Josef Huber: international im Einsatz

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Serie: Menschen im Wechselland

Als Bezirksfeuerwehrkommandant leitet Josef Huber aus Aspang auch internationale Einsätze, etwa bei Erdbebenkatastrophen und Waldbränden. Für eine rasche Hilfe gibt es genau festgelegt Abläufe.

Karriere bei der Feuerwehr

Josef Huber aus Aspang wurde das Feuerwehr-Gen über Generationen eingepflanzt: Vater, Großvater und Urgroßvater waren bereits bei der Feuerwehr und auch seine Verwandten haben sich dieser ehrenamtlichen Tätigkeit verschrieben. „Das Feuerwehrwesen wird einem ein bisschen in die Wiege gelegt, wenn man aus einer Feuerwehrfamilie kommt“, schmunzelt Huber. Bei der Feuerwehr seiner Heimatgemeinde, wo er angefangen hat, wurde er später Feuerwehrkommandant, von 1991 bis 2001 war er Abschnittsfeuerwehrkommandant im Feuerwehrabschnitt Aspang und zwischen 2001 und 2004 Bezirksfeuerwehrkommandant-Stellvertreter. Seit 2004 ist er Bezirksfeuerwehrkommandant, blieb aber auch der Feuerwehr Aspang als Feuerwehrkommandant treu: „Die Heimatbasis gibt man nie auf“, so Huber. 

In seiner Funktion als Bezirksfeuerwehrkommandant hat er die Dienstaufsicht über die 90 Feuerwehren des Bezirkes Neunkirchen, erledigt administrative und organisatorische Aufgaben und ist das Bindeglied der einzelnen Feuerwehren zum Landesfeuerwehrverband. 

Seit den 90er-Jahren ist er auch im Katastrophenhilfsdienst des Landesfeuerwehrverbandes tätig, war bei dessen Umstrukturierung dabei und koordiniert als Chef des Stabes die Stabsarbeit. In seiner Laufbahn bei der Feuerwehr unterstützte er nicht nur Einsätze in der Region – 2021 leitete er zum Beispiel die Bekämpfung des Waldbrandes im niederösterreichischen Hirschwang/Marktgemeinde Reichenau an der Rax –, sondern bringt seine Erfahrungen auch international ein. 

Der Anstoß, damit die Feuerwehr auch international tätig wird, folgt bestehenden durchstrukturierten Abläufen. So kann durch die internationale Staaten- und Hilfsgemeinschaft in der EU eine Nation um Hilfe ansuchen, wobei auch die Feuerwehren unterstützend Hilfe leisten können, etwa mit dem raschen Transport von WC- und Duschanlagen bis hin zu mobilen Kücheneinheiten sowie mit den entsprechenden Einsatzmannschaften. 

Internationale schnelle Hilfe 

Beim Erdbeben in Kroatien 2020 wurden Notunterkünfte benötigt. Das BMI prüfte nach dem Hilferuf, was zur Verfügung stand und wie man die Anlagen am schnellsten zum Einsatzort transportieren könnte. Die niederösterreichische Feuerwehr habe laut Huber hohe Transportkapazitäten und sei logistisch sehr gut aufgestellt, sodass gemeinsam mit den steirischen Kammeraden eine Einheit zusammengestellt wurde. 

Beim Waldbrand in Mazedonien im vergangenen Jahr ging ein internationaler Hilferuf ein, der aufgrund der internationalen Staatengemeinschaft auch an Österreich erging. In solchen Fällen gibt es Module, bei denen die Abläufe und Aufmarschpläne ganz genau festgelegt sind, sodass die Hilfe rasch erfolgen kann. In Mazedonien kam jenes zur Waldbrand- und Bodenbrandbekämpfung zum Einsatz. Dieses Modul muss innerhalb von sechs Stunden abmarschbereit sein. Huber selbst begab sich als Einsatzleiter mit einem kleinen Vorauskommando drei Stunden später zum Einsatzort. Weitere Fahrzeuge und Mannschaften wurden losgeschickt, worum sich Huber allerdings nicht kümmern musste. Seine Aufgabe als Einsatzleiter ist es, sich in das jeweilige Einsatzgebiet zu begeben und mit den örtlichen Behörden, Zivilschutzverbänden und der Regierung in Verbindung zu setzen sowie das Einsatzgebiet zu erkunden. Sobald die restlichen Einheiten ankommen, werden diese im Einsatzgebiet eingesetzt. Vor Ort wurde mit internationalen Einheiten zusammengearbeitet.

Sein Engagement sowie seine Erfahrung sind wichtige Komponenten, die Huber in den oft herausfordernden Einsätzen einbringt. Ebenso wichtig ist ein gutes Einvernehmen und eine gute Absprache in seiner Arbeit, um seinen ehrenamtlichen Verpflichtungen nachgehen zu können: Gemeinsam mit seinem Bruder leitet er einen Glasereibetrieb in Aspang. ❏ 

Stefanie Schadler

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