leistung nicht genau definiert. Darunter fallen zum Beispiel Gutscheine von Supermärkten oder Restaurants, da hier nicht klar ist, welche genauen Leistungen damit verbunden sind und welcher Bemessungsgrundlage diese unterliegen. Lebensmittel haben eine andere Bemessungsgrundlage und damit einen anderen Steuersatz als Getränke oder Non-Food-Artikel.

Beim Verkauf eines solchen Gutscheines wird kein Umsatz ausgelöst, die Umsatzsteuerschuld entsteht erst mit der späteren tatsächlichen Erbringung der Leistung bzw. sobald der Gutschein eingelöst wird.

Im Zweifelsfall kann man Produkte ins Sortiment aufnehmen, die nicht dem gleichen Mehrwertsteuersatz unterliegen – z. B.
Kleidung 20 % und Lebensmittel
10 %. Damit wird wie bisher die Umsatzsteuer erst bei der Einlösung anfallen, weil die geschuldete Umsatzsteuer bei der Ausstellung des Gutscheines nicht feststeht. Die WKO empfiehlt generell, sich mit dem Steuerberater in Verbindung zu setzen. ❏                  

Stefanie Schadler

Quelle: wko.at


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