Menschen im Wechselland: Dietmar Grill – Rennfahrer

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WLZ: Wie sieht Ihre Karriere im Motorsport aus?
Grill: 1997 habe ich meinen Führerschein bekommen und am Sonntag darauf bin ich mein erstes Autocrash-Rennen gefahren. Bis 2011 ging es dann so weiter, danach gab es Ausflüge ins Autocross und Stockcar, seit 2017 fahre ich wieder Autocrash. Ein Freund bot mir an, mit seinem Auto, dass er für Autocrash hat bauen lassen, zu fahren. In der Saison 2018 bin ich dann mit seinem Auto und beim Motorsportclub Traiskirchen durchgestartet und holte meinen 5. Gesamt-Staatsmeistertitel.
WLZ: Was genau ist Autocrash und auf was kommt es an?
Grill: In der Autocrash-Staatsmeisterschaft gibt es zwei Divisionen, eine Seriennahe Division und die Crash-Spezial, in der ich fahre. Darin fahren Eigenbau-Buggys mit einem verbauten Gitterrohrrahmen. Aufgeteilt wiederum in Hubraumklassen – ich fahre in der 2. Klasse mit 1800 Kubik – fährt jede Klasse getrennt. An einem Renntag gibt es einen Vorlauf, ein Semifinale und Finale. Die fünf Schnellsten des Tages von jeder Kubikklasse haben danach die Chance auf den Tagessieg. Zwischen 8 und 10 Rennen gibt es pro Jahr mit je bis zu 3000 Zuschauern.
Autocrash heißt es deshalb, weil ich meine Gegner anfahren und abdrängen darf. Das war früher natürlich viel extremer, da ging es wirklich Mann gegen Mann. Aber mittlerweile investieren die Fahrer schon so viel Geld, dass es eher darum geht, ein schnelles Rennen zu fahren. Natürlich kommt es immer wieder zu Massenkarambolagen, etwa wenn bis zu 20 Autos zugleich los starten und um die erste Kurve möchten – aber es ist nicht Sinn der Sache.
WLZ: Was bedeutet für dich die Teilnahme an solchen Rennen?
Grill: Also Geld ist es zumindest nicht (lacht). Ich glaube nicht, dass man im Motorsport Geld verdienen kann. Aber ich habe extrem viele Sponsoren, die ich über die Jahre aufgebaut habe und die mir die Teilnahme, Reparaturen und Verbesserungen am Auto ermöglichen.
In erster Linie ist es mein Team, vom Schwager bis zu den besten Freunden und Nachbarn, die das Fahren für mich ausmachen. Fünf Mechaniker habe ich bei einem Rennen immer dabei: Nach einem Lauf kann ich mich ausruhen und mich darauf verlassen, das meine Burschen alles Nötige reparieren. Alle sind technisch gut drauf und auch bereit, ihre Freizeit für mich zu opfern – und das kostenlos. 
Es ist im Prinzip wie eine große Familie – meine Frau und meine Kinder sind beim Rennen dabei, Mutter, Vater, Schwiegerleute, Schwägerin und Schwager – bis zu 30 Leute sind es immer, bei näheren Rennen auch mehr. Beim Fahrerlager bauen wir eine Möglichkeit zum Zusammensitzen auf und alle werden von meiner Frau verköstigt. Und das macht das Ganze für mich so schön, das gibt mir einfach alles.
Saisonstart 2019 ist in Oberwart am 28. April (bei Schlechtwetter 5. Mai) und Dietmar Grill wartet mit einem verbesserten Motor auf. Er freut sich bereits, ihn beim ersten Rennen zu testen. Die Wechsellandzeitung wünscht ihm viel Erfolg in der neuen Saison. ❏

Stefanie Schadler

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