Naturschaugarten in Aspang

in Leserservice

Serie Natur erleben

Damit aus einem Garten ein Ruheplatz und kein Arbeitsplatz wird, muss man seinen Hang zum Perfektionismus ablegen und die Natur weitgehend machen lassen. Wir haben uns die Philosophie von Josef Tauchner in seinem Schaugarten genauer angesehen.

Wenig Aufwand, 

viel Erholung

In einer ruhigen Sackgasse in der Gemeinde Aspang-Markt liegt das Anwesen von Herrn Josef Tauchner. Als Kind ist er in diesem Garten aufgewachsen, der sich heute in einem komplett anderen Licht präsentiert. Einstmals gerade angelegte Wege schlängeln sich heute in sanften Wellen durch den Garten und eine ehemals einheitliche Wiesenfläche ist unter anderem einem kleinen Teich gewichen. 1999 hat der gelernte Koch beschlossen, den Garten umzugestalten und ihn in eine Ruheoase zu verwandeln. Seine Vorstellungen fasste er in einer Skizze zusammen und fand einen Landschaftsgärtner, der seine Ideen in die Realität umsetzte. Wichtig war ihm dabei, möglichst wenig Arbeit mit dem Garten zu haben, da ihm der grüne Daumen fehlt.

Entstanden ist ein sich natürlich entwickelnder Garten, für den er durchschnittlich nicht mehr als zwei Stunden Arbeit in der Woche aufwenden muss. Natürlich gäbe es Ausreißer, vor allem im Frühling und Herbst, wenn die meiste Arbeit anfällt. Aber generell kann er den Garten für vier Wochen sich selbst überlassen, ohne dass er in Mitleidenschaft gezogen wird. 

Ruheplätze im Naturgarten

Er sah sich immer als Perfektionist, doch diese Eigenschaft habe er durch die Arbeit mit dem Garten abgelegt: „Alles darf wachsen und wenn es der Natur passt, dann ist das auch für mich in Ordnung“, so Tauchner. 

Er nutzt seinen Garten in erster Linie, um die Seele baumeln zu lassen. Beim Anlegen war es ihm wichtig, viele Sitzmöglichkeiten zu haben: Wenn es im Sommer heiß ist, setzt er sich auf die Baumbank unter dem großen Blutahorn. „Der Vorteil bei Bäumen mit einer Baumkrone ist, dass sie wie natürliche Klimaanlagen wirken.“ Wenn er das Treiben in seinem Garten beobachten möchte, setzt er sich auf die Holzbank an der Natursteinmauer. Verschiedenste Vogelarten, Ringelnattern, Libellen, Eidechsen, Frösche und vieles mehr tummeln sich in seinem Garten. Bei einem Kaffee oder zum Frühstück trifft man ihn oft auf der Holzterrasse am Teich an. 

Auf 300m2 beherbergt er alle Elemente, die einen Naturgarten ausmachen wie etwa eine wilde Ecke, Wildsträucher, Laubbäume, Blumen und blühende Stauden. Zudem verzichtet Tauchner auf chemisch-synthetische Pestizide, Dünger und Torf. 

Artenvielfalt und 

Nahrungsangebot

In seinem Garten gibt es zahlreiche essbare Pflanzen, darunter die Kornelkirsche, Felsenbirne, Haselnüsse, Äpfel und für die Kinder verschiedenste Beeren, die besonders gerne genascht werden. Blühendes für das Auge findet man im Hibiskus, dem Duftschneeball, Schmetterlingsstrauch, in den Rosen, die er noch aus seiner Kindheit erhalten hat, und natürlich bei den Seerosen, um nur einige zu nennen. Da das Grundstück in der Nähe eines Baches liegt, begünstigt der feuchte Boden diverse Farne. Dass sich der Garten ständig verändert, zeigt sich unter anderem daran, dass die Farne jährlich an anderen Stellen im Garten auftauchen.

Als Besitzer eines Schaugartens möchte Tauchner Interessierten und Besuchern das natürliche Gärtnern ans Herz legen. So wenig Gartenfläche wie möglich sollte seiner Ansicht nach versiegelt werden und stattdessen zahlreiche Bereiche geschaffen werden, die ein vielfältiges Nahrungs- und Unterschlupfangebot für Vögel und andere Tiere bieten. 

Was er jedem empfiehlt, und sei sein Garten noch so klein, ist, das Element Wasser einzubinden:  Selbst wenn der verfügbare Platz nur tischgroß sei, könne durch einen Quellstein ein angenehmes Plätschern erzeugt werden, das entspannend und kühlend zugleich wirke. 

Einen Einblick in sein Gartenreich und weitere Tipps kann man sich bei Herrn Tauchner direkt holen. Er macht bei den Schaugartentagen Niederösterreichs mit. ❏ 

Stefanie Schadler

Schaugartentagen Niederösterreichs am 26. und 27. September jeweils von 10:00 bis 17:00 Uhr. 
Voranmeldungen sind bei Herrn Tauchner unter 0650/215 19 52 erbeten.

Bild: Eine mit Bedacht kontrollierte kleine Wildnis bietet der Schaugarten in Aspang. Der Besitzer zeigt, dass man sich auch mit (relativ) geringem Aufwand eine Ruheoase erschaffen kann.

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