Neues betreffend die wirtschaftlichen Maßnahmen gegen die Covid-19-Pandemie

in Expertentipp

Angesichts der zahlreichen und unterschiedlichen und sich ständig ändernden Fördermaßnahmen kann man sehr leicht den Überblick verlieren. Wir haben die aktuellen Änderungen und Neuigkeiten für Sie zusammengefasst:

Erhöhung des Rahmens für Fixkostenzuschuss II und Verlust-ersatz:

Die Obergrenze für den Fixkostenzuschuss II wurde pro Unternehmen von € 800.000 auf
€ 1,8 Mio. erhöht. Für noch nicht ausgezahlte Anträge wird die erste Tranche bereits durch die COFAG angepasst, für bereits ausgezahlte Anträge erfolgt eine Nachzahlung.

Auch die Obergrenze des Verlust-ersatzes wurde pro Unternehmen von € 3 Mio. auf € 10 Mio. erhöht. Auch hier erfolgt für bereits gestellte Anträge eine Anpassung durch die COFAG.

Weiters erfolgte in der Richtlinie eine Klarstellung bezüglich Neugründungen, Umgründungen sowie bezüglich der Kombination dieser Förderungen mit dem Umsatzersatz, Ausfallsbonus usw.

Verlängerung der Kurzarbeit, von Abgabenstundungen und Weiterbildungsmaßnahmen:

Die Corona-Kurzarbeit sowie die Abgabenstundungen und Ratenzahlungsmodelle werden um weitere drei Monate bis Ende Juni verlängert. Bei der Kurzarbeit beträgt der Netto-Einkommensersatz für Arbeitnehmer zwischen 80 % und 90 %, wobei die Arbeitszeit in der Regel auf 30 % reduziert wird, bei behördlichen Schließungen ist eine Reduktion der Arbeitszeit bis auf null möglich. Zusätzlich werden Weiterbildungsmaßnahmen während der Kurzarbeit in Höhe von 60 % der Ausbildungskosten vom AMS erstattet.

Arbeitnehmerveranlagung: Steuererleichterungen für Home-Office:

Arbeitnehmer können mit Rechnung nachgewiesene Kosten für entsprechendes Mobiliar (z. B. Schreibtisch, Drehsessel, Beleuchtung …) bis zur Höhe von € 300 im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung steuerlich absetzen, wenn zumindest an 26 Tagen im Kalenderjahr im Home-Office gearbeitet wird. Wenn das Mobiliar bereits im Jahre 2020 angeschafft wurde, können jeweils € 150 in den Jahren 2020 und 2021 abgesetzt werden. Alternativ bleiben Zahlungen des Arbeitgebers bis € 300 steuerfrei.

Voraussetzung ist eine schriftliche Vereinbarung, in der auch die Auflösung geregelt sein muss.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, digitale Arbeitsmittel (z. B. Notebook) zur Verfügung zu stellen, wobei dies nicht als Sachbezug versteuert werden muss.

Für die Tätigkeit im Home-Office gelten sämtliche Arbeitszeit- und Arbeitsruhezeitregelungen sowie der Unfallversicherungsschutz.

„Wohlverhaltensgesetz“:

Künftig werden Unternehmen von Förderungen ausgeschlossen bzw. müssen erhaltene Förderungen verzinst (4,5 % über dem Basiszinssatz) zurückzahlen, wenn diese sich „steuerlich nicht wohlverhalten“. Dies bedeutet konkret, dass in den letzten drei veranlagten Jahren kein Missbrauch im Sinne des § 22 BAO rechtskräftig festgestellt werden darf. Dieser Missbrauch darf z. B.
zu keiner Änderung der steuerlichen Bemessungsgrundlage von mehr als € 100.000 geführt haben u.Ä.

Lockdown-Umsatzersatz II für indirekt erheblich betroffene Unternehmen:

Damit sollen Unternehmen gefördert werden, die im November und Dezember 2020 zwar nicht schließen mussten, jedoch indirekt erheblich betroffen waren
(z. B. Zulieferer von Gastronomie-Betrieben und Hotels). Voraussetzung ist neben einer operativen Tätigkeit in Österreich, dass mindestens 50 % des Umsatzes mit vom Lockdown betroffenen Branchen erzielt werden sowie ein Umsatzausfall von mindestens 40 %. Diese Förderung kann seit 16.02 bis 30.06. über FinanzOnline beantragt werden.

Verlängerung NPO-Fonds:

Die Fördermaßnahmen für Non -Profit-Organisationen (z. B. ge-meinnützige Vereine wie Fußballvereine) werden um ein weiteres Quartal verlängert. Bis Ende 2020 konnten Anträge für das 2. und das 3. Quartal gestellt werden. Anträge für das 4. Quartal 2020 können bis 15. Mai 2021 über https://antrag.npo-fonds.at eingereicht werden.

Gemeinnützige Vereine aus Branchen, die vom Lockdown besonders betroffen sind wie z. B. Sport- oder Kulturvereine, weil sie behördlich geschlossen wurden, können zusätzlich zur bekannten Unterstützung aus dem NPO-Unterstützungsfonds einen sog. „Lockdown-Zuschuss“ beantragen.

Dieser Beitrag bezieht sich nur auf aktuelle Neuerungen, deshalb haben wir bestimmte Förderungen wie den Härtefallfonds und steuerliche Möglichkeiten wie z. B. den Verlustrücktrag und die degressive Gebäudeabschreibung nicht erwähnt. 

Bei all diesen Fördermöglichkeiten ist es sehr schwer, nicht den Überblick zu verlieren, zumal Sie sich als Unternehmer in erster Linie ja auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren müssen.

Wir unterstützen und beraten Sie sehr gerne! Mag. Harald Zapfel IHR Steuerberater und Unternehmensberater

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