Mit Tourenskiern sicher unterwegs

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Tourenskigehen verbindet einen Anstieg unter Einsatz reiner Muskelkraft mit einer entspannenden Abfahrt – gerne in Pulverschnee. Aber wo darf man eigentlich fahren und was sollte man beachten?

Sicher auf der Piste

In Mönichkirchen gibt es heuer zwei Tourengeherabende: Zusätzlich zum Donnerstag kann man erstmals auch montags mit den Tourenskiern nach Liftschluss die Piste hinaufgehen. Dazu ist ein gültiges Ticket erforderlich, das man vorab im Onlineshop kauft. Durchschnittlich sind 150 Tourengeher an den genannten Tagen unterwegs; aufgrund der Corona-Sicherheitsmaßnahmen ist das in etwa die Hälfte von den Jahren zuvor.

Da die Piste nicht beleuchtet ist, sollte man als verantwortungsvoller Tourengeher aus Sicherheitsgründen eine Stirnlampe während des Aufstiegs und der Abfahrt tragen. Einerseits verbessert das die eigene Sicht, aber vor allem wird man von den anderen besser gesehen. Besonders Herabfahrende erkennen nicht beleuchtete Tourengeher nur schwer oder erst im letzten Moment, wodurch schwere Unfälle passieren können. Ebenfalls ist es wichtig, als Tourengeher auf der linken Seite der Piste aufzusteigen. 

Bei den Simas-Liften in St. Corona am Wechsel kann die Piste auch tagsüber für das Tourengehen gebührenpflichtig genutzt werden. Der Forstweg neben der Piste führt bis zur Herrgottschnitzerhütte und dann weiter über den Kampstein bis zum Hochwechsel.

Auch von der Steyersberger Schwaig in Kirchberg am Wechsel und beim Arabichl-Schilift, der bis auf Weiteres geschlossen ist, kann man eine Skitour bis auf den Hochwechsel starten.

Steirische Tourengeher starten zum Beispiel bei der Mönichwalder Schwaig  und gehen den Weg in Richtung Kaltwiesenhütte und hier entweder direkt zum Hochwechsel oder über die Vorauer Schwaig in Richtung Hochwechsel. Auch über die Rabl-Kreuz-Hütte in Waldbach ist ein direkter Aufstieg auf den Hochwechsel möglich.

Abseits der Piste

Da der Wald allen für Erholungszwecke dient, ist er auch jedem zugänglich. Als Faustregel gilt: Markierte Routen wie Wanderwege nutzen, dann ist man auf der sicheren Seite. So werden die Sportler kanalisiert und das Wild hat weiterhin seine Ruheplätze. DI Thomas Schenker ist Leiter des Forstbetriebes Mariensee und informiert, dass aufgeforstete Flächen bis drei Meter Höhe nicht befahren werden dürfen, damit die Bäume groß werden können. „Das kommt meist dann vor, wenn die Abfahrt im Pulverschnee lockt, es sich aber um einen aufgeforsteten Bereich handelt“, so Schenker. Auch sollten Hinweistafeln zu Holzschlägerungsarbeiten ernst genommen und Ruhe- und Fütterungsflächen von Wild gemieden werden. „Das Wild braucht Ruhe. Jede Störung verbraucht mehr Energie und dann wird das Überleben im Winter für die Tiere härter“, so Schenker. Deshalb sollte auch erst nach Sonnenaufgang mit der Tour gestartet werden und vor Sonnenuntergang wieder beendet sein. 

Im Grunde würden sich aber 90 % der Tourengeher an die Regeln halten. Hier ist Schenker vor allem von der Jugend begeistert, die extrem sensibel sei und über die Regeln bestens Bescheid wisse und diese auch befolge.

Als Tourenempfehlung nennt Schenker den Weg von Mariensee über den Schindlsteig auf den Hochwechsel entlang der Wanderwege. Die für ihn sinnvolle und waldschonende Abfahrt ist auf dieser Route jene über die Forststraße nach der Marienseer Schwaig, die direkt zum Biotop führt. Sie wird im Sommer auch für die Wexl Trails genutzt. Als Dank an die Tourengeher wird diese nicht vom Schnee geräumt. Da es hier in den letzten Wochen zu einer angespannten Parksituation gekommen ist, wird empfohlen, entweder früh mit der Tour zu starten oder als Spätaufsteher erst ab 12 Uhr nach Mariensee zu fahren. Die Frühaufsteher sind dann in der Regel wieder am Heimweg und Parkplätze wieder frei.

Gut ausgerüstet

Wer mit dem Tourenskigehen beginnt, ist für eine Beratung in einem Sportfachgeschäft gut aufgehoben. Für das Tourengehen benötigt man spezielle Tourenski. Ist man viel bergauf unterwegs, wählt man eher die aufstiegsorientierte Variante. Abfahrtstourer und Freerider hingegen setzen auf ein abfahrtsorientiertes Modell, das mehr Laufruhe und Stabilität bietet, allerdings auch etwas schwerer ist. Die Standardlänge liegt bei Körpergröße minus zehn Zentimeter. Dadurch ist der Ski zwar nicht so wendig, hat im Neuschnee dagegen mehr Auftrieb und taucht weniger schnell in Bruchharsch ab. 

Auch sollte man sich auf der Suche nach der am besten geeigneten Tourenbindung beraten lassen. Ebenfalls benötigt werden Skitourenstöcke, Skitourenschuhe und Skitourenfelle. 

Bei der Bekleidung trifft man mit dem Zwiebelprinzip die beste Wahl, mit hochwertiger, schnell trocknender und funktioneller Unterwäsche als Basis. Es ist wichtig, dass man sich schnell und einfach aus- und anziehen kann und so schnell auf die Bedingungen reagieren kann. Beim Aufstieg schwitzt man und verliert Flüssigkeit, bei der Abfahrt wird es durch den Fahrtwind kälter und man braucht eine zusätzliche wärmende und trockene Schicht. Ebenfalls benötigt werden Handschuhe sowie ein Ersatzpaar im Rucksack, Mütze, Funktionssocken, Sonnenbrille/Gletscherbrille und Gamaschen. ❏ 

Aktuelle regionale Informationen zur Schneelage und zum Tourengehen werden in den Facebook-Gruppen
„Tourenbericht NÖ Voralpen“ und
„Skitouren in und um Niederösterreich“ geteilt.

Stefanie Schadler

Bild: Herrliche Bedingungen und Pulverschnee am Hochwechsel.
© Günther Simon

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