Helmut Ertl – Vorsitzender der Landeslehrer für Niederösterreich

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Serie: Menschen im Wechselland

Die Interessen der Lehrer zu vertreten, ist die Aufgabe von Helmut Ertl aus Aspang-Markt als Vorsitzender der Landeslehrer für Niederösterreich. Die kurzfristigen Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung des Coronavirus erschwerten die Arbeit.

Enge Zusammenarbeit mit Gewerkschaft

Helmut Ertl aus Aspang-Markt ist seit 2003 Vorsitzender der Landeslehrer in Niederösterreich. Begonnen hat seine Karriere als Pflichtschullehrer für die Mittelschule, 1990 wurde er Personalvertreter der niederösterreichischen Landeslehrer. Seit 2003 ist er Vorsitzender dieser Organisation. In dieser Arbeitnehmervertreter-Organisation stehen die arbeitsrechtlichen Verbesserungen und Bedingungen für rund 14.000 Pflichtschullehrer in Volks-, Mittel-, und Sonderschulen sowie an den Polytechnischen und den Berufsschulen im Mittelpunkt.

Seine Position ist im Personalvertretungsgesetz gesetzlich verankert. Ertl befasst sich mit den beruflichen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und gesundheitlichen Belangen der Kollegenschaft. Viele Beratungen betreffen zum Beispiel den Mutterschutz und Pensionsantritt. Zudem ist er Kontrollorgan gegenüber der Bildungsdirektion und verantwortlich für die Einhaltung der Gesetze. Auch die Vernetzung mit der Gewerkschaft ist ein wichtiger Teil seiner Arbeit, da diese das Verhandlungsorgan gegenüber dem Bundesminister für Bildung ist. Dabei nimmt er Anregungen der Kollegen auf und prüft, ob diese im gesetzlichen Rahmen umsetzbar sind. Ansonsten werden die Anliegen an die Gewerkschaft weitergegeben, um diese über die Verhandlungswege durchzubringen oder eben nicht.

Mehr Vorlaufzeit erwünscht

Vieles hat sich durch das Coronavirus verändert. Vor allem der bisher persönliche und enge Kontakt mit der Kollegenschaft wurde durch die Corona-Maßnahmen stark eingeschränkt. Stattdessen wird vorwiegend auf Online-Konferenzen, E-Mail-Verkehr und telefonische Beratungen zurückgegriffen. 

Die größten Anliegen der Kollegenschaft betrafen laut Ertl bisher die oftmals missverständlichen und kurzfristigen Anordnungen der Regierung. „Man kann nicht einfach einen Hebel umlegen. So funktioniert Schule nicht. Es braucht eine gewisse Vorlaufzeit. Für manche Änderungen muss zum Beispiel eine Einverständniserklärung der Eltern eingeholt werden“, erklärt Ertl die Praxis. Umso erfreulicher ist es, dass die gewählte Vorgangsweise bei der Schulöffnung am 8. Februar dem erarbeiteten Vorschlag auf Bundesebene zum Start in das zweite Semester im gesamten Bundesgebiet entspricht. „Unsere Blickrichtung war und ist immer auf den größt- und bestmöglichen gesundheitlichen Schutz des Lehrpersonals und der anvertrauten SchülerInnen gerichtet. Mit diesem ersten Schritt wurde unserer Auffassung nach eine vorsichtige Annäherung an die schulische Normalität unter Anwendung der vorhandenen Schutzmaßnahmen unernommen, womit eine Fortsetzung der lehrplanmäßigen Wissensvermittlung gewährleistet ist.  Das ist das primäre Ziel der österreichischen Schule, denn sie darf selbst in diesen Zeiten nicht zu einem Aufbewahrungs- bzw. Betreuungsstandort verkommen“, so Ertl. 

Am vierten Februar ging ein Schreiben der Gewerkschaft an den Gesundheitsminister Rudolf Anschober, in dem ein schnelles Impfangebot für alle Pädagogen gefordert wird. ❏    

Stefanie Schadler

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