Stille und Besinnlichkeit im Kloster

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Wie lebt man in einem Kloster und wie kann man die Advents- und Weihnachtszeit besinnlich verbringen? Schwester Angelika vom Kloster in Kirchberg gibt Einblicke.

Tagesablauf
Das Kloster in Kirchberg am Wechsel ist ein Ort der Ruhe und Einkehr. Seit 1999 gibt es die dominikanische Gemeinschaft, die derzeit aus vier Schwestern besteht. Die Gemeinschaft stützt sich dabei auf die Ordensregel des Heiligen Augustinus. Morgens und abends treffen sich die Schwestern zu Meditation und Gebet. Dazu sind auch Hausgäste oder Ortsansässige willkommen, denen gemeinsames Gebet und Stille guttun. 

Die Schwestern bemühen sich um einen maßvollen Lebensstil und einen achtsamen Umgang mit den Gütern des täglichen Gebrauchs. Das entspricht auch dem Gelübde der Armut. Dazu passt, dass sich die Schwestern mit Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten selbst versorgen und auch häufig Brot im Haus backen. Neben körperlicher Arbeit ist regelmäßige Weiterbildung und das Studium der Heiligen Schrift für die Dominikanerinnen wichtig. 

Das Kloster ist in der Pfarre und in der politischen Gemeinde gut integriert und es besteht ein gutes Verhältnis zu den übrigen Beherbergungsbetrieben. Das ganze Jahr über kommen immer wieder Gruppen ins Kloster, die an Kursen wie Ikonenmalen und Besinnungstagen teilnehmen. Auch Einzelgäste sind nach Absprache willkommen, stille Tage im Kloster zu verbringen. 

Zu Weihnachten Zeit schenken
Natürlich wird auch die Advents- und Weihnachtszeit im Kloster bewusst gelebt. Dazu werden die Kapelle und das Haus mit Kerzen und einer einfachen Dekoration adventlich geschmückt. Mittels biblischer Figuren – z. B. Josef, Maria und die Hirten unterwegs nach Betlehem – wird ein Adventweg dargestellt. Die Gebetszeiten werden festlich gestaltet. Natürlich gehören auch Geschenke zu Weihnachten, sie stehen aber nicht im Mittelpunkt. Gemeinsam mit den Gläubigen aus Kirchberg nehmen die Schwestern an den Roratemessen und Weihnachtsgottesdiensten teil.

Nach Schwester Angelika geht es an Weihnachten darum, sich dem Wesentlichen zuzuwenden: dem Geburtsfest Jesu Christi. Und worüber würde sich das „Geburtstagskind“ freuen? Im Evangelium lesen wir, dass die Zuwendung zum Nächsten das Entscheidende ist. Es geht also darum, einander Zeit zu schenken – in der Familie, im Freundeskreis, am Arbeitsplatz – und auch darum, Einsame einzuladen und sich Fremden und Benachteiligten zuzuwenden. Diese Dinge kann man nicht „shoppen“, sie kosten Zeit, die aber gut investiert ist. So haben wir eine Chance, an Weihnachten dem Geburtstagskind Jesus auch tatsächlich zu begegnen. ❏         
Stefanie Schadler

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