Seminarbäuerin Waltraud Strobl

in Leserservice

Serie Menschen im Wechselland

Als Seminarbäuerin hat es sich Waltraud Strobl zur Aufgabe gemacht, Konsumenten über die Qualität österreichischer Produkte zu informieren.

Internationale Gerichte, regional zubereitet

Waltraud Strobl stammt von einer Landwirtschaft in Tauchen bei Mönichkirchen ab und hat mittlerweile in eine Landwirtschaft mit Biojungrindern in Aspangberg eingeheiratet. 

Neben ihrer Tätigkeit als Bäuerin hat sie sich schon in ihrer Jugend für das Kochen begeistert. Diese Leidenschaft gibt sie auch weiter, etwa als Rangerin bei der Fachhochschule Warth, wo sie in der Agrar- und Waldwerkstätte tätig ist und Kochkurse leitet. Über diese Tätigkeit hat sie durch Gespräche mit den Lehrern erkannt, dass sie auch die Erwachsenenbildung interessiert. 2017/2018 hat sie daraufhin die Ausbildung zur Seminarbäuerin bei der Landwirtschaftskammer Niederösterreich absolviert und ist seither berechtigt, diverse Kurse abzuhalten. Ihre Abschlussarbeit hatte den Titel „Tradition trifft Moderne – flott trifft einfach“, in der sie traditionelle Gerichte mit einem modernen Touch versieht. Genau darum geht es auch bei ihren Kochkursen als Seminarbäuerin, wobei sie auch internationale Gerichte weitergibt, für die sie ausschließlich regionale Produkte verwendet. Daher sind auch Pizzen, Burger und vegetarische Gerichte Teil ihrer Kochkurse. Dass diese internationalen Einflüsse die österreichischen Traditionsgerichte verdrängen könnten, daran glaubt sie nicht. „Es gibt keine Verdrängung, es geht vielmehr darum, Dinge zu ergänzen.“ Manchmal müssten Produkte, die es es in Österreich nicht gebe, durch regionale Produkte ersetzt werden, was zu einem neuen Geschmackserlebnis führe. 

Information und Einblicke

Ein weiterer Arbeitsbereich als Seminarbäuerin betrifft sogenannteMarkteinsätze, bei denen zum Beispiel die verschiedenen Gütesiegel wie Ama und Bio erklärt werden. Auch die Hintergründe der Preisunterschiede, Unterschiede in der Tierhaltung und weitere Unterschiede zwischen konventioneller und biologischer Landwirtschaft sind Thema. Das Interesse der Konsumenten ist laut Strobl sehr groß. Als Bäuerin hat sie zudem den Vorteil, dass sie aus der Praxis berichten kann und ihre Informationen dadurch sehr authentisch sind. Durch das Zusammenbringen der Konsumenten mit den Produzenten werden Einblicke in die Produktion möglich.

Zwischen zehn und 15 Einsätze absolviert Strobl über das Jahr verteilt, wobei sie als Seminarbäuerin zu jedem neuen Kurs geschult wird und dadurch immer auf dem neuesten Stand ist. In der Pandemie ist ihr aufgefallen, dass wieder mehr selbst gekocht wurde: Das Interesse an ihren Rezepten auf Facebook war plötzlich groß und sie wurde um Tipps bei der Zubereitung gebeten.

Vor Kurzem erhielt Strobl die Möglichkeit, im ORF Niederösterreich ein traditionelles Gericht vor laufender Kamera zu kochen und damit das Wechselland zu vertreten. Gekocht wurde ein Hüferl mit gefüllter Grießroulade. Werden weitere TV-Auftritte folgen? Man wird sehen. ❏            Stefanie Schadler

Rezept Vegane Linsen-Pilz-Laibchen

Zutaten: 130 g vorgekeimte Linsen, 2 mittelgroße Pilze, 2 mehlige Kartoffeln, 1 kl. Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, Haferflocken, Liebstöckel, Öl, Salz, Pfeffer, Muskatnuss, evtl. Knoblauch

Zubereitung: Linsen in Salzwasser weich garen und kalt abschrecken, Erdäpfel in einem separaten Topf weich kochen. Zwiebel und Knoblauch fein schneiden, mit etwas Öl anrösten. Pilze kleinwürfelig hacken und anbraten. Alle Zutaten zu einer homogenen Masse pürieren und Haferflocken, Pilze und Liebstöckel unterrühren und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen.

Mit feuchten Händen Laibchen formen und bei 200° C im Rohr backen.

Bild ©Julia Wesely


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