Menschen im Wechselland …

in Leserservice

… Elisabeth G. Beyerl

Elisabeth G. Beyerl lebt in Kirchberg am Wechsel und nennt unter anderem Schreiben und Lesen, Fotografieren, Klavierspielen, Singen und Sticken als ihre Hobbys. Auch das Interesse an Sprachen ist groß, gerne liest sie auch Texte in Englisch. Sie selbst schreibt gereimte und ungereimte Lyrik sowie Prosa, wobei die Themen Natur und Harmonie im Mittelpunkt stehen. Ihre Werke richten sich an Kinder und Erwachsene. Ihr neuestes Werk hat den Titel „Hoamat, Liab und Leben“. Wir haben uns von Frau Beyerl Einblicke in Ihre Schreibroutine geben lassen.
WLZ: Was bedeutet für Sie das Schreiben im Alltag?
E.B.: Viel. Es ist mir ein Bedürfnis, nach dem ich meinen Alltag organisatorisch ausrichte.
WLZ: Wie entsteht eine Idee zu einem neuen Buch und wie beginnen Sie, daran zu arbeiten?
E.B.: Die Grundidee zu einem neuen Buch liefert mir mein Gefühl. Ich notiere mir Themen, prägnante Sätze, Reime etc., wie sie kommen; d.h., ich arbeite abwechselnd an mehreren Projekten, solange bis sich deutlich gewisse Zielrichtungen ergeben.
WLZ: Wie sieht Ihre Schreibroutine aus?
E.B.: Ich habe in jedem Raum, in jeder Handtasche, im Auto, Block und Kugelschreiber parat. Da kommt es schon vor, dass ich, mit mehligen oder fetten Händen in der Küche stehend, Ideen habe, sich Reime aufdrängen, die gleich niedergeschrieben werden müssen. Sehr kreativ bin ich im Freien. Grundsätzlich brauche ich, bevor mich mein Gefühl zu einem Beginn bringt, innere Ruhe; Stimmung. Untertags auf Blocks stenografiert, werden die Texte am Abend in den PC eingegeben und ausgedruckt, sodass am nächsten Tag Korrekturen gemacht werden können.
WLZ: Wieso haben Sie sich bei Ihrem aktuellen Buch für “Umgangssprache” entschieden?
E.B.: Ich schreibe nieder, wie es sich in mir sprachlich formuliert. Zwar spreche ich im Alltag immer hochdeutsch, habe aber Teile meiner Kindheit hier in Kirchberg verbracht. Diese Umgangssprache scheint sich “eingegraben” zu haben. Dazu sagte man mir immer schon, dass ich sprachbegabt sei. Die logische Überlegung kommt dazu: Ein Sprachwissenschafter hat mir kürzlich bestätigt, dass etwa 1/3 der Bevölkerung Umgangssprache spricht und mehr als ein zweites Drittel Dialekt. Die Menschen sprechen nicht nur, sagen wir, in Umgangssprache, sie denken, ja sie träumen auch in dieser. Sie sprechen auch mit dem Herrgott – so sie mit ihm sprechen – nicht plötzlich hochdeutsch (außer die bekannten Gebete). Warum also nicht auch in Umgangssprache schreiben? Poesie wie auch Lyrik,  Umgangssprache oder hochdeutsch, entsteht für mich aus dem Bedürfnis, mich in einer gefühlsbetonten Weise ausdrücken zu wollen. Dadurch wird der Inhalt präziser, kürzer formuliert.
Für mich ist Poesie, Umgangssprache oder hochdeutsch, eine Art Musik, der gewisse Rhythmen zugrunde liegen und bei der man, mit Feinfühligkeit und sprachlichem Geschick, Akzente setzen kann. Man hat die Möglichkeit, durch Jonglieren mit Wörtern und Silben Gedanken zu akzentuieren; Ärger, Zorn, Gefühl, Liebe stärker auszudrücken und manches auch, kurz angedeutet, durch die Blume sagen zu können.
WLZ: Ihr erstes Buch haben Sie im Eigenverlag veröffentlicht. Wie schwierig ist es, einen Verlag für Ihre Bücher zu finden?
E.B.: Sehr schwierig! Es ist wie das Suchen der berühmten Nadel im Heuhaufen. Es gibt nicht nur riesig viele Verlage, die meisten kennt man gar nicht. Das Internet schafft es auch nicht, alles transparent zu machen. Dann schreibt man an Verlage, von denen man glaubt, dass sie zuständig sein könnten und bekommt meist gar keine Antwort. Recht entmutigend kann man auf Homepages oft lesen: “Nicht gewünschte Manuskripte werden nicht angenommen.” Wie soll man aber dann dazu kommen, dass sie gewünscht werden? Was macht man also: Man sucht sich nach bestem Wissen Verlage aus (und wartet geduldig). Man rede mit möglichst vielen Leute darüber, ob da nicht vielleicht jemand jemanden kennt…
Agil bleiben und Achtung: Kommissar Zufall ist nicht zu unterschätzen!

Foto (c) Kathi Fahrner

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