Lehrausbildung auf hohem Niveau

in Wirtschaft

Lehrberufe – all das ist mit einer Lehre möglich. Verschiedene Lehrbetriebe aus der Region geben Einblicke.

Weiterbildung und 

Auslandspraktika

Die Wirtschaft entwickelt sich ständig weiter und von dieser Modernisierung ist auch die Lehrlingsausbildung betroffen. Neben der Anhebung des Meistertitels auf Höhe des Bachelor – siehe Artikel auf der gegenüberliegenden Seite – hat auch die Möglichkeit, im Zuge der dualen Berufsausbildung die Matura zu erlangen, wesentlich zur Attraktivierung der Lehre beigetragen, so die Wirtschaftskammer Hartberg-Fürstenfeld. Diese Berufsmatura ermöglicht es auch ohne Abschluss einer höheren Schule, eine Universität oder Fachhochschule zu besuchen. Seit 2008 kann man die Berufsmatura auch parallel zur Lehre absolvieren – unter bestimmten Voraussetzungen sogar kostenfrei. 

Vielen Karrieren geht eine Lehre voraus, so sind ehemalige Lehrlinge bei der Firma Schöller Bleckmann in Ternitz heute Produktionsleiter oder Gruppenleiter. Der Konzern agiert weltweit, seine Konzernsprache ist Englisch. Um die sprachliche Kompetenz der Lehrlinge zu fördern, erfolgt die Ausbildung einmal pro Woche mit einem Nativ-Speaker auf Englisch. Die Benennung der Arbeitsschritte, Werkstücke und Werkzeuge werden somit in jener Sprache erlernt, die sie im Alltag brauchen.

Auch Auslandspraktika sind für Lehrlinge in grundsätzlich allen Branchen möglich. Die Firma F/LIST in Thomasberg sieht Auslandserfahrung für Lehrlinge als wichtigen Punkt für die eigene Persönlichkeit, aber auch für den internationalen Einsatz im Rahmen globaler Supporteinsätze in ihren Auslandsstandorten und bei den Kunden weltweit. Neben Auslandspraktika über die Organisation IFA gibt es bei F/LIST auch die Möglichkeit für Lehrlinge über 18 Jahre, bei kleineren Auslandseinsätzen dabei zu sein und noch mehr Erfahrung für ihre berufliche Laufbahn zu sammeln. 

Bei der Ausbildung wird generell verstärkt auf die individuelle Entwicklung der Lehrlinge Rücksicht genommen, was auch entsprechend von der Wirtschaftskammer gefördert wird. So gibt es eine fachliche und persönliche Weiterbildung durch verschiedene Kursangebote oder spezielle „Nachhilfeprogramme“ für Lehrlinge. Auch wird die Vorbereitung auf die unterschiedlichen Lehrlingswettbewerbe wie Staatsmeisterschaften oder EuroSkills individuell sehr stark gefördert.

Veränderung und 

Wichtigkeit

75% der Unternehmen leiden bereits an starkem Fachkräftemangel, wobei es für Firmen enorm wichtig ist, eigene Fachkräfte auszubilden. Dazu F/LIST: „Wir profitieren sehr von den eigens ausgebildeten Lehrlingen, weil wir sie auf unsere Prozesse und Produkte schulen können und wissen, welche Qualifikationen sie mitbringen. Wir gehen schon während der Ausbildung auf ihre persönlichen Stärken ein und fördern ihre Weiterentwicklung in diese Richtung, um langfristig sicherzustellen, dass der neu ausgebildete Facharbeiter ideal zum Unternehmen passt – und umgekehrt“

Die Digitalisierung hat auch viele Lehrberufe digitaler werden lassen. Das hat zur Folge, dass fast jeder Lehrberuf entsprechende EDV-Kenntnisse benötigt. Der Tischler-Lehrling arbeitet heutzutage nicht nur mit Holz sondern mit vielen unterschiedlichen Materialien und weiß über deren Beschaffenheit und Verhalten bescheid. Bei der Lehre zum Rauchfangkehrer wird die Kehrarbeit über den Schacht immer seltener, stattdessen gewinnt die technische Überprüfung mit Messgeräten immer mehr an Bedeutung ebenso wie Wartungsthemen.

Aber nicht nur bestehende Lehrberufe ändern sich, sondern es werden auch neue eingeführt wie etwa zuletzt in den Bereichen Applikationsentwicklung – Coding, Informationstechnologie mit den zwei Schwerpunkten Systemtechnik und Betriebstechnik, Bautechnische Assistenz, E-Commerce-Kaufmann, Glasverfahrenstechnik, Maskenbildner und Steinmetztechnik. Ein Lehrbetrieb für Informationstechnologie mit Schwerpunkt Betriebstechnik ist zum Beispiel die Firma kechit GmbH in Kirchberg am Wechsel.

Durch Lehrausbildungsplätze wird außerdem die Bindung an die Region gestärkt, was junge Fachkräfte eher dazu veranlasst, in der Region zu bleiben statt in die Städte abzuwandern. Dadurch wird wiederum die regionale Wirtschaft gestärkt. ❏  Stefanie Schadler

Bildtext:

Immer wieder werden auch weibliche Zerspanungstechniker bei Schöller Bleckmann Oilfield Technology in der eigenen Lehrwerkstatt ausgebildet. Die junge Dame am Bild, damals noch Lehrling, ist durch Weiterbildung inzwischen für die Werkstoff-prüfung im Labor zuständig.

© Bild: Schöller Bleckmann Oilfield Technologie

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