Kindliche Schlafentwicklung

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Serie Neues Leben 

In der Nacht mehrmals aufwachen und am Tag unregelmäßig schlafen: Eltern und Baby begeben sich besonders am Anfang auf die Suche nach der besten Lösung füreinander.

Gründe für unruhigen Schlaf

Viele Eltern sind auf der Suche nach einer Universallösung für den kindlichen Schlaf. Doch die Wahrheit ist, dass es keine allgemeine Lösung gibt, sondern nur individuelle Lösungen, die für die Familie passen. Man kann sich zwar im Bekanntenkreis umhören, doch man muss für sich selbst eine Routine entwickeln.

Eines vorweg: Gerade am Anfang ist nächtliches Aufwachen normal und gehört zur Entwicklung. Kinder, die früh durchschlafen, sind daher eine Seltenheit und nichts, an dem man sich orientieren sollte. Unruhig schlafen ist ganz normal, es kommt vor, dass sich Kinder hochziehen, sich im Bett drehen, reden oder sich selber aufwecken. Der Grund  dafür ist, dass Kinder im Schlaf Informationen verarbeiten. Das Gelernte wird über Nacht im Schlaf abgespeichert und integriert. Oft kommt es vor, dass Kinder Dinge, die sie am Tag zuvor noch nicht konnten, am folgenden Tag ohne Probleme meistern. Auch die Entwicklungsschritte, die Kinder gerade im ersten Jahr durchlaufen, machen sich nachts bemerkbar. 

Alle 50 Minuten kommen Kinder zudem in eine Leichtschlaf-Phase, während der sie kontrollieren, ob alles in Ordnung ist. Hier überprüfen die Kinder, ob sie hungrig oder durstig sind, ob sie etwas zwickt oder die Windel oder Blase voll ist und ob Mama und Papa in der Nähe sind. 

Meist entwickelt sich ein erster Rhythmus ab dem achten oder neunten Lebensmonat.

Helferlein beim (Ein-)Schlafen

Bei Kindern unterscheidet man zwischen Lärchen und Eulen. Eine Lärche ist früh munter und startklar und geht dafür früher am Abend ins Bett, während eine Eule es am Abend länger aushält und dafür am Morgen mehr Schlaf braucht. Wann ein Kind müde ist, erkennt man an verschiedenen Signalen, etwa dass es quengelig wird, stolpert, sich die Augen reibt und Nähe sucht. Als Eltern sollte man wachsam sein und auf diese Signale achten. 

Eine Hilfe, wenn es am Abend ums Einschlafen geht, ist eine Zeit lang zu notieren, wann das Kind tatsächlich einschläft. Schläft es beispielsweise um 20 Uhr ein, dann sollte man es nicht vor 19.45 Uhr schlafen legen. Das Einschlafen kann danach noch weitere 20 bis 30 Minuten dauern, was völlig in Ordnung ist.

Für das Einschlafen kann man sich verschiedene Rituale zurechtlegen. Wichtig bei der Wahl ist es, dass sie zur Familie passen. Manche Kinder brauchen zudem mehr Nähe, andere weniger, was sehr stark mit der Selbstregulation zu tun hat. Rituale können zum Beispiel Körperkontakt und Nähe sein, was auf das Kind beruhigend wirkt. Auch das Saugen am Flascherl oder einem Schnuller beruhigt. 

Prinzipiell sollten die Rituale am Abend so kurz wie möglich gehalten werden, um sich mit der Zeit dem Alleine-Einschlafen anzunähern. Es kann auch passieren, dass bisher bewährte Rituale plötzlich nicht mehr funktionieren. Dann sollten diese verändert und den Bedürfnissen der Kinder angepasst werden.

Wie viel Schlaf wird benötigt?

Der Schlafbedarf von Neugeborenen liegt bei durchschnittlich 16 Stunden, der auf den Tag verteilt wird. Mit zunehmendem Alter sind Kleinkinder am Tag länger wach und es kommt zu mehr oder weniger regelmäßigem Tagschlaf. Dieser kann sich von einem Vormittags- und Nachmittagsschlaf mit der Zeit zu nur mehr einem Schlaf am Tag entwickeln. Wann das passiert, ist verschieden, daher sollte man immer wieder überprüfen, ob und wie viel Tagschlaf das Kind noch braucht. Früher oder später wird der gesamte Schlafbedarf über die Nacht gedeckt. 

Fällt der Tagschlaf schließlich weg, ist es weiterhin wichtig, stattdessen Ruhephasen im Tagesverlauf einzubauen. In dieser Zeit kann man sich zum Beispiel gemeinsam hinsetzen und ein Buch lesen oder Musik hören.

Jüngere Kinder können zudem den Schlaf gut nachholen, wenn er zum Beispiel am Tag einmal ausfällt. Ab ca. einem Jahr können Müdigkeitsphasen besser übertaucht werden und der Schlaf wird nicht mehr nachgeholt. Stattdessen sind die Kinder früher quengelig oder haben am Abend einen unruhigen Schlaf. 

Bis der Schlaf sich so entwickelt hat, wie wir ihn von uns gewohnt sind, dauert es bis zum dritten, teilweise vierten Lebensjahr. ❏            

Stefanie Schadler

Foto(c) comp auf freepik

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