Im Luftmeer entschweben

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Der Herbst ist die Zeit, in der man verstärkt bunte Heißluftballone am Himmel beobachten kann. Sanft bewegen sie sich fort, ohne Lärm, ohne Eile. Erfahren Sie mehr über eine der ältesten Fortbewegungsarten in der Luft.

Der Wind und der Ballon

Der Herbst ist ins Land gezogen und was gibt es Schöneres, als das bunte Blättermeer unserer Wälder von oben zu bewundern. Hier bietet sich eine Ballonfahrt ideal an, mit der man langsam vom Wind getrieben die Heimat aus der Vogelperspektive genießen kann.

Falls Sie sich schon einmal gewundert haben, warum es im Wechselland keinen Anbieter für Ballonfahrten gibt – es liegt am Wind. Gebirgige Landschaften wie das Wechselgebiet weisen meist stärkere Bodenwinde auf und da der Ballon über keine Bremse verfügt, sich aber mit dem Wind bewegt, ist es denkbar ungünstig, bei stärkeren Winden zu starten und zu landen. Da kann eine Geschwindigkeit von 20 km/h bereits gefährlich werden. Das ist auch der Grund, weshalb man Ballone meist aus dem Süden kommend in Richtung Wechsel fahren sieht. 

Die Südoststeiermark ist vom Wetter her sehr begünstigt. Deshalb hat sich dort, genauer gesagt in Stubenberg am See, das Flaggl Ballooning angesiedelt. Irene und Peter Flaggl sehen eine Möglichkeit, das Ballonfahren in unserer Heimat zu genießen, indem im Wechselgebiet gestartet wird und dann in Richtung Süden retour gefahren wird. Orte wie Aspang oder Feistritz am Wechsel böten sich für einen Start an, Mönichkirchen hingegen weniger aufgrund seiner höheren Lage. „Zudem müssen wir nicht am Berg starten, denn die Höhe macht der Ballon selbst“, so Peter Flaggl. 

Der Adel und die Seefahrt

Entgegen der landläufigen Meinung zieht man sich beim Ballonfahren an wie zu einem Spaziergang, denn beim Ballonfahren ist es nicht kalt, da einerseits der Brenner Wärme abgibt und es zudem nicht windig ist, da man schließlich mit dem Wind fährt. Stattdessen ist gutes, wetterfestes Schuhwerk wichtig, da man meist auf einer Wiese startet und landet. 

Auch wenn es heute keine waghalsige Unternehmung mehr ist, sich in einen Ballon zu setzen und in die Lüfte abzuheben, vor allem mit einem erfahrenen Ballonfahrer an seiner Seite: 1783 war es das schon noch, als zum ersten Mal ein bemannter Heißluftballon in den Himmel startete. Und weil es so gefährlich war, wurden die Piloten vom französischen König aufgrund ihrer Tapferkeit in den Adelsstand gehoben. Auch heute gehört es zur Tradition, nach der ersten Ballonfahrt getauft zu werden inklusive eines feierlichen Umtrunks.

Und warum spricht man vom Fahren, wenn man doch im Himmel fliegt? Diese Bezeichnung geht ebenfalls auf die Anfänge zurück. Da der Heißluftballon eines der ältesten Luftfahrzeuge ist, galt es, eine Bezeichnung für diese neue Fortbewegungsart zu finden. Zu Beginn überlegte man, mit was man dieses Eintauchen in den Himmel vergleichen könne. Schließlich entschied man sich für den Vergleich mit der Seefahrt: Die Seefahrer fahren im (Wasser-)Meer, die Ballone im Luftmeer. ❏ 

Stefanie Schadler

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