Rund ums Bauen – Fassade

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Die Fassade ist einerseits bedeutend für den Energiehaushalt, kann aber auch in der Gestaltung sehr individuelle Akzente setzen. Ein Einblick in ökologische Baustoffe.
Materialien zur Dämmung
Dia Fassade prägt das optische Erscheinungsbild eines Gebäudes wesentlich mit. Sie umfasst aber auch weitere Funktionen, wie etwa Schutz vor Witterungseinflüssen, Wärme- und Schalldämmung.
Welche Dämmung für einen Neubau ideal ist bespricht der Bauherr mit dem Baumeister, da die Wahl meist auch mit Förderungen zusammenhängt. Malermeister Gerhard Pinter aus Waldbach nennt dabei nach wie vor die Styroporfassade als beliebt, da sie auch die günstigste Variante darstellt. Alternativ zu diesem Erdölprodukt wird gerne eine Mineralwolldämmung gewählt, mit der man in Sachen Brandschutz auf der sicheren Seite ist. Dagegen sprechen allerdings die hohen Herstellungskosten, da für die Erzeugung dieses Dämmmaterials hohe Temperaturen notwendig sind. Auch die darin enthaltenen feinen Partikel können ein Jucken auf der Haut erzeugen und Hustenreize auslösen.
Reine Naturprodukte sind hingegen Hanffaser- und Holzweichfaserdämmplatten: Sie sind nachhaltig, haben eine hervorragende Dämmeigenschaft und verfügen über eine gute Schalldämmung, da beispielsweise Hanf weicher ist als Styropor und weiters auf 1m2 Fläche mehr Masse hat. Auch mit Schädlingen hat man bei Hanf kein Problem, da Mäuse dieses Material meiden.
Transport von Feuchtigkeit
Ein Thema, das immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist die Schimmelbildung, die bei Häusern meist erst nach mehreren Jahren entsteht, so Pinter. Gerade Schimmel ist ein komplexes Thema und wird von mehreren verschiedenen Komponenten begünstigt. Ein Kriterium sieht Pinter beispielsweise in der oft zu schnellen Bauweise, aber auch im Entstehen von Kondenswasser, weil viele Häuser „überdämmt“  seien. So kann sich bei Fenstern Kondenswasser bilden, wenn zu dicht gebaut wurde und zu wenig gelüftet wird. Denn je mehr Feuchtigkeit in der Luft und kälter ein Bauteil, desto mehr Wasserdampf aus der Raumluft schlägt sich daran als Kondenswasser nieder. Daher ist es wichtig, Materialien zu verwenden, die Feuchte aufnehmen und nach und nach wieder abgeben und so gleichzeitig das Raumklima regulieren. Man bezeichnet solche Materialien auch als diffusionsoffen.
Josef Prenner vom Naturhaus Wechselland erwähnt dabei auch die Sanierung alter Gebäude: Hier wird die Feuchtigkeit alter Mauerwerke ideal von natürlichen Dämmstoffen wie Hanf und Stroh aufgenommen und gleichzeitig wieder an die Umgebungsluft abgegeben. Auch Hanfplatten und Holzfaserdämmplatten haben diese Eigenschaft.
Optische Abwechslung

Bei der Optik setzt Pinter gerne lebendigere Verputze mit einer gröberen oder verwaschenen Verarbeitung ein. Meist wird diese Optik von jenen Häuslbauern gewählt, die sich für ökologische Materialien beziehungsweise eine höherwertigere Dämmung entschieden haben. Ökologische Verputzmaterialien bestehen beispielsweise aus Kalk für den Außenbereich und Lehm für den Innenbereich. In Verbindung mit einem 50 cm dicken Ziegel ist die Dämmung damit ausreichend. Auch Prenner spricht ökologischem Verputz mehr Gestaltungsmöglichkeiten zu, da das Material dicker aufgetragen wird. Er nennt auch die Holzfassade beispielsweise aus Lärchenholz als ökologische Variante für die Fassadengestaltung, wenn sie unbehandelt ist. Gleichzeitig empfiehlt er dahinter eine Wärmedämmung aus Holzfasern oder Hanf. Auch hier gibt es unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten wie etwa verschiedene Hobelarten und man kann die Holzlatten waagrecht oder senkrecht anbringen.

Auch in Sachen Verschmutzung haben ökologische Baustoffe einen Vorteil: Kalk- oder Lehmputze sind mineralische Stoffe und besitzen damit keine elektrische Ladung. Diese Eigenschaft wirkt staubabweisend, während kunststoffhaltige Verputze Staub anziehen.
Bei der Farbpalette sind mineralische Putzsysteme auf den Pastellbereich eingeschränkt.
Text: Stefanie Schadler
Fotos © Verein Naturwerk – Naturhaus Wechselland
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