Lehrausbildung im Onlinehandel

in Wirtschaft

Die Lehre passt sich neuen Berufsfeldern an – das beweist die neue Ausbildung im Bereich E-Commerce, die die kaufmännische Ausbildung mit den Aufgaben im Onlinehandel verknüpft.

Vielfältige Ausbildung

Durch den steigenden Onlinehandel, der durch die Corona-Pandemie sicherlich befeuert wurde, wurde 2018 ein neuer Lehrberuf ins Leben gerufen, der E-Commerce-Kaufmann/die E-Commerce-Kauffrau. Als befristeter Ausbildungsversuch gestartet, wurde er 2020 fix in das Ausbildungsangebot aufgenommen. 

Grundsätzlich hat der Lehrberuf E-Commerce Kauffrau/-mann eine kaufmännische Ausbildung als Basis, der zusätzlich die Spezialfelder im E-Commerce-Bereich abdeckt. Die Aufgaben sind sehr breit gefächert: Die Lehrlinge lernen, wie man einen Onlineshop verwaltet und die Bedienbarkeit vereinfacht, wie man Waren wettbewerbsfähig präsentiert, Video- und Bildbearbeitung, das Versenden eines Newsletters inklusive der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die Auftritte in den sozialen Medien. Die Lehre dauert drei Jahre, wobei man jeweils Monate im Betrieb mitarbeitet und zwei Monate in der Berufsschule eine Spezialausbildung erhält. Gerade im E-Commerce könne das duale Bildungssystem mit seiner Praxisnähe punkten, ist Ing. Franz Winkler, Leiter der Landesberufsschule Feldbach, überzeugt.

Da es sich um einen neuen Lehrberuf handelt, wurde für dessen Ausbildung in jedem Bundesland zunächst eine Berufsschule ausgewählt. In der Steiermark fiel die Wahl auf Feldbach, da diese ohnehin einen Schwerpunkt in der kaufmännischen Lehrausbildung hat. Für die Ausbildung der Schüler holte die Schule zwei Spezialisten aus dem Bereich E-Commerce, da die Ausbildung hoch spezialisiert sei und sehr stark im EDV-Bereich gearbeitet werde. In Feldbach gebe es zudem ein eigenes Programm, in dem die Lehrlinge alle Arbeiten, die sie im Betrieb machen müssen, simulieren könnten.

Interessant für Maturanten

Die Schüler, die diesen Lehrberuf beginnen, seien laut Winkler vorwiegend ältere Personen um die 18 Jahre, viele mit Matura, die bereits ein sehr hohes Wissen haben: Sie haben sich privat bereits sehr stark mit EDV und dem Programmieren sowie mit den neuen Medien beschäftigt.

Da die Ausbildung im E-Commerce viele Arbeitsbereiche abdeckt, sind die Arbeitsplätze nicht nur bei reinen Onlineshops zu finden, sondern auch in Betrieben im Einzel- und Großhandel wie Tourismus oder Lebensmittelmärkte, bei denen es in Zukunft immer wichtiger werden wird, über einen Webshop online einkaufen zu können. Winkler prognostiziert der Lehre zum E-Commerce-Kaufmann/zur E-Commerce-Kauffrau angesichts der aktuellen Entwicklung im Bereich Onlinehandel ausgezeichnete Berufschancen.

Derzeit werden in E-Commerce 50 Schüler in Feldbach ausgebildet, Tendenz steigend. Österreichweit sieht die Entwicklung ähnlich aus: Gestartet wurde mit dem Lehrberuf 2018 mit 80 Schülern, 2020 waren es bereits rund 280. Wie bei allen neuen Lehrberufen fehlt es noch an der Bekanntheit unter den jungen Leuten und ebenso bilden erst wenige Unternehmer diesen Lehrberuf aus.  ❏ 

Stefanie Schadler

Foto© rawpixel.com


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