Quitte

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Serie: Natur im Wechselland entdecken
Die Quitte symbolisiert die heilige Frucht der Göttinnen Aphrodite und Venus, ist eine Bereicherung für jeden Garten und kann vielseitig in der Küche verwendet werden.

Die vergessene Frucht
Die Quitte findet sich nur selten im Supermarkt, dabei gehört sie zu den ältesten Kulturobstarten. Fündig wird man in der Herbst- und Winterzeit eher auf regionalen Märkten, in Bioläden oder auf Bauernhöfen. Es gibt rund 200 verschiedene Quitten-Arten, doch am beliebtesten und bekanntesten sind die Apfel- und Birnenquitten, benannt nach ihrer Form. Roh sind bei uns einheimische Sorten ungenießbar, schmecken holzig und bitter, was zu ihrer Unbeliebtheit beigetragen hat. Erst durch Kochen  und Erhitzen  werden sie schmackhaft und aufgrund ihres hohen Pektingehalts gerne zu Gelee, Marmelade oder Kompott verkocht. Besonders Mütter und Großmütter kennen das Quittenbrot, das mit seinem süß-fruchtigen Geschmack gut zu Käse und Schinken passt.


Wer Quitten unbedingt roh verzehren will, muss auf Sorten aus der Türkei, dem Balkan oder Mittelasien zurückgreifen. Inzwischen gibt es auch einheimische Züchtungen, die roh genießbar sind. Dabei haben sie einen leichten Apfelgeschmack und ihr Fruchtfleisch ist mehliger als das eines Apfels.


Der Pektinanteil in Quitten ist dabei so hoch, dass die Herstellung von Marmelade kein zusätzliches Pektin benötigt. Weitere Früchte mit hohem Pektingehalt sind übrigens auch Blaubeeren, Johannis-, Preisel- und Stachelbeeren. 


Der Quittenbaum begeistert durch seine wunderschöne Blüte, im Sommer trägt er eine opulente Belaubung und im Herbst werden die prallen goldgelben Früchte geerntet. Er benötigt einen nährstoffreichen, gesunden sowie wasserdurchlässigen Boden und sollte an einem sonnigen und windgeschützten Standort gepflanzt werden. Geerntet werden die Früchte ab Oktober, wenn die anfangs grünen Früchte durch ihre Reifung eine gelbe Farbe erhalten. Das Fruchtfleisch der Quitte ist trocken und fest und ihre Schale hat einen leichten Flaum, der viele Bitterstoffe enthält.


Positive gesundheitliche Wirkung
Der Quitte werden zahlreiche positive Eigenschaften zugesprochen, wobei ihr Hauptanwendungsgebiet bei Durchfall und Husten liegt, sie stärkt die Verdauung, hilft bei Erkältungen und lindert Entzündungen der Haut. 
Grund dafür ist die besondere Zusammensetzung von Inhaltsstoffen wie Vitamin A, das B-Vitamin Folsäure sowie Vitamin C. Auch die enthaltenen Mineralstoffe wie Eisen, Kalium, Kupfer und Magnesium machen sie zu einer Wunderfrucht. Verschiedene Gerbstoffe wie Tannine regulieren die Verdauung und können bei Arteriosklerose und Gicht lindernd wirken. Auch die enthaltenen Ballaststoffe wie das bereits genannte Pektin können das Cholesterin und Giftstoffe binden und für eine gesunde Darmflora sorgen.


Da die Früchte noch vor dem ersten Frost geerntet werden müssen, können die zum Teil noch harten Früchte auch drinnen nachreifen. Bei einer Kühlschranktemperatur von etwa sieben Grad und trocken gelagert, halten Quitten bis zu acht Wochen. Am besten sollten sie allein gelagert werden, da ihre intensiven Aromastoffe auf umliegende Früchte übergreifen und diese unter Umständen verderben können. 


Da Quitten nicht zum Einfrieren geeignet sind ist es besser, sie vorher zu schälen und zu blanchieren. ❏  

Rezept: Quittenmus

Zutaten für 3 – 4 Gläser
1 kg Quitten, ungeschält gewogen
275 – 300 ml Wasser
6 gehäufte EL Zucker
1 – 2 EL Zitronensaft
1 Zimtrinde 
1 Päckchen Vanillezucker

Zubereitung:
Für die Zubereitung Wasser, Zitronensaft, Zucker und Zimtrinde in einen Topf geben.
Jede Quitte mit einem Tuch abreiben und dabei den weißen Flaum der Frucht entfernen, danach schälen.
Die Frucht in Würfel schneiden – dabei das Kerngehäuse entfernen – und sofort in das Zitronen-Zuckerwasser einlegen.
Sobald alle Quitten im Kochwasser liegen, mit einem Deckel zudecken und den ganzen Quitteninhalt einmal aufkochen lassen. Anschließend bei niedrigerer Temperatur noch weitere 15 – 20 Minuten weich kochen.
Zuletzt das Päckchen Vanillezucker einrühren und die Zimtrinde entfernen.
Die weich gekochten Quitten mit einem Stabmixer zu einem Quittenmus pürieren. Nach persönlichem Geschmack kann das Mus gröber oder feiner püriert werden. Danach das heiße Quittenmus in 3 – 4 vorbereitete, keimfreie Einmachgläser einfüllen und verschließen.
Anschließend die Gläser für 5 – 10 Minuten auf den Kopf stellen, danach wieder umdrehen und ganz auskühlen lassen.


Verwendung:
Das Mus eignet sich ideal als Beilage für Süßspeisen oder als Geschmacksgeber im Joghurt.


Einmachgläser entkeimen:
Um Einmachgläser keimfrei zu machen, Wasser in einem großen Topf sprudelnd aufkochen und die Einmachgläser inklusive Deckel für 10 Minuten hineinlegen. Danach Wasser abgießen und alles mit einem sauberen Geschirrtuch entnehmen und auf einem sauberen Tuch kurz abtropfen. Die Gläser und Verschlüsse sollten dabei nur von außen angefasst werden oder mit Einmalhandschuhen. 
So wird sichergestellt, dass keine Keime von der Hand in die Gefäße kommen.

Stefanie Schadler

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