Tausendsassa Franz Bergmann

in Leserservice

Serie Menschen im Wechselland:
Franz Bergmann aus Rohrbach an der Lafnitz war Judoka, später Trainer und Pressesprecher, ist Reiseorganisator, Kolumnist, Philosoph und Weitwanderer. Ein kleiner Einblick in ein abwechslungsreiches Leben.

Judo

Mit sechs Jahren wollte Franz Bergmann aus Rohrbach an der Lafnitz Priester werden, machte dann aber doch eine Ausbildung zum Elektriker und fand seinen Beruf schließlich bei der Bahn, wo er vor seiner Pensionierung in der Generaldirektion arbeitete. In seiner Arbeit sei er allerdings nie aufgegangen, für ihn diente sie dem reinen Broterwerb.

Stattdessen war und ist es seine Leidenschaft, sich auf unterschiedlichste Weise auszudrücken. Körperlich, indem er mit 14 Jahren mit Judo anfing. Seine Karriere in diesem Sport dauerte 42 Jahre an. Erst übte er diesen Sport selbst bis zum schwarzen Gürtel aus, war an der Gründung des Judoclubs Grafendorf beteiligt und war dort erfolgreich als Trainer tätig. Dazu Bergmann: „Man kann sagen, dass ich als Trainer erfolgreicher war als als Sportler“, und zur Essenz, die einen guten Trainer ausmacht: „Ein guter Trainer ist ein Psychologe, sonst nichts.“ Er war zudem Vizepräsident und auch Pressesprecher beim Steirischen Judoverband.

Als Sechzehnjähriger war er als Sänger und Gitarrist auch Leader einer Hardrock-Band und schrieb bereits damals diverse Songtexte. Aufgrund – nach eigenen Angaben – fehlenden Talents ließ er die Gitarre nach rund zwei Jahren hinter sich. 

Von anderen Kulturen lernen

Auch in seinen zahlreichen Reisen, die er gemeinsam mit Erich Preiss für Reisegruppen organisierte, äußert sich sein Wesen: Abseits von überfüllten Tourismusmagneten und Scharlatanerie will er die wahre Seele eines Landes und deren Bewohner kennenlernen und verstehen, wie sie denken. Zu den bereisten Ländern zählen China, Nepal, Indien, die USA, Schweiz, Venezuela und diverse Länder Europas. Sein absolutes Lieblingsland ist Ecuador in Lateinamerika, sein Lieblingsgebiet ist der Urwald. Sein Lieblingsweg ist der Franziskusweg, den er von Florenz bis Assisi geht. Überflüssig zu erwähnen, dass er sich durch seine Wissbegier ein enormes Wissen über die bereisten Länder angeeignet hat.

Seine Beweggründe, in ein Land zu reisen, sind unterschiedlich: In den Norden Zyperns ist er gereist, weil er sich mit eigenen Augen davon überzeugen wollte, dass es dort eine Kreuzritterburg gibt. Auch Mystisches fasziniert ihn, etwa verlassene Gebäude, von denen es zum Beispiel in Kroatien zahlreiche gibt. 

Tipps für eine Reise: sich vorab mit den Sitten vertraut machen, sich nicht verstellen, weil die Leute das merken und auch die Einwohner nicht für dumm verkaufen. „Vielleicht können diese Leute nicht schreiben, aber sie sind nicht dumm.“ Und wenn man spürt, dass ein Ort gefährlich ist, sollte man ihn auch meiden. Das sage einem der Hausverstand. Dieser habe sich bei ihm in den den Slums in Venezuela sehr stark gemeldet. 

Kreativität beim Wandern

Er war schon immer fasziniert von Philosophie und den alten Werken zum Beispiel von Sokrates, Heraklit oder Diogenes. Im Grunde, so Bergmann, seien diese Herren Außenseiter gewesen, und auch er sehe sich als solcher, auch wenn er nach außen hin gesellig wirke. 

In diversen regionalen Zeitungen verfasst er Kolumnen und Glossen, meist über Gefühle, nur selten über Menschen, immer wieder mit versteckter Kritik. Grundsätzlich ist er aber ein positiv denkender Mensch, weshalb ihn auch die Persönlichkeiten Jesus und Buddha so faszinieren, „da sie im Grunde nur Frieden und Liebe lehrten“.

Unterstützung beim Schreiben holt sich Bergmann von seinen Lieblingsorten, er nennt sie auch heilige Orte, wie dies auch die Urvölker tun. Hier falle ihm alles schneller ein, etwa bei der Kapelle Heiligenbrunn in Rohrbach. Eine weitere Unterstützung beim Schreiben ist für Bergmann das Weitwandern. Auf seinen Wanderungen führt er immer ein Buch mit; über Sätze daraus sinniert er dann während des Gehens. Das sind Sätze wie: Der Tod ist die Wiege des Lebens. „Außerdem lenke ich mich dadurch ab, wodurch die Wanderung nicht mehr so anstrengend ist“, schmunzelt Bergmann. 

Wie viele seiner Texte so entstanden sind, lässt sich nur schwer erahnen, aber eine Sammlung seiner Arbeiten findet sich in seinem neuen Buch „Meine Freunde“, das bei ihm erhältlich ist.❏  

Stefanie Schadler

Kontakt Franz Bergmann: 
0664/ 23 111 63

Im Bild: Franz Bergmann in Le Puy-en-Velay in Frankreich entlang des Jakobsweges.

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