Marienseer Schwaig

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Serie: Schwaigen am Wechsel

Eine Schwaig mit langer Tradition ist jene in Mariensee. Neben Weideflächen befindet sich hier seit Mitte 1800 der Forstbetrieb Mariensee.

Gemütliche Hütte

Die Marienseer (früher Aspanger) Schwaig auf 1.466 m ist eine ursprüngliche, im Urzustand erhaltene Hütte, ein „altes Gebäude mit einem gewissen Charme“, so der Eigentümer Thomas Schenker. Dafür sorgen die alte Küche und der alte Gastraum mit nur drei Tischen. Hier müssen die Gäste zusammenrücken und kommen automatisch mit zuvor fremden Leuten ins Gespräch. So fördert die Hütte seit jeher das gemütliche, gesellige Beisammensein – heute natürlich unter den jeweils geltenden Corona-Regeln. 

Das Alter der Schwaig lässt sich nicht genau festlegen, sie ist aber in der Katastralmappe aus dem Jahr 1823 bereits eingezeichnet. Die Hütte führt einen Sommerbetrieb zwischen 15. Mai und dem zweiten Sonntag im September. Es werden eine kalte Jause, Suppen sowie eine warme Speise und Getränke angeboten.

Vielfalt durch offene Flächen

Früher, in Zeiten der Hammerwerke, die an vielen Bachläufen des Wechsellandes erbaut wurden, hatte der Fortbetrieb selbst sehr viel Vieh, das im Sommer auf die Almen getrieben wurde. Die Flächen im Tal wurden für Ackerbau oder dafür verwendet, Futter für die Tiere im Winter wachsen zu lassen. Seit mehreren Jahrzehnten sind die Flächen nun an die Weidegemeinschaft Hochwechsel verpachtet. Diese Weidegemeinschaft besteht aus mehreren Bauern, die auf der niederösterreichischen und steirischen Seite zu Hause sind und die in Summe rund 250 Mutterkühe auftreiben.

Durch die Arbeit der Bauern wird die Landschaft offen gehalten, was auch den Touristen zugutekommt und außerdem die Bejagung erleichtert. Diese freien Flächen sorgen aber auch für eine Vielfalt, die sich etwa in verschiedenen Gräsern – darunter der  Bürstlingsrasen, der teilweise unter Naturschutz steht – Heidel- und Preiselbeere, Eberesche und vielem mehr zeigt.  Gäbe es keine offenen Flächen, würde sich die Alm als Nadelmischwaldfläche präsentieren.

Lange Familientradition

Rund um die gut 220 Hektar dieser verpachteten Almfläche besteht der Forstbetrieb Schenker mit einer Gesamtfläche von rund 2.000 Hektar. Früher gehörte alles zur Herrschaft Aspang. Thomas Schenkers Ururgroßvater Hermann Schenker hat die Alm 1879 von seinem Stiefvater geerbt, der sie wiederum 1865 aus einer Konkursmasse der Brüder Oesterlein gekauft hat, die diese Hammerwerke betrieben haben. Bereits sein Ururgroßvater war es auch, der den Forstbetrieb gegründet hat, der von der Familie weitergeführt wurde, bis Thomas Schenker den Betrieb 2009 übernommen hat. 

Unterschiedliche Wandermöglichkeiten

Beliebte Wanderwege gehen vom Biotop über die Marienseer Schwaig auf den Hochwechsel oder über den Wasserweg auf die Marienseer Schwaig und weiter auf den Hochwechsel zum Wetterkogler Haus. Von dort gelangt man weiter zur Vorauer bzw. Ochsen Schwaig, zum Hallerhaus und zur Mönichkirchner Schwaig.

Auch ausgehend von Mariensee gibt es beliebte Wanderwege: von Mariensee Ort etwa auf den Kampstein oder in Richtung Mönichkirchner Schwaig.

Gedanken zur Parksituation Biotop Mariensee

Thomas Schenker ist es als Grundeigentümer wichtig, die Parksituation zu entspannen und den Wanderern unterschiedliche Routen schmackhaft zu machen. Im letzten Winter stieß die Parksituation beim Biotop in Mariensee an ihre Grenzen. Schenker spricht sich dennoch gegen ein Vergrößern der Parkfläche aus und will im Sinne der Umwelt nicht noch mehr Flächen versiegeln. Stattdessen möchte er die Menschen hin zum öffentlichen Verkehr lenken. Auch steht er hinter einer Gebührenpflicht für das Parken beim Biotop, wie es etwa bereits auf der Hohen Wand oder in Rettenegg üblich ist. ❏        
Stefanie Schadler

Foto © Bettina Schopfhauser


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