Müll der anderen sammeln

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Das Umweltbewusstsein steigt, unachtsam weggeworfener Müll wird weniger. Dennoch sind Landschaftsreinigungsaktionen wichtig für die Bewusstseinsbildung.
Abfälle direkt nach ihrem Konsum wegzuwerfen – das tun nur 1-2 % der Bevölkerung. Im Verband des AWV Hartberg kommen dadurch bis zu 15.000 kg Müll pro Jahr zusammen.
Auf Müllsuche
Egal ob Frühjahrsputz, Flurreinigung, Saubere Steiermark oder „Wir halten Niederösterreich sauber“: Im Frühjahr gilt es, das Ortsbild von Müll wie Dosen, Einwegflaschen und Zigarettenschachteln zu befreien. Denn der Trend, Abfälle unmittelbar nach dem Konsumieren achtlos wegzuwerfen und damit öffentliche Flächen zu verunreinigen ist nach wie vor erkennbar. Bis Anfang Mai dauern in beiden Bundesländern die Reinigungen großteils noch an.
Wir haben uns bei Herrn Gerhard Kerschbaumer erkundigt. Er ist Umwelt- und Abfallberater des Abfallwirtschaftsverbandes Hartberg und koordiniert die Aktion Saubere Steiermark unter dem Motto „Reinwerfen statt Wegwerfen“ im Verband, zu dem auch die steirischen Wechsellandgemeinden zählen.
Bereits zu Beginn seiner Anstellung vor 25 Jahren gab es vereinzelte Sammelaktionen, an denen etwa die Hälfte der Gemeinden beteiligt waren. Mittlerweile wird die Aktion landesweit durchgeführt, heuer bereits zum 12. Mal. Etwa 5.000 Leute nehmen im Verband an dieser Aktion teil, Privatpersonen als auch Vereine. Etwa 2.000 davon sind Kinder aus Volksschulen, Kindergärten und weiterführenden Schulen. Ausgestattet mit Handschuhen und Zwickzangen gehen Sie in Gruppen auf Müllsuche.
Bewusstsein wächst
Die Altlasten seien seit etwa 8 Jahren total verschwunden, so Kerschbaumer, und gerade durch diese Aktion werde es jedes Jahr weniger. Natürlich findet man noch hie und da Autoreifen, aber die Norm sei das nicht. Ohnehin seien es nur 1-2 % der Bevölkerung, die ihren Müll achtlos wegwerfen. „Aber wenn diese schwarzen Schafe das jeden Tag machen, kommt auch viel zusammen. Wenn nur ein paar Menschen durch diese Aktion jedes Jahr zu einem Umdenken bewogen werden, ist das schon sehr gut“, hebt Kerschbaumer die Wichtigkeit der Aktion hervor und bewirbt sie dementsprechend mit Plakaten, Unterlagen, es gibt ein Gewinnspiel und Berichte in den Gemeindezeitungen.
Gerade für Kinder ist diese Bewusstseinsbildung wichtig, denn Kerschbaumer ist überzeugt, dass kein Kind, das sich jemals an dieser Aktion beteiligt hat, künftig etwas achtlos wegschmeißen würde. Natürlich habe er auch immer wieder mit uneinsichtigen Eltern zu tun die der Meinung sind, ihre Kinder müssten diese Arbeit nicht machen, aber gut 97% unterstützen diese Aktion. Schließlich haben die Kinder auch ihre Freude daran, jeder will der Erste sein und mehr finden als der Andere. Wenn die Kinder von kleinauf lernen, dass man keinen Müll achtlos wegwirft, ist das eine wichtige Investition in die Zukunft.
Müll verwerten
Im vergangenen Jahr wurden zwischen 10 und 15.000 Kilo Müll im Verbandsgebiet gesammelt, das entspricht den Ladungen zweier Müllfahrzeugen. Und das ist die Summe, die sich in einem Jahr in den Gemeinden an öffentlichen Flächen ansammelt.
Bereits beim Müllsammeln werden unterschiedliche Stoffe wie Glas, Plastik und Dosen von den Teilnehmern richtig sortiert. Oft treffen sich die einzelnen Gruppen nach dem Sammeln beim ASZ, wo der Müll weiter sortiert wird.
Danach kommt der getrennte Müll zum Abfallwirtschaftsverband, wo er nochmals nachsortiert, händisch aussortiert und für die Wiederverwertung vorbereitet wird. 70% des Abfalls wird stofflich und 20% thermisch verwertet, wird also als Wärme genutzt. Lediglich 8-10% landen als erdähnliches Material auf einer Deponie, das so aufbereitet ist, dass keine Folgekosten für nächste Generationen entstehen.
Als Dankeschön für die Teilnahme an der Aktion gibt es in den Gemeinden meist eine Kleinigkeit zu Essen und zu Trinken oder einen Essensgutschein. In manchen Gemeinden wird die Aktion sogar zu einem regelrechten Volksfest inklusive Grillen angehoben. So dauere das Feiern danach oft länger als das Sammeln selbst, meint Kerschbaumer.
Stefanie Schadler
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