Medienmagnet im Zeichen von Corona

in Aktuell

Während es in anderen Gemeinden relativ ruhig war, zeigten sich die Medien aufgrund der Namensgleichheit mit dem Virus am Ort St. Corona am Wechsel sehr interessiert.

Mit Kamera und Mikrofon

In Zeiten der COVID-19-Pandemie war es auch in den Gemeinden des Wechsellandes sehr ruhig. Das soziale Leben war vorwiegend auf die eigenen vier Wände beschränkt. Anders in der nicht ganz 400 Einwohner fassenden Gemeinde St. Corona am Wechsel, denn hier herrschte reger Betrieb: Durch die Namensgleichheit mit dem Coronavirus waren die Medien des Landes und darüber hinaus auf die kleine Ortschaft aufmerksam geworden.

Neben Vertretern der österreichischen TV-Sender wie Servus TV und ORF sowie Zeitungen waren auch Medienteams vor Ort, die Berichte für chinesische oder Schweizer Medien produzierten. Bürgermeister Michael Gruber schmunzelt über die zahlreichen Medienanfragen: „Die Öffentlichkeitsarbeit ist normalerweise nicht so gehäuft wie in den letzten Wochen.“

Anfangs befürchtete Gruber noch ein negatives Image für den Ort, das sich in den Köpfen der Leute aufgrund der Namensgleichheit mit dem Virus festsetzen könnte. Doch bald war klar, dass die Medienberichte durchwegs positiv für St. Corona ausfielen. So konnte dieses positive Marketing genutzt werden.

Gesamte Region profitiert

Passenderweise geht der Name von St. Corona auf die heilige Corona zurück, die unter anderem als Patronin gegen Seuchen verehrt wird. 

Dort, wo heute die Wallfahrtskirche steht, wurde 1504 von Holzfällern in einer hohlen Linde das Bildnis der hl. Corona gefunden. Seither pilgern Gruppen mit Bussen zur Kirche, um der hl. Corona fürzubitten. Durch das Medieninteresse entstand eine neue Art von Pilgern, so Gruber: Es handelt sich um Einzelpersonen oder Familien, die in die Wallfahrtskirche kommen und sich ein positives Fürsprechen von der hl. Corona erhoffen. Sie bringen Geschenke wie Blumen mit und zünden eine Kerze an.

Auf der anderen Seite gibt es auch Personen, die dem Ort aufgrund der Namensgleichheit einen Besuch abstatten und beispielsweise an der Ortstafel ein Selfie machen.

Mittlerweile kehrt der Alltag in St. Corona zurück und damit auch die Touristen, sodass vor allem am Wochenende wieder reger Betrieb herrscht. Ob sich die Berichterstattung auf den Besucherstrom auswirken werde, könne noch nicht gesagt werden, doch von der starken Medienpräsenz von St. Corona profitiere die gesamte Region, ist Gruber überzeugt: „Die Besucher sehen die Gemeinde nicht als Ortschaft. Stattdessen besuchen sie bei ihren mehrtägigen Aufenthalten die gesamte Region und organisieren Ausflüge.“ ❏      Stefanie Schadler

Bild: Die unscheinbare Ortstafel von St. Corona wurde plötzlich zum Star vieler Selfies.

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