Meistertitel aufgewertet

in Wirtschaft

Der berufliche Abschluss Meister ist nun national und international vergleichbar. Damit erhalten das duale Ausbildungssystem und die Meisterausbildung einen neuen Stellenwert.

Meister auf Bachelor-Niveau

Aufgrund des umfangreichen Bildungssystems in Europa und der wachsenden Mobilität der berufstätigen Menschen wurde der Wunsch nach internationaler Vergleichbarkeit laut. Diesem Wunsch kommt der „Nationale Qualifikationsrahmen“ entgegen, der sämtliche Bildungsabschlüsse und Qualifikationen national und international vergleichbar macht. In diesem Zuge wurde der Meister auf die Höhe des Universität-Titels Bachelor gestellt. „Es ist ein starkes positives Signal für das duale Ausbildungssystem insgesamt und ein starker Impuls an die jungen Menschen in der dualen Ausbildung, auch die Meisterprüfung in Angriff zu nehmen“, so Regionalstellenobmann Ing. Herbert Spitzer von der Wirtschaftskammer Hartberg-Fürstenfeld. 

Die Vorteile für die Praktiker sind unter anderem, dass ihre Titel – wie bei den akademischen Abschlüssen – nun europaweit vergleichbar sind. So fällt das aufwendige Anerkennungsverfahren im Ausland weg. Gerade bei internationalen Ausschreibungen gibt dieser Schritt einen klaren Einblick in die Qualifikation der Mitarbeiter, die oft ein Entscheidungskriterium darstellen. Ein handwerklicher Meister ist allerdings nicht für ein Master-Studium berechtigt.

Heimische Betriebe erfreut

Diese Gleichstellung setzt ein starkes Zeichen für Lehrlinge, deren Ausbildung dem Meister vorausgeht: Die Lehre wird dadurch als hochqualifizierte Ausbildung positioniert. „Spitzen-Qualifikationen in unserer Wirtschaft stehen damit staatlich anerkannt auf Augenhöhe mit einem universitären Abschluss“., so die Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich Sonja Zwazl in einem Kommentar der Zeitung „Niederösterreichische Wirtschaft“. Rauchfangkehrermeister Ing. Hans Diettrich aus Aspang begrüßt diese Aufwertung für den Lehrberuf und dessen Ausbildung. Tischlermeister Franz Kager, Geschäftsführer der Firma Team Möbel Center in Rohrbach an der Lafnitz, sieht durch diese Gleichstellung mit dem Bachelor eine Aufwertung des Lehrberufs. Die umfangreiche Ausbildung erhalte dadurch mehr Wertigkeit, schließlich gehen mit dem Meister zahlreiche Voraussetzungen einher. Bei der Firma F/List in Thomasberg sieht man die Gleichstellung ebenfalls als wichtigen Schritt zur Anerkennung der Ausbildung als Meister, die gleichzeitig der Lehrausbildung einen höheren Stellenwert gibt. „Es spiegelt sich in unseren Werten wieder, dass eine Lehre nur der Beginn ist und man mit Engagement und Interesse so gut wie alles erreichen kann und mit einer Lehre wie mit einem Studium alle Karrierewege offen stehen“., so die Firma weiter. 

Für die Wirtschaft sei diese Aufwertung des Meisters auch eine wichtige Entscheidung in Hinblick auf den heimischen Fachkräfte- und Ausbildungsstandort Österreich, heißt es von Seiten der WK Hartberg-Fürstenfeld. ❏  Stefanie Schadler

 

Bildbeschreibung:

Der Meistertitel wurde auf Augenhöhe mit dem Bachelor gesetzt – das ist nur ein Schritt von vielen, um den Lehrberuf aufzuwerten und attraktiver zu machen. Die Firma F/LIST betont, dass eine Lehre nur der Beginn ist und mit Engagement und Interesse so gut wie alles erreicht werden kann und somit alle Karrierewege offen stehen.

©Bild: F/List

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