Schwaigen am Wechsel: Trahütte

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Die Trahütte gibt es in der heutigen Form erst seit zehn Jahren, aber mit ihrer zentralen Lage im Wechselgebiet ist sie bei Wanderern, Radfahrern oder Erholungssuchenden mit Auto gleichermaßen beliebt.

Vom Stall zur Bewirtung

Die Trahütte in der Gemeinde St. Lorenzen am Wechsel liegt sehr zentral: Ca. 2,5 Stunden Gehzeit ist sie vom Hochwechsel entfernt, von der Vorauer Schwaig etwa eine Stunde, von der Kaltwiese drei Stunden, doch auch vom Hilmtor aus ist sie sehr gut erreichbar. Von Mönichkirchen aus über die Glashütte ist die Trahütte ebenfalls ein beliebtes Ausflugsziel oder ein interessanter Zwischenstopp. Mit dem Auto kommt man über eine Forststraße von St. Lorenzen / Auerbach und nach dem Bezahlen einer Maut zur Hütte.

Da erscheint es doch beinahe verwunderlich, dass die Trahütte erst im Jahr 2011 erbaut wurde. Zuvor befand sich an ihrer Stelle ein Stall für die Tiere im Sommer. Bis in die 50er-/60er-Jahre wurde hier sogar noch gemäht und die gesamte Dorfgemeinschaft half mit. Mittlerweile wird zwar nicht mehr gemäht, aber vier Mutterkühe und ihre Kälber befinden sich auch heute noch auf der Alm zur Sommerfrische.

Die Alm ist seit rund 500 Jahren ein Teil der Landwirtschaft des Bauernhofes Pichlbauer vulgo „Glatzl“. Gäste wurden hier nie bewirtet, erst durch die Einführung der Veranstaltung Schwaigen-Reigen wurde sie als idealer Zwischenstopp in Richtung Hochwechsel entdeckt. Bei dieser Veranstaltung versorgte die Familie Glatzl die Wanderer anfangs vom Stall aus mit Getränken. Durch die positiven Rückmeldungen der Wanderer entschloss sich die Familie im Jahr 2011 schließlich, die Glatzl Trahütte zu errichten. Diese bietet seither Wanderern eine Möglichkeit zur Rast und Stärkung, es können aber auch Feste aller Art gefeiert werden und selbst Übernachtungen in Mehrbettzimmern für bis zu 30 Personen sind möglich.

Trahütte, nicht Alm

Seit jeher wird die Örtlichkeit rund um die Hütte eigentlich nicht als Alm, sondern als Trahütte bezeichnet. Vermutlich kommt der Name von der Glaserzeugung, auch der Kohlweg befindet sich in der Nähe der Hütte. Die Köhler haben damals entlang des Kohlweges Holzkohle in sogenannten Holzmeilern erzeugt und dann zur Glashütte getragen. Köhler mussten den Prozess Tag und Nacht überwachen, weshalb sie in sogenannten Köhlerhütten lebten. Ob sie auch in der Trahütte übernachtet haben, ist nicht bekannt. Ebenso könnte der Name vom Tragen der Holzkohle kommen, also Traghütte.  

Da die Zufahrt mit dem Auto möglich ist, wurde der gesamte Zugang zur Hütte behindertengerecht gestaltet und auch eine Behindertentoilette eingerichtet. Auch Radfahrer sind auf den Wegen rund um die Trahütte unterwegs. Mit der baldigen Anbindung der Steiermark an die Wexl Trails werden Radstrecken auch an der Trahütte vorbeiführen, weshalb sich die Besitzer bereits vorbereiten: Seit heuer ist eine Ladestation für E-Bikes installiert. 

Die Trahütte ist übrigens die einzige Schwaig mit direktem Blick auf den Hochwechsel und sie ist in Privatbesitz, was sie unter den Schwaigen ebenfalls auszeichnet. ❏ 

Stefanie Schadler

Foto: (c) Günther Simon


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