Kunststoffflaschen bei Öl, Essig und Alkohol vermeiden

in Expertentipp

Der studierte Lebensmittel- und Biotechnologe Dr. Thomas Kampitsch aus Kärnten informiert in seinem neuen Buch „99+ Questions“ über Gesundheitsthemen. In der aktuellen Ausgabe beantwortet er die Frage: Warum sollte ich Alkohol, Essig und Öl niemals in Kunststoffflaschen kaufen?

Dr. Thomas Kampitsch: Fakt ist: Kunststoffe aus Erdölnebenprodukten beinhalten oft eine Fülle an für den Menschen fraglichen Verbindungen mit wissenschaftlich belegten negativen Einflüssen auf den gesamten Organismus. Vor allem Additive wie Weichmacher agieren im Körper oft als starke Östrogene und greifen in den Hormonstoffwechsel ein („hormonelle Disruptoren“). Dadurch könnte die Krebsentstehung, Körperfettspeicherung, Unfruchtbarkeit und Impotenz gemäß Studienlage und wissenschaftlicher Ausarbeitungen gefördert werden. 

Vor allem polare Lösungsmittel wie heißes Wasser (z. B. Tee in der Weichplastikflasche), Säuren (z. B. Essig), Alkohol (z. B. Schnaps oder Bier in Plastikflaschen) und Öle können Kunststoffadditive aus Plastikflaschen vermehrt lösen und den Kunststoff angreifen. Diese Additive reichern sich anschließend im Produkt selbst an und können analytisch erfasst werden. Zudem diffundiert Luftsauerstoff durch Kunststoff weitaus einfacher als durch Glas und oxidiert bspw. wertvolle Fettsäuren im Öl. Oxidierte Fettsäuren können als Radikale im Körper wirken, was eine zusätzliche Belastung im Körper darstellt. Dies steht im Verdacht, zu beschleunigter Alterung und Krebsentstehung beizutragen.

Daher sollten alkoholische Getränke, Essige und Öle ausschließlich in Glasflaschen gekauft werden, um die genannten Negativeffekte zu vermeiden. Bei Ölen empfiehlt sich außerdem,  nur dunkles Glas zu beziehen, um das zusätzlich die Produktalterung beschleunigende Sonnenlicht zu blocken. So bleiben die Vitamine, Fettsäuren und wertvollen sekundären Pflanzenstoffe länger erhalten.

Zusammenfassend gilt: Versuchen Sie Plastikflaschen zu meiden, wo es geht. Der Natur nützt recycelte Ware, aber Ihnen nur indirekt. Vorsicht auch bei den typischen „Radlerflaschen“, wie man sie aus dem Fitnessstudio kennt, vor allem jene, die kunststoffartigen Geschmack abgeben, denn das bedeutet, dass sich Kunststoffadditive vermehrt lösen. Eine gute Alternative stellen auch Trinkflaschen aus Edelstahl dar: Edelstahl ist nicht reaktiv, hält ewig und ist nicht so schwer und zerbrechlich wie Glas. Auch kann es im Spüler heiß gewaschen werden und verändert sich dabei nicht. Wichtig ist auch, nicht alle Kunststoffe gleich negativ zu beurteilen: Varianten wie PP (Polypropylen) und PLA (Polymilchsäure – aus nachwachsenden Rohstoffen und biologisch abbaubar!) zeichnen sich durch bessere Beständigkeit (PP) und toxikologische Unbedenklichkeit (PLA) aus und werden in Zukunft vermehrt Verwendung finden. Merken Sie sich: Je weicher der Kunststoff, desto kritischer sollen Sie ihn beurteilen. Kaufen Sie, wenn Sie die Wahl haben, Waren in Glas und nicht in Kunststoff – Ihnen und der Umwelt zuliebe! ❏

Buchbestellungen unter consulting@thomas-kampitsch.at

Foto: ©Freepik


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