Schmetterlinge im Garten

in Leserservice
Biologisch gärtnern, bunte Blüten und duftende Kräuter pflanzen – jeder Einzelne kann die Schmetterlinge in ihrer Vielfalt unterstützen.
Schmetterlinge zählen
Bunt sind im Frühling und Sommer nicht nur die Pflanzen, sondern auch die Schmetterlinge, die sich auf ihnen tummeln. Die so genannte Schmetterlingsapp von GLOBAL 2000 und Blühendes Österreich mit über 13.000 Nutzern hat im vergangenen Jahr eine Schmetterlingszählung durchgeführt. Anhand der ausgewerteten Daten konnten die 3 häufigsten Arten Österreichs ausgewertet werden: An erster Stelle unter den Tagfaltern mit 5.246 Beobachtungen steht der Kaisermantel, gefolgt vom Tagpfauenauge und dem Großen Ochsenauge auf Platz 3. Bei den Nachfaltern sind es Taubenschwänzchen, gefolgt von Russischer Bär und Gamma-Eule.
Trotz der zahlreichen Sichtungen gibt es dennoch gefährdete Schmetterlingsarten. Darunter fällt etwa die Hälfte der 4.070 in Österreich vorkommenden Schmetterlingsarten unter den Tagfaltern – und dabei zählt Österreich noch zu den schmetterlingsreichsten Ländern Europas. Wir haben einige Daten von der Plattform Blühendes Österreich zusammengefasst und geben Tipps weiter, wie man die Schmetterlinge in ihrer Vielfalt unterstützen kann.
Gefährdung durch Menschenhand
Die Gefährdung der Schmetterlinge ist vielfältig und oft vom Menschen verursacht. Immer mehr Freiflächen müssen Verkehrsprojekten, Siedlungen oder Gewerbegebieten weichen. Die Flächen werden versiegelt und damit biologisch als auch landwirtschaftlich funktionslos.
Auch werden alte Nutzungsformen von Wiesen, Heiden und Wäldern aufgegeben und stattdessen auf Hochleistungs-Äcker aus Raps oder Mais und weiteren Monokulturen gesetzt, die von nahezu allen Schmetterlingen gemieden werden. Auch die Blumenwiesen mit ihren bunten Blüten werden seltener, müssen zunehmend „ertragsoptimiertem Grünland“ weichen oder es wird ihnen als „Unkraut“ der Garaus gemacht. Fehlende Randstreifen, der Einsatz von Pestiziden und Pflanzenschutz-Mitteln und die Klimaerwärmung sind weitere Gründe. Selbst solche Tagfalter, die zuvor zu den häufigen Arten zählten, sind bereits gefährdet.
Vieles liegt außerhalb unseres Einflussbereiches, aber dennoch kann jeder Einzelne die Schmetterlinge in ihrer Vielfalt unterstützen, indem er sie dementsprechend in den eigenen Garten oder auf den Balkon lockt.
Schmetterlinge zu sich holen
Prinzipiell herrscht für Schmetterlinge eine ideale Umgebung, wenn Balkon und Garten natürlich bepflanzt und gepflegt werden und gänzlich auf Chemie verzichtet wird. Bio im Garten ist nicht nur für einen selbst gesund, sondern auch für Schmetterlinge. Denn der Einsatz von Chemikalien schädigt sie nicht nur, sondern er vernichtet auch bestimmte „Unkräuter“, die ihnen als Futterpflanzen dienen. Viele Tagfalterarten wie Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge und Admiral benötigen zum Beispiel die Brennnessel als Futter für ihre Raupen.
Ein weiterer Tipp für den Garten: Mut zur Wildnis. Weg mit englischen Rasenverhältnisse, sie wirken auf Schmetterlinge wenig einladend. Stattdessen besucht der Schmetterling gerne Gärten mit vielen bunten und duftenden Blumen, nektarreichen Pflanzen und einer Unterschlupf-Möglichkeit. Als Nahrung für Schmetterlinge und Raupen dienen beispielsweise Blaukissen, Bartblume, Herbstaster, Judastaler, Phlox, Steinkraut, Flockenblume und Flammenblume. Mit ihrem Duft locken zusätzlich das Duftveilchen, Maiglöckchen, Pfingstrose und Garten-Ringelblume.
Auch blühende Kräuter wie Oregano, Thymian und Lavendel sind beliebte Nektarquellen und passen in jede Blumenkiste – auch am Balkon. Zusätzlich kann ein Wildblumenbeet gestaltet werden mit Rotem Wiesenklee, Disteln und Wildem Majoran. Wenn nicht viel Platz vorhanden ist sind große Kübel oder Blumentöpfe ausreichend.
Schmetterlingszählung
Mitmachen können Sie auf Android- und Apple Geräten mit dem App „Schmetterlinge Österreichs“ oder unter www.schmetterlingsapp.at
Noch bis zum 2. Juni ist die Community auf der Suche nach dem Aurorafalter und von 4. Juli bis 28. Juli stehen die schmetterlingsfreundlichen Gärten im Mittelpunkt.
Stefanie Schadler
Fotos: pixabay
Letzte Beiträge

Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite für Sie möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. Wenn Sie fortfahren, nehmen wir an, dass Sie mit der Verwendung von Cookies auf der Webseite einverstanden sind. Zur Datenschutzerklärung

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close