Leckeres Essen günstig kaufen

in Wirtschaft

Mit der Initiative „Too Good To Go“ war es noch nie einfacher, gegen Lebensmittelverschwendung einzutreten. Einwandfreie Lebensmittel, die nicht mehr für den Verkauf geeignet sind, können zu einem Drittel ihres Wertes gekauft werden.

App zum Schmökern

Unglaublich, aber mehr als ein Drittel aller Lebensmittel wird verschwendet. In Österreich sind das mehr als eine Million Tonnen Lebensmittel jährlich. Die Initiative „Too Good To Go“ sagt dieser Verschwendung den Kampf an; und jeder kann sich daran beteiligen. Mithilfe einer App, die man sich auf das Smartphone lädt, können Lebensmittel kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum oder solche, die sich aus anderen Gründen wahrscheinlich nicht mehr verkaufen lassen, bestellt werden. Zur einfacheren Orientierung können teilnehmende Betriebe im näheren Umkreis bestimmt und durchstöbert werden. Hat man sich für ein Überraschungssackerl bei einem Betrieb entschieden, bezahlt man dieses vorab über die App zum Drittel des Warenwerts und holt es danach in einem angegebenen Zeitraum ab. Um aus den Lebensmitteln, die man erhält, etwas Gutes in der Küche zu zaubern, gibt es sogar ein Kochbuch für den Zero-Waste-Haushalt zum Gratis-Download, in dem mit kreativen Ideen köstliche Jausen, Nachspeisen oder Mahlzeiten gezaubert werden – auch ideal, um Reste zu verwerten.

Auf der Seite der Betriebe erhält man dadurch die Möglichkeit, den Überschuss vor seiner Vernichtung zu bewahren, und gleichzeitig wird der ökologische Fußabdruck verkleinert. Auch lassen sich dadurch neue Kunden erreichen.

Über eine Million Österreicherinnen und Österreicher nutzen diese Möglichkeit bereits. Fast 4.000 Betriebe haben sich daran beteiligt, darunter auch bereits viele im Wechselland.

Begeistert Jung und Alt

Seit Jänner 2022 sind der Eurospar in Aspang und der Spar-Markt in Pinggau bei dieser Initiative dabei. Geschäftsführerin Julia Plank informiert, dass von Montag bis Samstag mehrere Sackerl von den Mitarbeitern gerichtet werden, die dann eine halbe Stunde vor Ladenschluss abgeholt werden. „Das hat den Vorteil, dass wir genau das hineinpacken, was sich an diesem Tag nicht verkauft hat“, so Plank. Der Inhalt variiert und kann aus übrig gebliebenem Gebäck und Brot bestehen, aus Äpfeln, die nicht mehr eins a sind und daher nicht für den regulären Verkauf angeboten werden können, und anderen Lebensmitteln wie Kühlartikel, Obst und Gemüse. Es handelt sich um Lebensmittel, die einwandfrei gegessen werden können und deren Mindesthaltbarkeitsdauer auch noch nicht abgelaufen ist. 

Diese Initiative spreche laut Plank alle Personengruppen an, egal ob Jung oder Alt, Stammkunden oder Neukunden. Außerdem begeistere das Thema, Lebensmittel nicht zu verschwenden, Kinder in der Schule und Pensionisten in gleichem Maße.

In Pinggau kann das vorbestellte Sackerl an der Feinkosttheke und in Aspang bei der Obstabteilung abgeholt werden, weil hier jeweils ein Kühlraum vorhanden ist. Bei der Kassa erhalten die Kunden danach einen Null-Bon. „Das Feedback ist durchwegs positiv, weil es vor allem um den Gewinn der Ware geht und weniger darum, den Lieblingssnack zu ergattern“, so Plank.

Wertvolle Lebensmittel retten

Auch Fleischereien finden sich in der „Too Good To Go“-App, wie etwa Buchberger in Friedberg und Gugerell in Aspang. Die Fleischerei Buchberger habe im März 2021 damit begonnen, ihre Filialen sukzessive mit dieser Möglichkeit auszustatten, was seither super angenommen werde, so Alexandra Gößlbauer, zuständig für das Marketing in der Firma. Während Waren in der Küche verarbeitet werden, die es in manchen Filialen gibt, in der Produktion selbst möglichst wenig verschwendet und das gesamte Tier verwertet wird, wird mit dieser Initiative ein weiterer Feinschliff hin zu möglichst wenig Verschwendung genutzt. „Pro Filiale und pro Tag werden zwei Sackerl gerichtet, die meist am Vorabend bereits verkauft sind“, so Gößlbauer. Der Inhalt kann Wurst, Produkte aus dem Zusatzsortiment wie Pastete enthalten, Fleisch und gekochte Ware sowie Gebäck. Auch Familien würden laut Gößlbauer diese Möglichkeit nutzen, Ware aus der Region günstig zu kaufen, aber auch Neukunden hätten die Fleischerei durch „Too Good To Go“ entdeckt. „Es ist eine tolle Möglichkeit, wertvolle und einwandfreie Produkte zu verkaufen“, so Gößlbauer.

Johannes Gugerell von der gleichnamigen Fleischerei in Aspang ist seit über einem Jahr als Betrieb bei „Too Good To Go“ angemeldet und auch für ihn laufe es fantastisch. Zwei Sackerl werden von Montag bis Freitag gerichtet, die jeweils kurz vor Ladenschluss abgeholt werden. Die Sackerl bestehen meist aus einem Feinkostartikel und Frischfleisch oder einem fertigen Essen. Bis jetzt sei noch jedes Sackerl abgeholt worden. 

Grundsätzlich werde bei der Fleischerei Gugerell versucht, die Produktion möglichst der Nachfrage anzupassen, was bei verderblichen Lebensmitteln nicht immer einfach sei. Neben der Möglichkeit, Waren im Geschäft zu verkochen, werden einwandfreie Lebensmittel nun über „Too Good To Go“ günstiger verkauft – darunter fallen auch Fehlproduktionen, die optisch nicht so gut gelungen seien –, wofür Gugerell sehr dankbar sei. Gugerell begrüßt es zudem, dass man die Verantwortlichen hinter der Initiative auch telefonisch erreichen kann. ❏            

Stefanie Schadler


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